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Königlicher Kniefall

Wie Real Madrid seine Identität an den Orient verkauft: Stück um Stück, teuer und sogar etwas heidnisch.

Seit 1920 gehört das kleine Kreuz oben an der Logo-Krone zur Real-Identität. Nun ist es verhandelbar geworden. Foto: Imago
Seit 1920 gehört das kleine Kreuz oben an der Logo-Krone zur Real-Identität. Nun ist es verhandelbar geworden. Foto: Imago

Das Schicksal eines kleinen Kreuzes ergreift die Herzen der Madridistas, zumal jene der Christen, Puristen und Symboliker unter den Fans von Real Madrid. Seit 1920, als König Alfonso XIII. dem Verein, der davor Madrid Football Club hiess, Titel und Insignien verlieh, prangt dieses Kreuz im Wappen oben an der Krone – als Tupfer. Und obschon es die Spieler über die Jahrzehnte nur selten mit besonderer Nächstenliebe auf dem Rasen erfüllte, so gehörte es doch ­immer unverhandelbar zur Geschichte. Nun schwebt es in grosser Gefahr, wie die Asociación por los valores del Madridismo mahnt, die Vereinigung zur Verteidigung der Werte des Madridismus. Eine katholische Gruppe mobilisiert in den sozialen Netzwerken mit #LaCruzDelEscudoNoSeToca – etwa: Hände weg vom Kreuz im Wappen. Es ist nämlich verhandelbar geworden, das kleine Kreuz. Es lässt sich in Ölmillionen aufwiegen und verkaufen. Wie Krämerware.

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