«Neymar ist viel weiter, als wir uns erhofft haben»

Was für ein Comeback: Brasilien wackelt gegen Kroatien – und dann kommt Neymar. Trainer und Medien sind begeistert.

Neymars Traumtor bei seiner Rückkehr auf den Fussballplatz. Video: Tamedia/SRF

Bei Brasiliens Test gegen Kroatien ging es im Land des fünffachen Weltmeisters eigentlich nur um eine, zugegeben ziemlich zentrale Frage: Wie geht es Neymar nach seiner verletzungsbedingten Pause von drei Monaten? Nun, er brauchte nach seiner Einwechslung zu Beginn der zweiten Halbzeit gerade mal 24 Minuten, um auch den letzten Skeptiker zu überzeugen.

Nach einem Pass von Coutinho drang er in den Strafraum, dribbelte sich elegant an zwei kroatischen Verteidigern vorbei und schoss den Ball via Lattenunterkante ins Tor. Ein Treffer, der medial für ein grosses Echo sorgte.

In Spanien stellte die Sportzeitung «Marca» fest: «Neymar verbreitet bei seiner Rückkehr Angst.» Leicht euphorisiert stellte die brasilianische «O Globo» fest, dass der 26-Jährige den Verlauf des Spiels völlig veränderte. In der ersten Halbzeit fanden die Brasilianer kaum ein Mittel, um gegen aufsässige Kroaten den Ball gepflegt durch die eigenen Reihen laufen zu lassen. Insbesondere das Mittelfeld um Paulinho, Casemiro und Fernandinho schien leicht überfordert, wenn es darum ging, den Ballbesitz zu sichern. «Mit Neymars Einwechslung verschob sich das Geschehen in Kroatiens Platzhälfte», stellte das Sportblatt «Lance!» fest.


Video: Brasilien-Legende spricht über Neymar und die Schweiz

Das sagt Roberto Carlos zur Verletzung des Superstars – und zum ersten WM-Gegner. Video: Fabian Sanginés und Marcel Rohner.


Sogar der sonst eher zurückhaltende, nüchterne Nationaltrainer Tite fand ungewohnt begeisternde Worte für seinen Superstar: «Neymar ist schon viel weiter, als wir uns erhofft haben.» Bei solchen Verletzungen und langen Absenzen sei normalerweise Geduld gefragt. Wichtig im Prozess war auch Neymars Reife, hob Tite hervor: «Er war es, der mich gebeten hat, ihn erst in der zweiten Halbzeit einzusetzen.»

Um dennoch ein bisschen auf die Euphoriebremse zu treten, wollte der Coach noch nicht bestätigen, ob Neymar am Sonntag gegen Österreich beim letzten Test vor dem Startspiel gegen die Schweiz (17. Juni) von Beginn an spielen wird: «Ich will jetzt abwarten und seine Entwicklung im Training beobachten.»

Der Dank an den Arzt: Neymar weiss, wen er umarmen muss. Bild: AP/Dave Thompson

Und Neymar selber? Der sagte nach Spielschluss, dass er erst bei 80 Prozent seines Leistungsvermögens ist. Auch das dürfte das Schweizer Lager alles andere als beruhigen.

fas

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