Zum Hauptinhalt springen

«Ich muss meinen Spielern ein grosses Kompliment machen»

Die Schweiz kassiert gegen England eine 5:6-Niederlage nach Penaltyschiessen. Spieler und Trainer sprechen von Müdigkeit und fehlendem Glück.

fas/sis
Die Schweiz hat zu Beginn Glück. In der zweiten Minute fliegt ein Ball von Harry Kane an die Latte.
Die Schweiz hat zu Beginn Glück. In der zweiten Minute fliegt ein Ball von Harry Kane an die Latte.
Toto Marti/freshfocus
Fabian Schär produziert beinahe ein Eigentor. Yann Sommer kann den Ball gerade noch an den Pfosten ablenken.
Fabian Schär produziert beinahe ein Eigentor. Yann Sommer kann den Ball gerade noch an den Pfosten ablenken.
Jean-Christophe Bott, Keystone
Englands Callum Wilson jubelt über den vermeintlichen Führungstreffer in der 84. Minute. Nach Konsultation des Videoschiedsrichters zählt der Treffer wegen einem vorangehenden Foulspiel an Manuel Akanji aber nicht.
Englands Callum Wilson jubelt über den vermeintlichen Führungstreffer in der 84. Minute. Nach Konsultation des Videoschiedsrichters zählt der Treffer wegen einem vorangehenden Foulspiel an Manuel Akanji aber nicht.
AP Photo/Luis Vieira
Haris Seferovic kommt nicht richtig auf Touren.
Haris Seferovic kommt nicht richtig auf Touren.
AP Photo/Luis Vieira
Die Three Lions aus England schaffen es nach 90 Minuten nicht, einen Treffer zu erzielen. In der Verlängerung haben sie aber erneut Pech. Raheem Sterling trifft in der 117. Minute nur die Latte.
Die Three Lions aus England schaffen es nach 90 Minuten nicht, einen Treffer zu erzielen. In der Verlängerung haben sie aber erneut Pech. Raheem Sterling trifft in der 117. Minute nur die Latte.
Die Partie muss im Penaltyschiessen entschieden werden. Die Goalies stehen da im Mittelpunkt.
Die Partie muss im Penaltyschiessen entschieden werden. Die Goalies stehen da im Mittelpunkt.
AP Photo/Luis Vieira
Und Englands Schlussmann Jordan Pickford tritt selbst zu einem Penalty an. Er versenkt souverän.
Und Englands Schlussmann Jordan Pickford tritt selbst zu einem Penalty an. Er versenkt souverän.
Jean-Christophe Bott, Keystone
England gewinnt das Penaltyschiessen letztlich 6:5, da Drmic als einziger verschiesst. Er scheitert an Pickford.
England gewinnt das Penaltyschiessen letztlich 6:5, da Drmic als einziger verschiesst. Er scheitert an Pickford.
Jean-Christophe Bott, Keystone
1 / 10

Sie war lange, die nun abgelaufene Saison. Aufgrund der neuen Nations League dauerte sie bis Mitte Juni. Man sieht den Schweizer Nationalspielern nach der Niederlage im Spiel um Platz Drei der Nations League gegen England an, dass sie auf dem Zahnfleisch laufen. Auf dem Platz retten sie sich gerade noch ins Penaltyschiessen, Xherdan Shaqiri humpelt mit einbandagierter Wade durch die Mixed Zone, und Fabian Schär ist sauer, dass er zweimal stehen bleiben muss, um Interviews zu geben.

Glücklich ist nach der knappen Niederlage gegen England eigentlich nur einer. Noah Okafor, der in der 113. Minute erstmals für die Schweizer A-Nationalmannschaft auflaufen darf. Er ist der erste Nationalspieler, der nach der Jahrtausendwende geboren wurde. Und er ist vor allem eines: stolz. Gleich dreimal benutzt er rund eine halbe Stunde nach Spielschluss dieses Wort. Es sei für ihn eine Ehre, das Land zu repräsentieren, in dem er auf die Welt gekommen und aufgewachsen ist.

Damit sind nun alle Spekulationen rund um den pfeilschnellen Offensivspieler beendet. Denn bis zuletzt hatte Nigeria, das Herkunftsland seines Vaters, heftig an Okafor gebaggert. «Beide Seiten haben ihr Interesse signalisiert», bestätigt der 19-Jährige. Dass sich diese Diskussion mit seinem ersten Länderspieleinsatz unter Wettkampfbedingungen erledigt haben, erleichtere ihn, gibt er zu. Den Entscheid für die Schweiz habe er gemeinsam mit seiner Familie gefällt.

Drmics verschossener Penalty. (Video: SRF)

Okafor ist eines dieser aufregenden Talente, das in Zukunft der Schweizer Offensive das geben kann, was Stürmer Haris Seferovic in den beiden Partien der Final Four gefehlt hat: «Die nötige Frechheit.» Sein Captain Granit Xhaka findet: «Wir sind nicht weit weg von den Topmannschaften. Es fehlt wenig, manchmal auch etwas Glück.» Obwohl, Glück haben die Schweizer an diesem Nachmittag reichlich. Dreimal treffen die Engländer Aluminium, dazu packt Goalie Yann Sommer gleich vier Big Saves aus und rettet sich und seine Teamkollegen so ins Penaltyschiessen. Weil er dort keinen der Schüsse parieren kann, muss er später bilanzieren: «Es ist schade, müssen wir nun mit zwei Niederlagen wieder nach Hause, aber ein Penaltyschiessen ist eine Lotterie.»

Dennoch findet Trainer Vladimir Petkovic tröstende Worte: «Ich muss meinen Spielern ein grosses Kompliment machen, wie sie trotz der Müdigkeit gekämpft und alles versucht haben. Wir hätten mehr verdient gehabt.» Auch der etwas angesäuerte Fabian Schär zieht ein positives Fazit dieser Nations-League-Kampagne: «Wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns für das Turnier der vier besten Teams qualifiziert haben.»

Ein Turnier, das den Schweizern offensichtlich die letzten Nerven, aber auch Energiereserven abverlangt hatte. «Am Schluss war ich körperlich am Ende, aber das ging allen so. Es war eine lange Saison», sagt Schär. Deshalb freuen sich er und seine Teamkollegen jetzt auf die Ferien. Während Shaqiri rund einen Monat ausspannen und seine Wadenverletzung auskurieren kann, weiss Schär noch nicht, wann es mit der Saisonvorbereitung los geht. «Da kriege ich noch Bescheid», sagt der Innenverteidiger. Was er nicht sagt: Der Grund für die Ungewissheit ist wohl, dass ein Wechsel innerhalb der Premier League im Raum steht. Gut möglich also, dass für den Ostschweizer die ohnehin lange Saison noch etwas weiter geht. Zumindest am Verhandlungstisch.

Dieser Artikel wurde automatisch auf unsere Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch