Köniz ohne Präsident – aber mit vielen Punkten

Köniz und Münsingen haben sich im Berner Derby 1:1 getrennt.

<b>Köniz’ Samir Naili (r.)</b> enteilt Münsingens Matthias Collard.

Köniz’ Samir Naili (r.) enteilt Münsingens Matthias Collard.

(Bild: Andreas Blatter)

Marco Spycher

Eigentlich ging es im Berner Derby der Promotion League um nichts mehr. Drei Runden vor Schluss stand bereits fest, dass Münsingen den Ligaerhalt realisiert hat – und Köniz einen Platz im Mittelfeld belegen wird.

Und trotzdem war die Erleichterung aufseiten des FCK riesig, als Ivan Harambasic in der 90. Minute per Kopf den Ausgleich erzielte. Er sorgte mit dem 1:1 für den Schlusspunkt der Partie. «Das Unentschieden fühlt sich wie eine Niederlage an», meint FCM-Verteidiger Patrick Strahm enttäuscht. «Der Punkt ist das einzig Positive», analysiert derweil FCK-Trainer Silvan Rudolf.

Die Startphase gehörte klar Münsingen. Die Mannschaft von Kulttrainer Kurt Feuz wirkte frischer und entschlossener als das Heimteam. Nach gut einer halben Stunde war es Captain Patric Gasser, der den FCM mit einem Kopfball in Führung brachte.

Mit seinem elften Saisontreffer führt er die Skorerliste der Berner Teams in der Promotion League an. Der FCM hätte gut und gerne noch zwei oder drei Treffer mehr erzielen können. Wäre da nur nicht Christian Leite im Tor der Könizer gewesen. Mehrmals rettete er mirakulös. So resultierte am Ende ein glücklicher Punktgewinn für die Könizer.

Robellaz tritt zurück

Wie das Team von Köniz kurz vor Schluss sorgte auch dessen Führungsetage vergangene Woche für Aufregung. Mathias Robellaz gab sein Amt als Präsident nach einem Monat wieder ab. «Der Rücktritt erfolgte aus gesundheitlichen Gründen», meint Robellaz.

Der 45-Jährige ist Inhaber des KMU Physiotherapie & Training, politisiert für die FDP im Könizer Gemeindeparlament und übernahm im April als Nachfolger von Bernard Pulver das Präsidium des Fussballclubs.

«Die Belastung war einfach zu gross», begründet Robellaz. Deshalb demissionierte er als FC-Präsident wieder und gab gleichzeitig seinen Rücktritt aus der Politik bekannt. «Wir vom Vorstand bedauern das sehr. Dieser Entscheid war wie ein Schlag ins Gesicht», betonen Vizepräsident Pascal Ruprecht und Spiko-Präsident Christoph Michel.

Wie soll es nun beim FC Köniz weitergehen? Die Antwort: vorerst ohne Präsident. «Wir wollen die Situation erst einmal analysieren, bevor wir weiterschauen», sagen die Vorstandsvertreter. Bei der Wahl des neuen Chefs wollen sie sich kein Zeitlimit setzen.

«Uns ist es wichtig, dass der neue Vorsitzende zu unserem Verein passt.» Es sei nicht auszuschliessen, dass der FC Köniz zu Beginn der neuen Saison ohne Präsident dastehe. Das heisse allerdings nicht, dass es beim FCK keine Führungsetage gebe. «Bis wir einen neuen gefunden haben, teilen wir die Aufgaben im Vorstand auf», sagen Ruprecht und Michel.

Zwahlen macht es «Spass»

Wer meint, dass das Hin und Her in der Clubführung einen Einfluss auf die Stimmung im Team habe, täusche sich, versichert Trainer Rudolf. Die Gemütslage sei nämlich sehr gut. Und er ergänzt: «Natürlich ist ein Präsident wichtig für den Verein. Aber auf die Leistung des Teams nimmt er keinen Einfluss.»

Die Resultate geben Rudolf recht. Trotz dem Umbruch in der Winterpause mit elf Abgängen – nicht zuletzt aus finanziellen Gründen – bestreitet Köniz eine ansprechende Rückrunde. Die Vorstädter erkämpften sich in der zweiten Saisonhälfte mit bisher 17 Punkten sogar mehr Zähler als die Kantonsrivalen aus Münsingen (16) und Breitenrain (11).

Das dürfte dem zehntplatzierten FCM aber egal sein, hat er doch letzte Woche mit dem Ligaerhalt das Hauptziel erreicht. «Dieses Team macht mir einfach Spass», meint Präsident Andreas Zwahlen. Verteidiger Strahm findet trotzdem ein Haar in der Suppe. «Mit drei Punkten wären wir nun auf einem einstelligen Rang.» So haben beide Vereine ihre Sorgen.

Berner Zeitung

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