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Parma lebt!

Der Serie-A-Klub AC Parma musste 2015 Insolvenz anmelden und wurde in die viertklassige Lega Pro verbannt. Diese Woche ist er unter dem neuen Namen Parma Calcio 1913 in die Serie B aufgestiegen.

Ein Bild aus Serie-A-Tagen von Parma: Alessandro Lucarelli (rechts) im Zweikampf mit Zlatan Ibrahimovic (damals AC Milan).
Ein Bild aus Serie-A-Tagen von Parma: Alessandro Lucarelli (rechts) im Zweikampf mit Zlatan Ibrahimovic (damals AC Milan).
Keystone

Es gab Zeiten, da zählte Parma zu den besten Mannschaften Europas. 1999 gewannen die Italiener gegen Olympique Marseille den Uefa-Cup zum zweiten Mal nach 1995, mit Spielern wie Gianluigi Buffon, Lilian Thuram, Fabio Cannavaro, Juan Sebastián Veron und Hernan Crespo.

Finanziert wurde der Klub vom italienischen Konzern Parmalat. Mit dem Einstieg des Lebensmittelherstellers war es aufwärts­gegangen, gemeinsam ging es steil bergab. Bis zum Absturz.

Calisto Tanzi hatte Parmalat 1961 gegründet. Aus einer kleinen Molkerei entstand über die Zeit ein Weltkonzern, aus dem Jungunternehmer wurde ein Selfmade-Milliardär. 1987 wollte Tanzi einen TV-Sender von Silvio Berlusconi erwerben, um dem frivolen Treiben im Fernsehen etwas Anständiges entgegen­zusetzen.«Mich interessiert das Gute», sagte er damals.

«Dallas verdirbt», meinte Tanzi zur legendären Fernsehserie, die sich auch in Italien grosser Beliebtheit erfreute. «Die Leute werden reich, indem sie ihren Nächsten betrügen.» 16 Jahre später wurde Tanzi festgenommen, Milliarden von Euros waren im Konzern spurlos verschwunden.

Tanzi, der Möchtegern-Saubermann, hatte im grossen Stil betrogen. Parmalat ging bankrott. Bei der AC Parma waren die Hochzeiten vorbei. Nach durchzogenen Jahren musste der Klub 2015 Insolvenz anmelden, die Schulden beliefen sich auf 218 Millionen Euro.

Teilweise konnte Parma nicht einmal mehr das Geld für die Austragung der Heimspiele aufbringen. Es folgte ein Neustart in der viertklassigen Lega Pro unter dem Namen Parma Calcio 1913. Ein einziger Spieler blieb: Verteidiger Alessandro Lucarelli.

Während Calisto Tanzi eine langjährige Haftstrafe in einem Gefängnis bei Parma verbüsst, ist Lucarelli zum Symbol der Widerauferstehung des Klubs geworden. Mit ihm als Captain stieg Parma diese Woche zum zweiten Mal in Folge auf, der Traditionsverein spielt künftig in der Serie B.

Ob er weitermache, wurde ­Lucarelli, der im Juli 40-jährig wird, im Zuge der Feierlichkeiten gefragt. Er wiegelte ab, es wäre nicht klug, aus den Emotionen heraus zu entscheiden, meinte er. Aber eigentlich kann Alessandro Lucarelli jetzt nicht aufhören.

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