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Millionenspiele für die Young Boys

YB trifft am Donnerstag im Playoff-Hinspiel zur Europa League auf Karabach Agdam. Es geht für den kriselnden Berner Klub um enorm viel – sportlich, aber auch finanziell.

Torjubel gegen Napoli: In der Europa League warten auf die Young Boys attraktive Gegner, die für ein gut gefülltes Stade de Suisse sorgen. Im letzten Herbst gewann YB gegen Napoli 2:0.
Torjubel gegen Napoli: In der Europa League warten auf die Young Boys attraktive Gegner, die für ein gut gefülltes Stade de Suisse sorgen. Im letzten Herbst gewann YB gegen Napoli 2:0.
Keystone

Inmitten allergrösster Turbulenzen steuern die Young Boys auf die zwei wichtigsten Partien der Saison zu. Am Donnerstag empfangen sie im Playoff-Hinspiel zur Europa League den aserbaidschanischen Meister Karabach Agdam, eine Woche später folgt auswärts das Rückspiel. Karabach ist als fünfmaliger Meister und Cupsieger eine Fussballmacht in Aserbeidschan – und erreichte letzte Saison wie YB die Europa League (6 Punkte gegen Inter Mailand, St. Etienne und Dnjepr Dnejpropetrowsk). «Das wird keine einfache Aufgabe», sagt YB-Sportchef Fredy Bickel. «Karabach ist ein international erfahrenes Team, das wenig Gegentore erhält.»

Uefa zahlt 64 Prozent mehr

Für YB geht es in den Partien gegen Karabach um das erste Saisonziel, das Erreichen einer europäischen Gruppenphase. Einerseits. Denn andererseits geht es darum, den wirtschaftlichen Schaden in dieser Saison im Rahmen zu halten. Und bei einem Weiterkommen dürften die Young Boys am Ende wie letzte Saison mindestens 5 Millionen Franken einnehmen, vermutlich werden es mehr sein – je nach Attraktivität der Gegner. «Es wäre für uns sehr wichtig, die Playoffs zu überstehen», sagt Hanspeter Kienberger, YB-Verwaltungsratspräsident. Und Bickel meint: «Wir wissen, was gegen Karabach auf dem Spiel steht.»

Die Europa League steht ja krass im Schatten der grossen, glänzenden, grossartigen Champions League – wurde zuletzt aber deutlich aufgewertet. Der Europäische Fussballverband (Uefa) schüttet in der Champions League und Europa League ab dieser Saison während drei Jahren bis 2018 je rund 1,76 Milliarden Franken aus. Dabei gehen etwa 1,35 Milliarden an die Teams der Königsklasse, was einer Steigerung von 25 Prozent entspricht. Sogar 64 Prozent höhere Start- und Siegprämien dürfen die Teilnehmer der Europa League verbuchen: 410 Millionen statt bislang 262 Millionen.

FC Basel deutlich weiter

Ein paar weitere Kennzahlen verdeutlichen die Steigerung der Preisgelder, die vor allem dank des beliebten Zugpferds Champions League und dessen gewaltigen Werbe- und TV-Einnahmen möglich wurden. Im Sternenwettbewerb erhält der Sieger ab 2016 allein für seinen Finaltriumph 16,2 Millionen Franken statt wie bisher 11 Millionen. Und das Startgeld wurde von etwa 9,5 Millionen auf knapp 13 Millionen erhöht. In der Europa League erhält jeder Teilnehmer neu 2,6 statt 1,4 Millionen garantiert. Hinzu kommen Punkteprämien – und für die Vereine die individuellen Erlöse aus den Heimspielen. Der Sieger im zweitklassigen Europacup erhält übrigens neu rund 7,5 Millionen Franken statt knapp 6 Millionen.

So weit denken die Young Boys nicht. Und im Vergleich zum FC Basel geraten sie nicht nur sportlich, sondern auch ökonomisch immer stärker ins Hintertreffen. «Die Basler konnten zuletzt natürlich mit ganz anderen Einnahmen aus der Champions League planen», sagt Kienberger.

Bald YB-Spielerverkäufe

YB wäre schon mal froh, in diesem Sommer zum bereits vierten Mal seit 2010 die Europa League zu erreichen. Zudem muss Fredy Bickel fürs Geschäftsjahr 2015 nach Vorgabe der YB-Besitzer eine ausgeglichene Transferrechnung präsentieren. Nach den Ausgaben von mehr als sechs Millionen Franken für Miralem Sulejmani und Loris Benito (beide von Benfica Lissabon) also ist mit Verkäufen in den nächsten Monaten zu rechnen.

Möglicherweise wird ein Transfer für nächsten Sommer bereits im Dezember fixiert, damit er dem aktuellen Budget zugerechnet werden kann. Kandidaten, um bald ins Ausland zu gehen, sind Goalie Yvon Mvogo sowie Milan Vilotic, Sékou Sanogo, Renato Steffen und vielleicht Florent Hadergjonaj, Jan Lecjaks und Yuya Kubo. Gute Auftritte im Europacup würden helfen, den Marktwert der YB-Spieler zu steigern. Zumal die Auftritte gegen Karabach nur vorläufig die wichtigsten Partien der Saison sein sollen.

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