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In der Ruhe liegt die Kraft

Der FC Ostermundigen ist in der regionalen 2. Liga im Mittelfeld platziert. Priorität hat nach einem Trainerwechsel im Moment der Ligaerhalt. Beim 4:4 am Wochenende gegen Italiana bewies das Team, dass die Moral intakt ist.

Jan Brechbühl (Mitte) und seine Teamkollegen zeigten Moral.
Jan Brechbühl (Mitte) und seine Teamkollegen zeigten Moral.
Raphael Moser

Der FC Ostermundigen ist in der Nähe des modernen, autofreien Oberfeldquartier, beheimatet. Hoch über der Berner Vororts­gemeinde geht es idyllisch zu und her, die Nähe zur Natur sorgt für eine angenehme Ruhe. Ruhig war es in letzter Zeit auch beim lokalen Fussballklub.

Nach einer aus geografischen Sicht eher unan­genehmen letzten Saison, in der die erste Equipe in der Gruppe 2 der regionalen 2. Liga mit Teams aus dem Jura und dem Seeland oft auf Reisen war, agiert der FCO nun wieder in der Gruppe 1 mit Teams aus der Nähe der Stadt Bern oder dem Berner Oberland und entsprechend vielen Derbys.

«Man kann sich nicht aussuchen, in welcher Gruppe man spielt, aber es ist natürlich vor allem auch für die Zuschauer spannender, wenn sie zum Beispiel ein Derby gegen Wabern verfolgen können als ein Spiel gegen einen Jurassier», erklärt FCO-Vorstandsmitglied Olivier Schmutz.

In der von einer grossen Aus­geglichenheit geprägten Liga glichen die Auftritte des FCO in der Vorrunde einem Auf und Ab. Starken Spielen folgten uner­klärliche und teils unglückliche Niederlagen, es fehlte auch an der Konstanz. Trotzdem etablierte sich der 1995 aus einer Fusion zwischen dem FC Rapid und dem SC Ostermundigen entstandene Klub problemlos im Mittelfeld der Tabelle.

Entsprechend überraschend kam es vor dem Start in die Rückrunde zu einem Trainerwechsel. Coach Gazmend Ramadani hatte im März seine Kündigung eingereicht, «weil er eine andere Auffassung hinsichtlich der sportlichen Ausrichtung hatte als der Vorstand», wie es in einer Medienmitteilung des FCO hiess.

Neues Trainerduo

Das Duo Hugo Versteeg und Bruno Zimmermann führt nun seit ein paar Wochen die sportlichen Geschicke. Für Zimmermann, einen ehemaliger Spieler beim FC Bern und Vater von Ostermundigen-Stürmer Marcel Zimmermann, ist es das erste Engagement in einem Trainerstab.

«Der Ligaerhalt hat ganz klar Priorität.»

InterimscoachBruno Zimmermann

«Ich musste mich an die Aufgabe gewöhnen, aber es macht Spass, mit den jungen Leuten zu arbeiten», sagt Zimmermann. Der Ligaerhalt habe klar Priorität beim FCO, erklärt einer der Interimstrainer. Das 4:4 vom letzten Samstag zu Hause gegen die AS Italiana war ein typisches Spiel für den FCO in dieser Saison, spiegelte es doch die Inkonstanz wieder. 0:2 und 2:4 lagen die «Mundiger» schon hinten, ehe ihnen dank viel Moral noch der Ausgleich gelang.

«Das Team hat Charakter gezeigt», meint Zimmermann, der bis Ende Saison im Staff mithelfen will. Mit solchen Willensleistungen sollten die Abstiegssorgen (derzeit beträgt der Vorsprung des FCO auf die Abstiegsränge sieben Punkte) bald vorbei sein.

Einige Integrationsfiguren

Vergleicht man Ostermundigen mit den im Moment erfolgreichsten Berner Amateurklubs Köniz und Breitenrain, gibt es in puncto Mitgliederzahlen und aktiven Teams durchaus Gemeinsamkeiten. Die Vorstädter können auf rund 800 Mitglieder zählen. 26 Teams, darunter etliche Junioren- und zwei Frauenequipen, kämpfen Woche für Woche um Punkte für den FCO – Breitenrain und Köniz weisen ähnliche Zahlen auf.

Der Verein erfüllt zudem in der Gemeinde, in der viele Jugendliche mit Migrationshintergrund leben, einen wichtigen Part. Trotzdem will der FCO in der Zukunft nicht partout in höhere Ligen streben. «Das wäre für uns schwierig, weil wir finanziell nicht mithalten könnten», sagt Zimmermann. Wichtiger sei, dass sich die Spieler mit dem Klub identifizierten.

Das ist der Fall beim FCO, einige Akteure aus der ersten Equipe spielen seit Juniorenzeiten im Klub. Und geniessen die Ruhe und Idylle rund um das Oberfeld.

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