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Im Sturm steckt der Wurm – die Schweizer in der Einzelkritik

Beim 4:0 gegen Gibraltar überzeugt ein zentraler Mittelfeldspieler, der nicht Xhaka heisst. Und Goalie Yann Sommer kommt knapp um eine Strafnote herum.

Steht rechtzeitig auf dem Feld, singt die richtigen Wörter bei der Nationalhymne und widersteht der Versuchung, während der Partie zwischendurch seinen Instagram-Account zu pflegen. Bekommt ausnahmsweise keine halbe Note Abzug, obwohl er den Journalisten vor dem Spiel vorhält, sie seien während einer EM-Endrunde vornehmlich damit beschäftigt, auf einer Römer Piazza «Cappuccino zu schlürfen». Es ist caffè – und wir schlürfen nicht.
Steht rechtzeitig auf dem Feld, singt die richtigen Wörter bei der Nationalhymne und widersteht der Versuchung, während der Partie zwischendurch seinen Instagram-Account zu pflegen. Bekommt ausnahmsweise keine halbe Note Abzug, obwohl er den Journalisten vor dem Spiel vorhält, sie seien während einer EM-Endrunde vornehmlich damit beschäftigt, auf einer Römer Piazza «Cappuccino zu schlürfen». Es ist caffè – und wir schlürfen nicht.
Freshfocus/Pascal Müller
Ist wie schon in Irland der richtige Mann für die zentrale Position in der Dreier-Abwehr. Schiesst diesmal kein Tor, löst aber vor allem vor der Pause immer wieder mal einen Angriff aus, der so schnell ist, dass er die Männer von Gibraltar zumindest etwas ins Schwimmen bringt. Erklärt nach dem Spiel: «Im Team ist alles super!»
Ist wie schon in Irland der richtige Mann für die zentrale Position in der Dreier-Abwehr. Schiesst diesmal kein Tor, löst aber vor allem vor der Pause immer wieder mal einen Angriff aus, der so schnell ist, dass er die Männer von Gibraltar zumindest etwas ins Schwimmen bringt. Erklärt nach dem Spiel: «Im Team ist alles super!»
Peter Schneider, Keystone
Wirkt in der Dreierabwehr besser aufgehoben denn als linker Flügelwetzer gegen Irland. Wobei das gegen ein Team wie Gibraltar natürlich äusserst schwierig zu beurteilen ist. Beweist nach seinem eher kläglichen Abschlussversuch auf der Insel, dass er seine Weitschusstechnik nicht verlernt hat und trifft aus 22 Metern zum 3:0.
Wirkt in der Dreierabwehr besser aufgehoben denn als linker Flügelwetzer gegen Irland. Wobei das gegen ein Team wie Gibraltar natürlich äusserst schwierig zu beurteilen ist. Beweist nach seinem eher kläglichen Abschlussversuch auf der Insel, dass er seine Weitschusstechnik nicht verlernt hat und trifft aus 22 Metern zum 3:0.
Anthony Anex, Keystone
Trifft zwar nicht ins Tor, obwohl er das eigentlich mindestens zweimal tun sollte. Ist aber dafür einer der auffälligsten Schweizer, weil er auch mal das Dribbling sucht und auch ohne Ball stets den Weg in den gegnerischen Strafraum.
Trifft zwar nicht ins Tor, obwohl er das eigentlich mindestens zweimal tun sollte. Ist aber dafür einer der auffälligsten Schweizer, weil er auch mal das Dribbling sucht und auch ohne Ball stets den Weg in den gegnerischen Strafraum.
Laurent Gillieron, Keystone
Merkt als erster Schweizer, dass man Fehler der heillos unterlegenen Gäste ausnützen darf, ohne deswegen gleich als Mobber zu gelten, der auch kleine Kinder schubst. Trifft mit dem Kopf zum 1:0 und bereitet viele Schweizer Chancen vor, die aber von seinen Nebenleuten restlos weggeschenkt werden.
Merkt als erster Schweizer, dass man Fehler der heillos unterlegenen Gäste ausnützen darf, ohne deswegen gleich als Mobber zu gelten, der auch kleine Kinder schubst. Trifft mit dem Kopf zum 1:0 und bereitet viele Schweizer Chancen vor, die aber von seinen Nebenleuten restlos weggeschenkt werden.
