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Marco Wölfli: «Druck ist immer ein gutes Zeichen»

YB-Captain Marco Wölfli spricht über den mittelmässigen Start und die nächsten Spiele, Emiliano Dudar und seine Aufgaben.

Wie ist die Stimmung bei YB? Marco Wölfli: Gut. Für uns war wichtig, dass wir in Spiez im Cup diskussionslos 7:0 gewannen. Natürlich war das von uns erwartet worden, aber manchmal sind solche Spiele heikel. Und wir wissen, dass wir nun vor sehr wichtigen Partien stehen.

Spüren Sie den Siegesdruck stärker als sonst? (lacht) Ich bin jetzt einige Jahre bei YB, hier ist stets Druck. Und ich finde, Druck ist immer ein gutes Zeichen, denn dann weiss man, dass etwas verlangt wird. YB ist ein Spitzenklub, unser Team ist sehr gut, also müssen auch die Ergebnisse stimmen.

Aus den zwei Spielen am Mittwoch in St.Gallen und am Sonntag gegen Thun werden von YB sechs Punkte erwartet... ... ja, wir wollen mit zwei Siegen endlich anfangen, Punkte zu sammeln und in der Tabelle aufzuholen. Unser Saisonstart in der Liga war mittelmässig, darauf müssen wir reagieren.

Warum spielt YB so unkonstant? Teilweise sind die Leistungen ausgezeichnet, dann schwach. Da spielen verschiedene Aspekte eine Rolle. Man darf nicht vergessen, dass wir viele junge und auch neue Spieler haben, da gibt es manchmal ein Auf und Ab. Das ist normal, und mit der Zusatzbelastung durch den Europacup müssen wir einen Rhythmus finden. Die Eindrücke aus Spielen in Istanbul oder London sind für jüngere, unerfahrene Fussballer schwieriger zu verarbeiten als für routinierte.

Warum waren Sie nach der 0:3-Niederlage in Stuttgart am letzten Donnerstag so sauer? Ich war enttäuscht, weil wir eine Chance vergaben. Wir haben es Stuttgart zu leicht gemacht, das hat mich genervt. Und so direkt nach einer Partie ist es halt manchmal schwierig, da ist man noch aufgewühlt. Aber ich finde, man schätzt unsere Leistungen in dieser Saison zu tief ein.

Wie meinen Sie das? In den letzten Jahren sind wir immer schon im Sommer aus dem Europacup geflogen. Jetzt haben wir endlich eine Gruppenphase erreicht, und dabei haben wir nicht ein unbekanntes Team geschlagen. Wir setzten uns gegen Fenerbahçe durch, wir forderten Tottenham in Bern stark, und nur weil wir die Champions League verpasst haben, darf man unseren Erfolg im Europacup nicht kleinreden. Wir haben ein Saisonziel erreicht.

Ein anderes Saisonziel von YB ist der Schweizer Meistertitel. Es wäre falsch, im Moment davon zu reden. Wir müssen jetzt Spiel für Spiel nehmen, so banal das klingt. Und wenn wir eine Siegesserie starten, was unser Ziel ist, dann sieht die Tabelle in drei, vier Wochen auch schon wesentlich besser aus.

Stören Sie die regelmässigen personellen Wechsel bei YB in der Aufstellung nicht? Wir haben ein breites Kader und viele Spiele, da ist es völlig normal, dass es Änderungen gibt. Zudem haben uns einige Ausfälle und Sperren getroffen.

Wie sehr belastet der Unfall von Emiliano Dudar das Team? Dudar ist ein Führungsspieler, er ist erfahren und auf und neben dem Platz sehr, sehr wichtig für uns. Aber entscheidend ist, dass er nun alle Zeit bekommt, um gesund zu werden, damit er wieder spielen kann.

Haben Sie Kontakt zu Dudar? Nein, noch nicht direkt, aber das Team hat sich mit einer persönlichen Nachricht, die persönlich bleiben soll, bei ihm gemeldet.

Und was machen Sie als Captain in dieser heiklen Situation? Gibts am Mittwoch in St.Gallen eine Kabinenansprache von Ihnen? Nein, das ist nicht nötig. Wir reden täglich untereinander, und wenn ich merke, dass einer Probleme mit der Ausgangslage hat, dann suche ich das Gespräch. Uns ist klar, dass nur gute Resultate helfen, in Ruhe zu arbeiten.

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