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Langsamstarter als Wiederholungstäter

YB blickt auf ein unbefriedigendes erstes Saisonviertel zurück. Dabei starten die Berner seit Jahren verhalten.

Yuya Kubo verärgerte in Sitten mit seinem Eigensinn die Mitspieler.
Yuya Kubo verärgerte in Sitten mit seinem Eigensinn die Mitspieler.
Keystone

Das Erstaunlichste aus YB-Sicht nach dem ersten Saisonviertel der Super League ist, dass die Young Boys nach – gemessen an den eigenen Ansprüchen – ungenügenden ersten neun Spieltagen auf Rang 2 stehen. 13 Punkte hinter Basel und bloss drei Punkte vor dem Siebten Sion. «Wir können nicht zufrieden sein», sagt Adi Hütter, «schmerzhaft war vor allem die 1:2-Niederlage zu Hause gegen Lugano.» Und zuletzt, rechnet der YB-Trainer vor, hätten es in Vaduz und Sitten gut auch vier Zähler mehr sein können. «Und dann wäre unsere Ausgangslage ganz okay.»

Defensiv gesteigert

Nur zwei 0:0 gab es in 45 Super-League-Partien, beide Male waren in den letzten Tagen die Young Boys beteiligt. «Es ist gut, haben wir uns nach den vielen Gegentoren zuvor defensiv gesteigert», sagt Hütter, «das zeigt, dass wir Fortschritte gemacht haben.» Und Chancen wären ja genügend dazu vorhanden gewesen, bei den zwei Nullnummern zu reüssieren. Hütter schüttelt auch am Montag noch den Kopf, wenn er an die zwei «tausendprozentigen Torchancen» von Michael Frey und Yuya Kubo denkt, wie der Österreicher fussballsprachlich sagt. Er habe Kubo gefragt, ob er den mitgelaufenen Frey gesehen habe, und der Japaner habe bejaht, was die Sache für ihn nicht besser macht. «Da müssen wir den Sack zumachen», sagt Hütter, «Sion war nach dem extremen Pressing müde geworden.»

So aber bleibt YB im Mittelmass stecken. «Ein Punkt in Sitten ist grundsätzlich gut», sagt Hütter, «und das Unentschieden war ja auch gerecht.» Der Coach rechnet damit, dass die Young Boys nach der Länderspielpause Mitte Oktober bereit sein werden, bessere Resultate zu erzielen. Spätestens dann werden Linksverteidiger Loris Benito, Mittelfeldmotor Sékou Sanogo und vor allem Torjäger Guillaume Hoarau wieder einsatzbereit sein.

Mit Hoarau mehr Punkte

Es ist kaum übertrieben, zu behaupten, dass YB mit Hoarau die Spiele in Vaduz und Sitten gewonnen hätte. Der Torjäger hatte in der Rückrunde in ähnlichen Partien oft den Unterschied ausgemacht. «Wir alle wissen, wie stark Hoarau im Abschluss ist», sagt Hütter, «und wir sind sehr froh, kann er bald wieder spielen.»

Vorerst aber blicken die Young Boys auf eine unbefriedigende Zwischenbilanz. Und sie sind Wiederholungstäter. In den sieben Basler Meisterjahren starteten sie mit Ausnahme der ersten Saison stets schwach und erreichten im ersten Viertel siebenmal in Serie (!) nur zwischen 12 und 16 Punkten (siehe Kasten). Und einzig vor sieben Jahren vermochte YB nach einem Traumstart mit dem FCB mitzuhalten, verspielte aber einen 13-Punkte-Vorsprung – und verlor am Ende auch die Finalissima gegen Basel in Bern. Diesmal liegt YB 13 Punkte zurück. An ein Comeback im Titelrennen aber glaubt niemand. Zu stark tritt der FC Basel auf.

Heute fliegen die Young Boys nach Kasachstan, wo sie am Donnerstag in der Europa League auf Astana treffen. Es ist ein sehr beschwerlicher Trip, bei dem Alain Rochat nach strengen Wochen nicht dabei sein wird. Er bleibt zur Erholung in der Schweiz, in Astana wird wohl Nicolas Bürgy an der Seite von Steve von Bergen im ­Abwehrzentrum auflaufen. Die Young Boys fliegen direkt nach dem Spiel am Donnerstagabend zurück, am Sonntag treffen sie zu Hause auf St. Gallen. Als Zweiter. So weit oben waren sie seit 2009 nach neun Runden nie klassiert. Obwohl sie nie einen so hohen Rückstand auf Basel hatten.

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