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Blatters Lob und eine seltsame Formulierung

Die Reaktionen auf die Wahl von Gianni Infantino fallen positiv aus. Selbst Sepp Blatter gratulierte. Er irritierte aber mit einer Aussage.

Er will, dass der Fussball wieder ins Zentrum rückt. Gianni Infantino bei seiner Antrittsrede als neuer Fifa-Präsident.
Er will, dass der Fussball wieder ins Zentrum rückt. Gianni Infantino bei seiner Antrittsrede als neuer Fifa-Präsident.
AFP
Etwas ungläubiger Dank an alle Anwesenden. Gianni Infantino, bis 2019 gewählt, kann sein Glück kaum fassen.
Etwas ungläubiger Dank an alle Anwesenden. Gianni Infantino, bis 2019 gewählt, kann sein Glück kaum fassen.
AFP
Nicht alle finden den Kongress bisher spannend: Gregory Dyke, Präsident der englischen FA, gönnt sich ein Nickerchen. Vielleicht rechnet auch er mit einem langen, langen Tag.
Nicht alle finden den Kongress bisher spannend: Gregory Dyke, Präsident der englischen FA, gönnt sich ein Nickerchen. Vielleicht rechnet auch er mit einem langen, langen Tag.
Keystone
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«Ich gratuliere ihm aufrichtig und herzlich», sagte Sepp Blatter unmittelbar nach der Krönung von Gianni Infantino zu seinem Nachfolger als Fifa-Präsident. Und das Lob des Mit-Wallisers könnte überschwänglicher kaum sein: «Mit seiner Erfahrung, Fachkenntnis, dem strategischen und diplomatischen Geschick bringt er alle Eigenschaften mit, meine Arbeit weiterzuführen und die Fifa wieder zu stabilisieren.»

Der verstossene Präsident, der gegen seine Suspension von inzwischen sechs Jahren mit allen rechtlichen Mitteln vorgehen will, sieht sich unverändert als Teil des mächtigen Weltverbandes. Zumal die von den Delegierten beschlossenen Reformen seinerzeit noch von Blatter als Präsident angeregt worden waren.

Entsprechend kann nicht wirklich überraschen, was der 79-Jährige im Vorfeld der Wahl der New York Times gesagt hatte: «Ich werde immer ein Präsident sein.» Ein Präsident allerdings, der in Zürich keine offizielle Bleibe mehr hat. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung von Fifa-Quellen berichtet, musste Blatter ausgerechnet am Wahl-Tag seine Dienstwohnung in der Nähe des Fifa-Sitzes räumen.

Walliser Stolz

Die Wahl von Infantino löste weitherum positive Reaktionen aus. So sagte Guy Parmelin, neugewählter Bundesrat und Vorsteher des VBS: «Ich wünsche Gianni Infantino für die anspruchsvolle Aufgabe alles Gute. Ich hoffe, dass die juristischen Probleme der Fifa unter der neuen Führung rasch geklärt werden, mehr Transparenz einkehrt und der Fussball künftig wieder im Vordergrund steht.»

Jacques Melly, Präsident der Walliser Kantonsregierung, fand stolz: «Mit grosser Freude gratuliere ich im Namen des Kantons Wallis Gianni Infantino zur Wahl zum Fifa-Präsidenten. Die Wahl ist die Erfüllung einer bemerkenswerten und durch Kompetenz, Professionalität und Gespür für Dialog geprägten Karriere. Ich bin davon überzeugt, dass der neue Präsident die Herausforderungen bewältigen wird.»

Angst vor einer Situation wie beim Boxen

Der Interimspräsident des Deutschen Fussballbundes (DFB) strich die Wichtigkeit eines europäischen Fifa-Präsidenten heraus: «Ich bin sehr erleichtert, dass wir mit Infantino weiter sehr viel Einfluss auf den Weltfussball nehmen können. Ich bin sehr erleichtert, weil so die Einheit des Fussballs gewahrt bleibt. Für mich ist das grösste Trauma, wenn die Fifa zerstört würde und wir eine Situation wie im Boxen hätten und am Ende vier Weltmeister gekürt würden, weil wir uns nicht mehr auf eine Weltorganisation einigen könnten.»

Versöhnliche Worte liess der unterlegene Scheich Salman Al Khalifa vernehmen: Er vertraue Infantino, dass dieser die Führungskraft habe, die dringend benötigten Reformen umzusetzen. «Als Präsident der asiatischen Konföderation freue ich mich darauf, mit dem neuen Präsidenten zusammenzuarbeiten, um die Glaubwürdigkeit des Fussballs weltweit wiederherzustellen.»

SDA/wie

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