Kanadas Goalie steht im Pyjama

Darum zieht YB heute bei Roter Stern erneut in die Champions League ein. Der empirische Beweis.

Greift er heute gegen YB daneben? Milan Borjan, Torhüter von Roter Stern Belgrad.

Greift er heute gegen YB daneben? Milan Borjan, Torhüter von Roter Stern Belgrad.

(Bild: Keystone)

Fabian Ruch

Die Szene spielt in Belgrad, die Medien spielen hier gerne verrückt, darum darf behauptet werden: YB bestreitet am Dienstagabend das wichtigste Spiel der Vereinsgeschichte. Es ist noch bedeutender als jenes vor einem Jahr in Zagreb, als das 2:1 die erste Teilnahme an der Champions League sicherstellte.

Weil: So einfach wird es für Schweizer Vereine lange nicht und vielleicht nie mehr sein, die Gruppenphase des grössten Clubwettbewerbs der Welt zu erreichen – und damit: Millionenregen, Messi, Manchester. Global gesehen (und die Champions League wird global gesehen) interessiert sich keine Sau für YB (und übrigens auch keine für einen Roten Stern aus Belgrad). So ist das im Kapitalismus.

Noch einmal aber dürfen die Young Boys die Weltbrands im Stelldichein der Reichen und Besten stören. Und: YB ist im Marakana-Stadion Favorit. Weil: Die Young Boys sind besser als Roter Stern, das Hinspiel hätte auch 5:2 ausgehen können, Torhüter-Desperado Milan Borjan flog zum Match seines Lebens. Das wird heute anders sein, es wäre keine Überraschung, würde Kanadas Nationalgoalie bei einem seiner abenteuerlichen Ausflüge kolossal danebengreifen.

Auch die Ausgangslage ist viel besser, als die meisten denken. Weil: Roter Stern weiss nicht so recht, wie es nach dem 2:2 vorgehen soll. YB dagegen wird mutig sein und konzentriert, solidarisch und stürmisch. Und das von der ersten Sekunde an, sofort hoch stehen, das frühe Tor suchen, das Heimteam und seine 50'000 Partygäste überraschen.

Im Grunde genommen einerlei ist dabei das System. Die Dreierkette in der Abwehr verspricht womöglich mehr Stabilität, jene mit vier Verteidigern mehr Automatismus. Im 4-3-3 ist YB routiniert, im 4-4-2 wohl zu wenig kompakt, ein 3-4-3 oder 3-5-2 wäre verwegen. Das sind aber nur Zahlenkombinationen, um den Tresor zu knacken.

Denn YB hat: Mit David von Ballmoos den stärkeren, solideren Goalie (gerade im Vergleich zum Sternen-Vielflieger). Mit Fabian Lustenberger und Frederik Sörensen die zwei besten Sicherheitskräfte. Mit Christopher Martins den Aufbauer mit der grössten Verdrängung. In der Offensive derart viele Varianten, dass Roter Stern die Übersicht verliert.

Und wer einen Matchplan entwirft, in dem Miralem Sulejmani und vor allem Guillaume Hoarau bei Bedarf nach 70 Minuten mitmachen, ist ohnehin königsklassenreif. Insbesondere mit YB-Königsfan Stucki Christian.

Hopp Schweiz, Kanadas Goalie steht im Pyjama!

Hören Sie in der aktuellen Episode unseres Podcasts «Rede wi druckt», warum Sportredaktor Fabian Ruch an einen YB-Sieg in Belgrad glaubt:

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt