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«Ich bin noch nie so laut geworden»

Basel hat sich gegen Molde in extremis für die Playoffs der Champions League qualifiziert. Sportdirektor Georg Heitz und Trainer Heiko Vogel beurteilen die Leistung gegenüber Redaktion Tamedia äusserst kritisch.

Kritischer Blick: Basels Erfolgstrainer Heiko Vogel war diesmal mit der Leistung seiner Mannschaft überhaupt nicht zufrieden.
Kritischer Blick: Basels Erfolgstrainer Heiko Vogel war diesmal mit der Leistung seiner Mannschaft überhaupt nicht zufrieden.
Keystone
Sein Team hat sich gegen Molde nur mühsam für die Playoffs der Champions League qualifizieren können.
Sein Team hat sich gegen Molde nur mühsam für die Playoffs der Champions League qualifizieren können.
Keystone
Das Spiel hatte für Basel denkbar schlecht begonnen. Moldes Spieler jubeln, Torhüter Yann Sommer ist konsterniert.
Das Spiel hatte für Basel denkbar schlecht begonnen. Moldes Spieler jubeln, Torhüter Yann Sommer ist konsterniert.
Keystone
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Der FC Basel hatte sich im Hinspiel in Molde mit einem verdienten 1:0-Sieg eine hervorragende Ausgangslage geschaffen. Doch die Mannschaft verspielte den Vorsprung im Rückspiel in der ersten Halbzeit schon fast grobfahrlässig und war zur Pause mit der 1:0-Führung noch gut bedient. David Degen besorgte dann den Ausgleich. Torhüter Yann Sommer hielt in der Nachspielzeit einen Elfmeter und bewahrte den Schweizer Meister vor dem Ausscheiden aus dem Millionenspiel Champions League. «Wir haben in der ersten Halbzeit einfach zu wenig investiert und wären dafür fast bitter bestraft worden. Wir hätten durchaus auch mit zwei Toren im Rückstand liegen können. Und dann wäre es sehr schwierig geworden», sagt Sportdirektor Georg Heitz. «Der Hinspielsieg in Norwegen war trügerisch, weil wir dort relativ locker gewonnen haben.»

«Wir müssen uns klar steigern»

Heitz windet der Mannschaft trotz einer mässigen Vorstellung ein Kränzchen. «Obwohl es nach dem Rückstand ein Ritt auf der Rasierklinge war, zeigte die Mannschaft nach einer schwachen ersten Halbzeit eine unglaubliche mentale Stärke. Sie ist nie verzweifelt, hat sich aufgefangen und die Nerven behalten.» Das sei ein Vorzug, den sich die Mannschaft in der Vergangenheit erarbeitet habe. «Wir haben in den letzten Jahren eigentlich alle wichtigen Spiele gewonnen. Auch solche, in denen wir wie gegen Molde nicht gut gespielt haben. Aber ich muss zugeben, dass wir diesmal sehr viel Glück hatten.» Morgen kommt es in Nyon zur Auslosung der Playoff-Spiele für die Champions-League-Gruppenphase. Der FCB kann auf Cluj (Rumänien), Helsingborg (Schweden), Shmona (Israel), Limassol (Zypern) oder Maribor (Slowenien) treffen. Heitz hat kein besonderes Wunschlos. Er sagt bloss: «Wenn wir uns nicht klar steigern können, dann wird es gegen jeden dieser Gegner nicht reichen.»

«Die Körpersprache war schlecht, es fehlte die Solidarität»

Auch Trainer Heiko Vogel bestätigt, dass er während des Spiels «unheimlich gelitten» habe. «Das musste ich schon damals im Spiel gegen Manchester United. Aber diesmal war es ein anderes Leiden», erklärt der Deutsche. Es sei diesmal mehr ein existenzielles Leiden gewesen. «Wir sind nur knapp dem Ausscheiden aus der Champions League entkommen.» Heiko Vogel ist ein ruhiger Trainer, der im taktischen Bereich sehr analytisch denkt. «Normalerweise ist eine Halbzeitpause dazu da, um vor allem, wenn nötig, taktische Retuschen anzubringen», sagt Vogel. Doch diesmal sei etwas ganz anderes von dringender Notwendigkeit gewesen. Er sei mit der Mannschaft von der Einstellung her überhaupt nicht zufrieden gewesen. «Ich bin noch nie in der Pause eines Spiels so laut geworden. Die Einstellung fehlte, die Körpersprache war schlecht, ich sah keine Solidarität auf dem Platz», führt er aus. Die Mannschaft habe in der ersten Halbzeit viel zu wenig investiert und sich den Rückstand selber eingebrockt.

«Dieser Druck bedeutete für Molde permanenten Stress»

Heiko Vogel bewies wieder einmal sein gutes Gespür bei den Einwechslungen. Er hätte anstatt Gilles Yapi ebenso gut auch David Degen aus dem Spiel nehmen können. «Ich habe mit Yapi einen zentralen Mittelfeldspieler herausgenommen, weil ich den Druck auf den Seiten mit Stocker und Degen aufrechterhalten wollte. Dieser Druck bedeutete für Molde permanenten Stress. Die Rechnung ist dann glücklicherweise aufgegangen. David hat schliesslich den Ausgleich erzielt.»

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