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Mit «Herz, Leidenschaft und Glück» gelingt der Befreiungsschlag

Im ersten Spiel nach dem Abgang von Trainer Bernard Challandes zeigte sich Thun wie verwandelt und schlug Basel 3:2. Anatole Ngamukol erzielte das Siegestor in der 88.Minute. Die Erleichterung bei den Thunern war schier grenzenlos.

Riesige Freude: ?Torschütze Anatole Ngamukol (Mitte) setzt nach dem Siegestreffer gegen ??Basel in der 88. Minute zum Sturmlauf an. Luca Zuffi (links), Thomas Reinmann (2.von rechts) und David Frey (rechts) teilen die grosse ?Freude.
Riesige Freude: ?Torschütze Anatole Ngamukol (Mitte) setzt nach dem Siegestreffer gegen ??Basel in der 88. Minute zum Sturmlauf an. Luca Zuffi (links), Thomas Reinmann (2.von rechts) und David Frey (rechts) teilen die grosse ?Freude.
Keystone

Seine jubelnden Teamkollegen im Schlepptau rannte Thun-Stürmer Anatole Ngamukol zur Ersatzbank. Dort umarmten sich alle – die Spieler, das Interimstrainerteam um Mauro Lustrinelli, Sportchef Andres Gerber und Präsident Markus Lüthi. Oben auf der Tribüne der Arena jubelten die Anhänger und schrien sich die Freude aus dem Leib. Es lief die 88.Minute im Spiel gegen Basel, soeben hatte Ngamukol das 3:2 für die Thuner erzielt; mit einem Prachtschuss in die hohe linke Torecke, nach einer raschen Körpertäuschung. Drei Minuten mussten die Oberländer danach überstehen, drei Minuten, in denen der Gegner anrannte und in denen der Basler David Degen den Ball nach einem Gewühl im Strafraum in der 92.Minute an den Aussenpfosten schoss. Als Schiedsrichter Stephan Studer die Partie wenig später abpfiff, lagen sich die Thuner wieder in den Armen. Nach sechs sieglosen Meisterschaftsspielen und den Wirren um den von der Mannschaft forcierten Abgang von Trainer Bernard Challandes am Dienstag hatten sie die zuletzt so formstarken Basler bezwungen. «Ich hätte nach Spielende beinahe geheult vor Glück. So stark waren die Emotionen nach dieser schwierigen Zeit», sagte Sportchef Andres Gerber.

Ngamukol überrascht Sommer

Zum ersten Mal wurde das Team gestern von Interimscoach Mauro Lustrinelli betreut. Der Tessiner beriet sich während der gesamten Spielzeit immer wieder mit den Assistenten Pi Zürcher und Marc Schneider. Als wollte er den Mannschaftsgeist vorleben, den er vor dem Anpfiff von seinen Spielern gefordert hatte. Und er wurde nicht enttäuscht. «Mit Herz, Leidenschaft und etwas Glück konnten wir dieses Spiel gewinnen», sagte Lustrinelli. Die Equipe, deren Misstrauensvotum die Zeit von Challandes nach rund eineinhalb Jahren beendet hatte, zeigte sich im Vergleich zu den Auftritten zuvor wie verwandelt. Voller Engagement stiegen Matic und Ghezal in der Innenverteidigung in Duelle mit den Basel-Stürmern, wie aufgeputscht suchten Muhamed Demiri und Dennis Hediger im Mittelfeld die Zweikämpfe, und wie aufgedreht versuchte Angreifer Ngamukol die Vorlagen der Mitspieler zu ersprinten. Schon in der 5.Minute lief der schnelle Franzose nach einem Zuspiel von Mathieu Salamand Richtung Tor, dann entschloss er sich zum Schuss aus 15 Metern, überraschte damit FCB-Torhüter Yann Sommer und erzielte das frühe 1:0 für die Thuner.

Auf Pass von Demiri stand der 24-Jährige in der 31.Minute erneut alleine vor Sommer, diesmal aber parierte der Nationalgoalie den Schuss. Im Gegenzug glich Fabian Frei die Partie nach einer Vorlage von Marco Streller aus. Auch kurz nach der nächsten Thuner Chance – Sommer lenkte den Schuss von Andreas Wittwer am Tor vorbei – traf Basel. Streller war nach einem Konter und einem Zuspiel des Ägypters Mohamed Salah zum 2:1 erfolgreich (39.). «Doch wir hörten nach der Pause auf, Fussball zu spielen», sagte Basel-Trainer Murat Yakin, der gegen seinen Ex-Klub Thun einmal mehr keinen Erfolg hatte feiern können.

Herrlich von Hediger freigespielt, gelang Wittwer in der 64.Minute der Ausgleich, Ngamukol sorgte kurz vor Ende für den Befreiungsschlag und dafür, dass der Vorsprung auf den Letzten Servette weiter 7 Punkte beträgt. «Der Sieg zeigt, wie gut wir unter der Woche gearbeitet haben», sagte der Matchwinner.

Vor der Einigung mit Fischer

Zum Abschluss der Vorrunde kommt es am Sonntag in Genf zum Duell mit Servette. Voraussichtlich ist die Verpflichtung von Ex-FCZ-Trainer Urs Fischer bis dann Tatsache. Der 46-Jährige weilte gestern in der Arena. Sobald sich Thun mit dem FCZ, wo Fischer trotz der Entlassung im März noch unter Vertrag steht, geeinigt hat, soll er einen Vertrag bis Sommer 2014 unterschreiben.

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