In Basel droht ein Spiel vor halb leeren Rängen

Für das heutige EM-Qualifikationsspiel gegen Dänemark wurden bislang bloss 16'800 Tickets abgesetzt. Wie ist das zu erklären?

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Der St.-Jakob-Park in Basel bietet bei internationalen Länderspielen Platz für 36'000 Zuschauer. In der heutigen Partie droht der Schweizer Nationalmannschaft das ungewöhnliche Szenario, vor halb leeren Rängen spielen zu müssen. Nicht einmal die Hälfte der Tickets wurde im Vorfeld verkauft. Das Spiel gegen Dänemark, den nominell attraktivsten Gruppengegner der Schweizer, ist kein Kassenschlager. Bei ihren letzten Auftritten in Basel haben der Nationalmannschaft jeweils mehr als 30'000 Fans vor Ort die Daumen gedrückt.

Warum spielt das Nationalteam überhaupt in Basel?

Auf Anfrage erklärt der Mediensprecher des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV), Marco von Ah, dass man im Vorfeld der Partie mit rund 20'000 bis 25'000 Zuschauerinnen und Zuschauern gerechnet habe, um nicht vorsätzlich Fans auszuschliessen. Aus Platzgründen kam deshalb beispielsweise eine Austragung in der Swisspor-Arena Luzern (16'000 Plätze bei internationalen Spielen) nicht in Betracht. Die Erreichbarkeit des Stadions spielte eine weitere Rolle. Bei der von der Uefa vorgegebenen Ansetzung um 20.45 Uhr an einem Wochenspiel würden viele Fans bei einem Spiel in Genf oder St. Gallen nur schwierig und vor allem spät die Heimreise antreten können. Nach der Auslosung im vergangenen Dezember hatte der SFV zudem nur eine Woche Zeit, um über die Austragungsorte der Qualifikationsspiele zu entscheiden.

Hat der SFV die Attraktivität des Gegners überschätzt?

«Nein», sagt von Ah. Man habe gemerkt, dass das Publikum nicht sehr euphorisch reagiert habe. Von Erfahrungswerten ausgehend wurde der Ticketvorverkauf erst einen Monat vor dem Spiel gestartet, auch deshalb, weil er während der Ski-WM schleppend verlaufen wäre. Grund für die schlechten Verkaufszahlen sei auch die Ansetzung der Partie auf einen Dienstag. «Ich glaube, dass wir mehr Fans ins Stadion gelockt hätten, wäre die Partie an einem Freitag oder Samstag», ist von Ah überzeugt. Des Weiteren erläutert der Mediensprecher, dass die Schweizer Fans auch sehr wählerisch seien. Es ist das erste Heimspiel der laufenden Kampagne, die noch ganz am Anfang steht. Das erste Spiel der WM-Qualifikation im September 2016 gegen Portugal sahen in Basel 36'000 Fans. Das Stadion war ausverkauft – obwohl der Match an einem Dienstag stattfand. Nur wurde Portugal in jenem Sommer Europameister; eine Sache, die man von den Dänen nicht behaupten kann.

Wurde der Ticketverkauf zusätzlich angekurbelt?

Nein. Dies, um Fans mit bereits erstandenen Tickets nicht zu verärgern. Der SFV hofft, dass an der Abendkasse noch 1000 bis 3000 Tickets verkauft werden. Um den Eindruck eines leeren Stadions zu verhindern, wurde die Galerie im St.-Jakob-Park gar nicht erst in den Verkauf gegeben – damit die Zuschauerinnen und Zuschauer kompakter im Stadion sitzen.

Erfahren Sie in der Bildstrecke, wie viele Fans jeweils an die letzten Heimspiele der Nationalmannschaft ins Stadion gingen.

erh

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