Mobbing-Klage von eigenem Spieler gegen FC St. Gallen

Der frühere U-17-Weltmeister Nassim Ben Khalifa geht gerichtlich gegen seinen Arbeitgeber vor.

Muss vor Gericht: FCSG-Sportchef Alain Sutter.

Muss vor Gericht: FCSG-Sportchef Alain Sutter.

(Bild: Keystone)

Er galt als die grosse Nummer im Schweizer Fussball. Als die U-17 2009 Weltmeister wurde, sahen viele Experten in Nassim Ben Khalifa den besten Spieler. Zehn Jahre später ist der heute 27-Jährige am Tiefpunkt seiner Karriere. Wie «20 Minuten» berichtet, klagt er jetzt sogar offenbar gegen seinen aktuellen Arbeitgeber, den FC St. Gallen.

Die Ostschweizer sind der neunte Club, für den Ben Khalifa auflief. Die Saison 2018/19 hätte diejenige werden sollen, in der er endlich wieder angreifen sollte. Schliesslich lief es dem Stürmer in der Rückrunde der Vorsaison mit vier Toren und drei Assists ganz ordentlich. Doch dann die Ernüchterung: Eine Torvorlage in 805 Spielminuten war offenbar zu wenig – nach dem 0:2 in Thun vom 18. Dezember stellte ihn Trainer Peter Zeidler nicht mehr auf. Noch schlimmer: Ben Khalifa durfte nicht mal mit ins Trainingslager.

Nach der Verpflichtung von Simone Rapp durfte Ben Khalifa nicht mehr mit der ersten Mannschaft trainieren, sowie wurden medizinische Leistungen gekürzt und er durfte die Infrastruktur nur noch eingeschränkt nutzen, wie «20 Minuten» weiter schreibt. Deshalb zieht er seinen Arbeitgeber vor Gericht. Konkret lautet der Vorwurf wohl Mobbing und Persönlichkeitsverletzung. Im Namen von St. Gallen sind Trainer Peter Zeidler und Sportchef Alain Sutter vom Gericht vorgeladen. Ben Khalifas Vertrag läuft noch bis Sommer 2020.

Gut möglich, dass er sich auf den Fall Salatic beruft. Der frühere GC-Captain Vero Salatic wurde aussortiert und in den Nachwuchs verbannt. Gerichtlich erzwang der Mittelfeldspieler, dass er wieder mit dem Super-League-Team trainieren darf. Und auch in Frankreich gibt es einen ähnlichen Fall: Weil sich Adrien Rabiot weigert, seinen Vertrag mit PSG zu verlängern, darf er sich nicht mehr auf dem Trainingsgelände fit halten. Auch er hat sich jetzt entschieden, gegen seinen Arbeitgeber zu klagen.

Im Zentrum steht immer: Der Fussballer will sein Leistungsniveau und den Marktwert halten.

ete

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