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Ist der WM-Torschützenkönig ein Wettbetrüger?

Ein prominenter Name ist gemäss Medienberichten aus Deutschland in den Manipulationsskandal von 2009 verwickelt.

Unter Verdacht: Davor Šuker, hier auf einem Archivbild von 2002.
Unter Verdacht: Davor Šuker, hier auf einem Archivbild von 2002.
Keystone

Kroatiens Verbandspräsident Davor Šuker, WM-Torschützenkönig von 1998 und seit März im Exekutivkomitee der Uefa, ist seit Donnerstag nicht mehr zu erreichen. Dabei steht ein happiger Vorwurf gegen ihn im Raum. Šuker soll Kontakte zum Berliner Wettbetrüger Ante Sapina unterhalten haben. Telefonmitschnitte und Kurznachrichten belegen dies offenbar.

Wie die ARD und die «Süddeutsche Zeitung» berichten, steht in den Akten der Bochumer Staatsanwaltschaft zum europaweiten Wettskandal von 2009, «dass die Bande um Sapina auch Kontakte zu Davor Šuker unterhält und dieser von Sapina als Strohmann zur Platzierung von Wetten genutzt wird.»

Šuker habe für Sapina auf mindestens ein Champions-League-Spiel und zwei Partien der Europa League Wetten platziert. Aus den Akten gehe auch hervor, dass sich der 2014 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilte Sapina und Šuker auf einer Autobahnraststätte in Franken trafen. Die «Süddeutsche Zeitung» zitiert aus dem SMS-Verkehr: «Melde dich! Wichtig und dringend!! Ante.» «Sapina fragt, ob Šuker eine Handicapwette platzieren kann», habe es in einem Telefongespräch geheissen.

Im Juli 2009 empfahl Sapina laut der Zeitung einen weiteren Match für Wetteinsätze. In den Akten heisst es: «Sapina informierte (...) Šuker und gab ihm den Hinweis, er solle auf die Partie Siroki setzen.» Das Europa-League-Qualifikationsspiel Siroki Brijeg gegen Erewan habe aber nicht mit dem von den Betrügern erhofften Ergebnis geendet.

Šukers Verbandssprecher wies die Vorwürfe der ARD zurück. Auf eine entsprechende Anfrage der «Süddeutschen Zeitung» reagierte er nicht. Die Uefa erklärte, sie kooperiere seit 2010 eng mit den Behörden in Bochum, Šuker sei von deutschen Behörden nie befragt oder verdächtigt worden.

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