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Murat Yakin bei Sion beurlaubt

Die Zeit des 44-Jährigen als Trainer der Walliser ist zu Ende. Die Gründe für die Trennung sind nicht nur sportlicher Natur.

tzi
Murat Yakin ist nicht der erste Super-League-Trainer der in dieser Saison seinen Stuhl räumen musste. (Video: Tamedia)

Christian Constantin tut es wieder: Der Sion-Präsident trennt sich ein weiteres Mal frühzeitig von einem Coach. Erst am 17. September des letzten Jahres hat Yakin den Posten im Wallis übernommen. Ende Januar wurde der Vertrag gar vorzeitig bis 2021 verlängert. Nun ist Schluss. Zumindest bis zum Ende der Saison, die Sittener schreiben in ihrem Communiqué, dass die Situation danach neu beurteilt werde.

Mit dem FC Sion hat Yakin in 28 Spielen nur neun Siege feiern können, der Punkteschnitt beträgt 1,21 Punkte pro Spiel. Das ist der schlechteste Schnitt in Yakins Trainerkarriere. Doch nicht nur die magere sportliche Bilanz des ehemaligen Nationalspielers soll der Grund für die Trennung sein. Bei den Wallisern übernehmen nun Christian Zermatten und der bisherige U-21-Coach Sebastien Bichard, «mit Unterstützung von Christian Constantin», so steht es in der Mitteilung des Clubs.

Alleinherrscher CC ist nicht nur das desolate 0:4 gegen Meister YB sauer aufgestossen. Der Grund soll vielmehr das Verhalten des Trainerteams sein. So sagt Constantin im «Blick»: «Murat Yakin und sein Staff sind vor dem Spiel beim FCZ letzten Sonntag am Vortag nicht im Mannschaftshotel erschienen. Sie haben irgendwo anders übernachtet.» Mit dieser Aktion habe Yakin die Mannschaft «im Stich gelassen». Vor dem Auswärtsspiel in Thun soll es Anfang April schon einmal zu einem solchen Vorfall gekommen sein.

Die Zeit im Wallis ist für Murat Yakin vorerst vorbei: Der FC Sion beurlaubt den 44-Jährigen bis Ende Saison. Präsident Christian Constantin hat ihn aber noch nicht aufgegeben und will ihn formen.
Die Zeit im Wallis ist für Murat Yakin vorerst vorbei: Der FC Sion beurlaubt den 44-Jährigen bis Ende Saison. Präsident Christian Constantin hat ihn aber noch nicht aufgegeben und will ihn formen.
Pascal Muller/freshfocus
Die Grasshoppers präsentieren Yakin Ende August 2017 als Nachfolger von Carlos Bernegger. Der Coach kommt vom Partnerclub Schaffhausen, den er aus der Abstiegszone an die Spitze der Challenge League geführt hat. Er sagt: «Ein Muri gehört in die Super League.» Im Gegenzug wechselt Boris Smiljanic von der GC-U-21 zu Schaffhausen.
Die Grasshoppers präsentieren Yakin Ende August 2017 als Nachfolger von Carlos Bernegger. Der Coach kommt vom Partnerclub Schaffhausen, den er aus der Abstiegszone an die Spitze der Challenge League geführt hat. Er sagt: «Ein Muri gehört in die Super League.» Im Gegenzug wechselt Boris Smiljanic von der GC-U-21 zu Schaffhausen.
Keystone
Die GC-Verantwortlichen decken den Hoffnungsträger mit salbungsvollen Worten ein. Sportchef Mathias Walther (l.) sagt: «Wir bauen voll auf Yakin, auch mittelfristig.» Mit Yakin sind auch die Ambitionen zurück. Walther: «GC ist ein Club, der europäisch spielen muss.»
Die GC-Verantwortlichen decken den Hoffnungsträger mit salbungsvollen Worten ein. Sportchef Mathias Walther (l.) sagt: «Wir bauen voll auf Yakin, auch mittelfristig.» Mit Yakin sind auch die Ambitionen zurück. Walther: «GC ist ein Club, der europäisch spielen muss.»
Keystone
Es herrscht Aufbruchstimmung in Niederhasli, als der Basler die ersten Trainings leitet.
Es herrscht Aufbruchstimmung in Niederhasli, als der Basler die ersten Trainings leitet.
Keystone
Yakin erfüllt, was von ihm erwartet wird: Er macht die Mannschaft besser. Der Erfolg stellt sich schnell ein, GC bleibt in den ersten acht Spielen (6 Super League, 2 Cup) unter ihm ungeschlagen und rückt von Tabellenplatz 9 auf 5 vor. Höhepunkt ist der 4:0-Sieg am 21. Oktober 2017 im Derby gegen den FCZ.
Yakin erfüllt, was von ihm erwartet wird: Er macht die Mannschaft besser. Der Erfolg stellt sich schnell ein, GC bleibt in den ersten acht Spielen (6 Super League, 2 Cup) unter ihm ungeschlagen und rückt von Tabellenplatz 9 auf 5 vor. Höhepunkt ist der 4:0-Sieg am 21. Oktober 2017 im Derby gegen den FCZ.
Keystone
Ende Oktober endet die schöne Serie, Yakin muss in St. Gallen erstmals einem Coach eines Konkurrenten – Giorgio Contini – zum Sieg gratulieren. Weil GC nach dem 1:3 in der Ostschweiz aber gegen Lausanne und Thun gewinnt, klettert es sogar auf Rang 3.
Ende Oktober endet die schöne Serie, Yakin muss in St. Gallen erstmals einem Coach eines Konkurrenten – Giorgio Contini – zum Sieg gratulieren. Weil GC nach dem 1:3 in der Ostschweiz aber gegen Lausanne und Thun gewinnt, klettert es sogar auf Rang 3.
Keystone
In dieser Zeit tut Yakin, was er bei jeder seiner Trainerstationen getan hat: Er legt sich mit einem Schlüsselspieler an. Diesmal trifft es Runar Mar Sigurjonsson (r.). Yakin kritisiert den Isländer öffentlich, sagt über ihn: «Er ist mehr Einzelspieler als Teamplayer.» Der Nordländer kommt bis zum Ende der Hinrunde nur noch sieben Minuten zum Einsatz und flüchtet zu St. Gallen.
In dieser Zeit tut Yakin, was er bei jeder seiner Trainerstationen getan hat: Er legt sich mit einem Schlüsselspieler an. Diesmal trifft es Runar Mar Sigurjonsson (r.). Yakin kritisiert den Isländer öffentlich, sagt über ihn: «Er ist mehr Einzelspieler als Teamplayer.» Der Nordländer kommt bis zum Ende der Hinrunde nur noch sieben Minuten zum Einsatz und flüchtet zu St. Gallen.
Keystone
Im Winter krempelt Yakin die von Sportchef Walther zusammengestellte Mannschaft im grossen Stil um. Sieben Spieler müssen gehen, sieben kommen, darunter Bujar Lika (Bild) vom Partnerclub Schaffhausen.
Im Winter krempelt Yakin die von Sportchef Walther zusammengestellte Mannschaft im grossen Stil um. Sieben Spieler müssen gehen, sieben kommen, darunter Bujar Lika (Bild) vom Partnerclub Schaffhausen.
Keystone
Der Verdacht liegt nahe, dass Yakins Ziehvater Erich Vogel beim personellen Umbau seine Finger im Spiel hat.
Der Verdacht liegt nahe, dass Yakins Ziehvater Erich Vogel beim personellen Umbau seine Finger im Spiel hat.
Keystone
Der ewige GC-Einflüsterer fädelt die Transfers zusammen mit Yakin und GC-Vizepräsident Roland Klein ein, der seine Kompetenzen überschreitet, indem er ins Tagesgeschäft eingreift. Sportchef Walther spielt kaum mehr eine Rolle.
Der ewige GC-Einflüsterer fädelt die Transfers zusammen mit Yakin und GC-Vizepräsident Roland Klein ein, der seine Kompetenzen überschreitet, indem er ins Tagesgeschäft eingreift. Sportchef Walther spielt kaum mehr eine Rolle.
