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Nach Negativrekord kocht auf Schalke die Hütte

Schalke 04 steuert scheinbar unaufhaltsam auf den schlechtesten Saisonstart der Bundesliga-Historie hin.

Der Schweizer Nationalstürmer Embolo versuchte alles, konnte aber zu wenig Akzente setzen, genauso wie seine Mitspieler.
Der Schweizer Nationalstürmer Embolo versuchte alles, konnte aber zu wenig Akzente setzen, genauso wie seine Mitspieler.
Silas Stein, Keystone
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«Negativrekord eingestellt: Schalke kassiert fünfte Pleite» – diese Schlagzeile liest kein Schalker Fan gern. Die Situation sieht aktuell alles andere als rosig aus für den deutschen Vizemeister der vergangenen Saison: 5 Spiele, 5 Niederlagen, Tabellenletzter in der Bundesliga, einziges Team ohne Punkte.

Trainer-Coach Domenico Tedesco steht immer heftiger unter Beschuss. Das erst 33-jährige Trainertalent scheint an seine Grenzen zu stossen. Einige deutsche Medien meinen sogar, ihm sei das Gefühl für die richtige Aufstellung und Taktik vorerst entglitten. Man kann dem zweitjüngsten Trainer der aktuellen Bundesligasaison (hinter Hoffenheims Julian Nagelsmann, 31) nicht vorwerfen, er hätte vor dem Spiel in Freiburg, das 0:1 verloren ging, nicht alles getan, um das vielzitierte Ruder nach zuvor vier Pleiten herumzureissen.

Auf sechs Positionen änderte Tedesco seine Startelf, Abwehrchef Naldo und Neuzugang Sebastian Rudy (kam von den Bayern) sassen unter anderem auf der Bank. Genützt hat es nichts, die Spieler schienen unsicher, ideen- und ratlos. Der Schweizer Nationalstürmer Breel Embolo kam zwar über 81 Minuten zum Einsatz, wirkte teilweise aber lustlos und konnte zu wenig Akzente setzen.

Der Trainer war nicht unzufrieden

«Es ist enttäuschend. Die Fans und wir auf dem Platz geben alles. Es ist zurzeit total verhext», sagte Schalkes Goalie Ralf Fährmann, der mit einem Abpraller vor die Füsse von Siegestorschütze Florian Niederlechner an der Niederlage nicht ganz unschuldig war. Der Trainer war mit der Leistung seiner Mannschaft nicht unzufrieden: «Wir hatten zahlreiche Grosschancen, wir haben das aus meiner Sicht gut gemacht. Alle, die neu in die Mannschaft gekommen sind, haben gezeigt, dass sie frisch sind.» Und: «Wir müssen so weitermachen – aber natürlich nicht vom Ergebnis her.» Für Tedesco war das Spiel in Freiburg bisher die beste Leistung seiner Mannschaft in dieser Saison.

Als nächster Gegner reist am Samstag Mainz in die Veltins-Arena nach Gelsenkirchen. Sollte der Revierclub erneut verlieren, wäre es ein neuer Vereinsminusrekord und zusammen mit Fortuna Düsseldorf in der Saison 1991/92 der schlechteste bisherige Bundesligastart. Sollte Schalke gegen Mainz und eine Woche später in ebendiesem Düsseldorf bei der Fortuna nicht punkten, wären die Gelsenkirchener alleiniger Rekordhalter.

«Die Jungs schaffen das»

Für die Schalker ist die Gefühlslage, sich so tief im Keller zu befinden, nicht neu. Vor zwei Jahren starteten sie ebenfalls mit dieser 0:5-Bilanz, damals unter Trainer Markus Weinzierl. Genauer gesagt, war der Saisonbeginn 2016/17 mit der Tordifferenz 2:10 noch um ein Tor schwächer als heuer; Schalke 04 schaffte in der sechsten Partie aber den Turnaround, mit einem 4:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Tedesco ist überzeugt, dass sein Team auch aktuell bald aus dem Tief finden wird: «Ja, hundertprozentig. Die Jungs schaffen das. Alleine schafft das keiner.»

Am Ende der Saison 2016/17 fand sich Schalke auf dem 10. Tabellenplatz wieder. Es ist wohl auch diesem Umstand geschuldet, dass aktuell nur die wenigsten im Ruhrgebiet das Wort «Abstiegskampf» in den Mund nehmen. Den hohen Ansprüchen der Gelsenkirchener reichte der 10. Platz aber bei weitem nicht, Trainer Weinzierl musste im Sommer 2017 Tedesco weichen. Dieser muss nun beweisen, dass auch er sein Team aus dem Keller führen kann.

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