Laurent Gillieron, Keystone
Solange Stephan Lichtsteiner fehlt, führt er die Mannschaft auf den Platz, er versucht, dominant aufzutreten, schlägt vor der Pause ein paar gute Pässe und gleich danach ein paar wenige gute. Einer seiner vielen Corner führt zum 1:0 durch Zakaria - allerdings dank gütiger Mithilfe von Kyle Goldwin, dem Goalie mit dem höchst eigenwilligen Stil bei Faustabwehren. Xhaka geht eine Viertelstunde vor Schluss angeschlagen raus, die Achillessehne tut ihm seit gewisser Zeit schon etwas weh. Danach nutzt er die Gelegenheit, die Medien zu schelten: Sie hätten in diesen Tagen zu wenig über Fussball geschrieben und zu viel über anderes. Zweierlei vergisst er dabei:  Erstens gehört auch «das andere» zum Fussball, die Diskussionen um Lichtsteiner und Shaqiri und die ungenügende Kommunikation der Verantwortlichen. Zweitens haben Trainer und Spieler selbst mit ihren Aussagen das Material dafür geliefert. Vielleicht wird bei den nächsten Qualifikationsspielen in einem Monat alles besser. Die Hoffnung lebt.
Solange Stephan Lichtsteiner fehlt, führt er die Mannschaft auf den Platz, er versucht, dominant aufzutreten, schlägt vor der Pause ein paar gute Pässe und gleich danach ein paar wenige gute. Einer seiner vielen Corner führt zum 1:0 durch Zakaria - allerdings dank gütiger Mithilfe von Kyle Goldwin, dem Goalie mit dem höchst eigenwilligen Stil bei Faustabwehren. Xhaka geht eine Viertelstunde vor Schluss angeschlagen raus, die Achillessehne tut ihm seit gewisser Zeit schon etwas weh. Danach nutzt er die Gelegenheit, die Medien zu schelten: Sie hätten in diesen Tagen zu wenig über Fussball geschrieben und zu viel über anderes. Zweierlei vergisst er dabei: Erstens gehört auch «das andere» zum Fussball, die Diskussionen um Lichtsteiner und Shaqiri und die ungenügende Kommunikation der Verantwortlichen. Zweitens haben Trainer und Spieler selbst mit ihren Aussagen das Material dafür geliefert. Vielleicht wird bei den nächsten Qualifikationsspielen in einem Monat alles besser. Die Hoffnung lebt.
Toto Marti/Blick/Freshfocus
Er darf spielen, weil Manuel Akanji verletzt fehlt. Akanji ist derzeit nicht so schwierig zu ersetzen, dafür ist er in viel zu wenig überzeugender Form. Benito also, der im Sommer von Bern nach Bordeaux gewechselt hat. Er kann ungebremst stürmen, einmal trifft er die Latte, einmal bringt er es aus drei Metern fertig, den Ball deutlich am Tor vorbei zu köpfeln. Danach kommt trotz aller Freiheiten sehr wenig von ihm, was der Offensive wirklich helfen würde.
Er darf spielen, weil Manuel Akanji verletzt fehlt. Akanji ist derzeit nicht so schwierig zu ersetzen, dafür ist er in viel zu wenig überzeugender Form. Benito also, der im Sommer von Bern nach Bordeaux gewechselt hat. Er kann ungebremst stürmen, einmal trifft er die Latte, einmal bringt er es aus drei Metern fertig, den Ball deutlich am Tor vorbei zu köpfeln. Danach kommt trotz aller Freiheiten sehr wenig von ihm, was der Offensive wirklich helfen würde.
Freshfocus/Pascal Müller
Ihm geht es wie Zakaria beim ersten Tor: Er profitiert bei seinem erfolgreichen Abschluss zum 2:0 wesentlich von der Fehleinschätzung des netten Kyle Goldwin. Es ist sein 9. Goal im 63. Länderspiel. Mehmedi beweist gelegentlich, wie viel Gefühl in seinen Füssen steckt.
Ihm geht es wie Zakaria beim ersten Tor: Er profitiert bei seinem erfolgreichen Abschluss zum 2:0 wesentlich von der Fehleinschätzung des netten Kyle Goldwin. Es ist sein 9. Goal im 63. Länderspiel. Mehmedi beweist gelegentlich, wie viel Gefühl in seinen Füssen steckt.
Freshfocus/Urs Lindt
Lenkt den Ball kurz vor der Halbzeit mit dem Kopf so harmlos in Richtung Tor, dass selbst Goalie Goldwin keine Mühe hat. Und Goldwin hat an diesem Abend mit fast allem Mühe. Darf die ganze Spieldauer durch auf dem Feld stehen – und bringt dabei keinen einzigen gefährlichen Abschluss zustande. Auch eine Leistung für einen Spieler, der bei seinem neusten Arbeitgeber nicht gegen Amateure bestehen will, sondern in der härtesten Liga der Welt: der Premier League.
Lenkt den Ball kurz vor der Halbzeit mit dem Kopf so harmlos in Richtung Tor, dass selbst Goalie Goldwin keine Mühe hat. Und Goldwin hat an diesem Abend mit fast allem Mühe. Darf die ganze Spieldauer durch auf dem Feld stehen – und bringt dabei keinen einzigen gefährlichen Abschluss zustande. Auch eine Leistung für einen Spieler, der bei seinem neusten Arbeitgeber nicht gegen Amateure bestehen will, sondern in der härtesten Liga der Welt: der Premier League.
Toto Marti/Blick/Freshfocus
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