Keystone
Zum Ende der Winterpause degradiert Yakin den nächsten Führungsspieler. Er setzt Abwehrchef Milan Vilotic als Captain ab.
Zum Ende der Winterpause degradiert Yakin den nächsten Führungsspieler. Er setzt Abwehrchef Milan Vilotic als Captain ab.
Keystone
Im März 2018 geht es Schlag auf Schlag in Niederhasli.Sportlich ist GC weiter im Sinkflug. Nach dem 0:0 am 3. März gegen Lausanne sagt Yakin: «Ich kann ja nicht mich und Hakan aufstellen. Und dazu noch den gesamten Staff.» Es ist nicht gerade ein Vertrauensbeweis an seine Spieler. Im selben Match beleidigen Yakin und sein Bruder-Assistent den Schiedsrichter, wofür sie gesperrt werden.
Im März 2018 geht es Schlag auf Schlag in Niederhasli.Sportlich ist GC weiter im Sinkflug. Nach dem 0:0 am 3. März gegen Lausanne sagt Yakin: «Ich kann ja nicht mich und Hakan aufstellen. Und dazu noch den gesamten Staff.» Es ist nicht gerade ein Vertrauensbeweis an seine Spieler. Im selben Match beleidigen Yakin und sein Bruder-Assistent den Schiedsrichter, wofür sie gesperrt werden.
Keystone
Im Bestreben, den internen Strömungen entgegenzuwirken, suspendiert GC am 9. März 2018 Vizepräsident Klein. Präsident Stephan Anliker (Bild) spricht von einer «Schattenorganisation», die sich gebildet habe.
Im Bestreben, den internen Strömungen entgegenzuwirken, suspendiert GC am 9. März 2018 Vizepräsident Klein. Präsident Stephan Anliker (Bild) spricht von einer «Schattenorganisation», die sich gebildet habe.
Keystone
Acht Tage später verliert GC 1:2 in St. Gallen. Der Matchwinner für die Ostschweizer heisst Runar Sigurjonsson (u.), der das erste Tor schiesst und das zweite vorbereitet. Nach dem Sieg gegen seinen ehemaligen Verein sagt er im «St. Galler Tagblatt»: «Yakin spielt ein Kindergartenspiel. Seit er im Club ist, geschieht Seltsames. Das wiederum beeinflusst die Spieler, weil sie über die negativen Dinge reden, die ständig passieren.»
Acht Tage später verliert GC 1:2 in St. Gallen. Der Matchwinner für die Ostschweizer heisst Runar Sigurjonsson (u.), der das erste Tor schiesst und das zweite vorbereitet. Nach dem Sieg gegen seinen ehemaligen Verein sagt er im «St. Galler Tagblatt»: «Yakin spielt ein Kindergartenspiel. Seit er im Club ist, geschieht Seltsames. Das wiederum beeinflusst die Spieler, weil sie über die negativen Dinge reden, die ständig passieren.»
Keystone
Ende März 2018 verkündet der enttäuschte Schaffhausen-Präsident Aniello Fontana (r.) das Ende der Zusammenarbeit mit GC. Den Grund erläutert er in den «Schaffhauser Nachrichten»: «Auch wenn mit dem Abgang von Murat Yakin klar abgemacht war, dass keine Spieler des FCS abgezogen werden, hielt sich unser Vertragspartner nicht daran.» Er spricht von Jean-Pierre Rhyner und Bujar Lika, die im Winter zu GC wechselten.
Ende März 2018 verkündet der enttäuschte Schaffhausen-Präsident Aniello Fontana (r.) das Ende der Zusammenarbeit mit GC. Den Grund erläutert er in den «Schaffhauser Nachrichten»: «Auch wenn mit dem Abgang von Murat Yakin klar abgemacht war, dass keine Spieler des FCS abgezogen werden, hielt sich unser Vertragspartner nicht daran.» Er spricht von Jean-Pierre Rhyner und Bujar Lika, die im Winter zu GC wechselten.
Keystone
Zwei Tage später publiziert der «Blick» Auszüge aus dem internen Team-Chat. Dort schiesst Vilotic scharf gegen den Trainer, wirft ihm auf Englisch «schamlose Spielchen» vor. Yakin fällt dazu vor dem Match gegen Thun folgender Satz ein: «Meine Spieler können das ausblenden. Die eine Hälfte kann nicht lesen. Die andere Hälfte versteht es nicht einmal.» GC verliert im Letzigrund 0:2.
Zwei Tage später publiziert der «Blick» Auszüge aus dem internen Team-Chat. Dort schiesst Vilotic scharf gegen den Trainer, wirft ihm auf Englisch «schamlose Spielchen» vor. Yakin fällt dazu vor dem Match gegen Thun folgender Satz ein: «Meine Spieler können das ausblenden. Die eine Hälfte kann nicht lesen. Die andere Hälfte versteht es nicht einmal.» GC verliert im Letzigrund 0:2.
Keystone
Es scheint bereits klar, dass Yakin keine Zukunft mehr hat bei GC. Und auch sonst brodelt es weiter. Der «Blick» veröffentlicht am 4. April eine Lohnliste mit der Schlagzeile: «Lohn-Wahnsinn bei GC». Die Zahlen, die dort zu finden sind, verweist CEO Manuel Huber ins Reich der Fabeln.
Es scheint bereits klar, dass Yakin keine Zukunft mehr hat bei GC. Und auch sonst brodelt es weiter. Der «Blick» veröffentlicht am 4. April eine Lohnliste mit der Schlagzeile: «Lohn-Wahnsinn bei GC». Die Zahlen, die dort zu finden sind, verweist CEO Manuel Huber ins Reich der Fabeln.
Keystone
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