Zum Hauptinhalt springen

Wölfli: «Den Drang, mehr zu spielen, habe ich immer noch»

Marco Wölfli bleibt bei YB auch nach dem Abgang Yvon Mvogos Ersatz. «Ich hatte gehofft, dass es anders kommen würde», sagt der WM-Teilnehmer von 2010. «Aber die Strategie von YB passt gut.»

Denken Sie manchmal: Wäre ich am 8. Dezember 2013 doch nur im Bett geblieben?Marco Wölfli: Das ist lange her. Aber ich weiss schon noch, was damals passierte.

Sie zogen sich einen Achillessehnenriss zu, fielen monatelang aus und verloren den Nummer-1-Status an Yvon Mvogo......klar, das lief unglücklich, brutal für mich. Aber es bringt nichts, zurückzuschauen. Ich denke, im Leben hat alles seinen Grund.

Wie war es für Sie, als WM-Teilnehmer und nach über einem Jahrzehnt als Stammgoalie plötzlich auf der Bank zu sitzen?Es war nicht einfach. Ich erlebte eine Extremsituation: Ich wollte mich zeigen, durfte aber nicht, weil Mvogo kaum Fehler machte. Aber ich lernte ziemlich schnell, mich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen.

In Bern sind viele der Meinung, Mvogo habe auch dank Ihnen immense Fortschritte gemacht.Wir pushten uns gegenseitig. Und vielleicht machte Yvon noch mehr, weil er wusste, dass ich wegen meiner Vorgeschichte kein gewöhnlicher Ersatzgoalie war. Aber Yvon geht seinen eigenen Weg, er hat viel Talent.

Können Goalies Freunde sein?(Überlegt) Schwierige Frage. Ein gesunder Konkurrenzkampf ist eminent wichtig. Aber man kann sich durchaus gut verstehen wie Yvon und ich. Auch David von Ballmoos mag ich sehr gut, er ist ein feiner Typ.

Von Ballmoos ist erst 23, kommt aus der Challenge League. Trotzdem wird er die Nummer 1. Sind Sie enttäuscht?Klar hatte ich gehofft, dass es anders kommen würde. Aber in der heutigen Zeit ist es so, dass die Klubs auf die Jungen setzen. Fussball ist Business; es geht darum, wirtschaftlich zu handeln. Das muss ich akzeptieren. Und die Strategie von YB passt gut.

Wie stufen Sie von Ballmoos ein?Er ist ein sehr harter Arbeiter. Dave ist freundlich und bodenständig, er hat einen angenehmen Charakter. Aber er muss noch reifen, schliesslich verfügt er noch über keine Erfahrung in der Super League.

Können Sie ihm helfen?Ich will und muss ihm helfen. Es geht nicht um Eitelkeiten, sondern um YB. Mit Meisterschaft und Champions-League-Qualifikation geht es gleich Schlag auf Schlag los. Da werden wir rasch unter Druck stehen. Ich kann ­David mit meiner Routine unterstützen. Was sicher nicht bedeutet, dass ich keine eigenen Ambitionen habe.

Ihr Vertrag läuft bis 2019 – welche Pläne verfolgen Sie?In jeder Transferperiode denkt man darüber nach, wie es weitergehen könnte. Den Drang, mehr zu spielen, habe ich immer noch. Aber ich kann mir gut vorstellen, meine Karriere bei den Young Boys zu beenden. Ich fühle mich nicht alt, schliesse es nicht aus, mit 40 noch aktiv zu sein.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch