Pech im Spiel, Glück bei der Auslosung?

Fussball

Heute erfährt YB seine Gegner in der Europa League. Es hat ein paar interessante, aber auch viele unattraktive Teams dabei.

Drei prominente Figuren in der Europa League: Pepe (Porto), Pierre-Emerick Aubameyang (Arsenal) und Edin Dzeko (AS Rom).

Drei prominente Figuren in der Europa League: Pepe (Porto), Pierre-Emerick Aubameyang (Arsenal) und Edin Dzeko (AS Rom).

(Bild: Imago/Reuters/AFP)

Fabian Ruch

Das grosse Fussballeuropa traf sich am Donnerstagabend in ­Monaco: Champions-League-Auslosung. Cristiano Ronaldo sass gut gelaunt neben Lionel Messi, auf der hell erleuchteten Bühne wurden die acht Gruppen gezogen. Und die Young Boys dürften das eine und andere Mal gedacht haben: Was für ein toller Herbst wäre das geworden! Etwa gegen Barcelona, Dortmund, ­Inter Mailand.

Aber es gab auch: Zenit St. Petersburg, Benfica ­Lissabon, Lyon – hört sich fast wie Europa League an. Roter Stern Belgrad übrigens, der YB-Bezwinger, bekommt es mit Bayern München, Tottenham und Olympiakos ­Piräus zu tun. Touristisch gesehen wäre das für YB grossartig gewesen, sportlich spannend, mit guten Chancen gar auf Rang 3.

Weh muss den Young Boys immer noch tun, dass sie gegen einen derart bescheidenen Gegner ausgeschieden sind. Und wie: als zweimal stärkeres, zweimal aktiveres, zweimal überzeugenderes Team. Und die Berner Mannschaft ist wertvoller als Roter Stern und besser besetzt, YB besitzt auch den höheren Uefa-Koeffizienten. Im Ausland wurde das Scheitern des Schweizer Meisters durchaus mit einigem Erstaunen verfolgt.

Glücksritter Roter Stern

Zumal Roter Stern zuvor bereits drei Runden zu überstehen hatte in der Qualifikation – und dabei eher nicht überzeugte gegen Süduva aus Litauen (2:1, 0:0), HJK Helsinki (2:0, 1:2) sowie den FC Kopenhagen (1:1, 1:1, Sieg im dramatischen Elfmeterschiessen). Genau genommen hat Roter Stern die letzten fünf Qualifikationspartien nicht gewonnen.

Und bereits letztes Jahr hatte sich der serbische Meister mit allem Dusel der Welt und entgegen jeglicher Logik nach vier siegreichen Runden für die Königsklasse qualifiziert. Gegen Spartak Trnava aus der Slowakei erst in der Verlängerung – und im Playoff gegen den FC Salzburg dann nach einem 0:0 zu Hause dank der Auswärtstoreregel (!) und einem 2:2 nach 0:2-Rückstand und totaler Unterlegenheit in Salzburg. Roter Stern Belgrad ist der Glücksritter Europas.

Wie wäre es mit Arsenal?

Heute um 13 Uhr trifft sich das kleine Fussballeuropa in ­Monaco: Europa-League-Auslosung. 48 Teams, 12 Gruppen, YB ist in Topf 2. Dieser Wettbewerb ist nicht mal im Ansatz so aufregend wie die Champions League. Das zeigt sogar die schmucklose Uhrzeit: Gestern gab es eine prunkvolle Abendgala, heute einen ziemlich bürokratischen Akt am Mittag.

Am Freitag (13 Uhr) werden in Monaco die Gruppen ausgelost. YB ist in Topf 2 und erhält je einen Gegner aus den anderen drei Töpfen zugelost. Alle zwölf Gruppen bestehen aus jeweils einem Team aus jedem Topf. Vereine aus dem gleichen Land können nicht aufeinandertreffen.

Die Young Boys sind schon zum sechsten Mal seit 2010 dabei. Doch es gibt durchaus ein paar renommierte Vereine als potenzielle Kontrahenten, die für ein anständig gefülltes Stade de Suisse sorgen können: Manchester United (wie letztes Jahr in der Königsklasse), Arsenal, AS Rom, der FC Sevilla oder der FC Porto. Und es gibt auch einige interessante Fussballer im Angebot: Paul Pogba (Manchester United) etwa oder Pierre-Emerick Aubameyang (Arsenal), Edin Dzeko (AS Rom), Pepe (FC Porto).

Doch es hat eben auch jede Menge Vereine, die wenig zugkräftig sind. Eine Gruppe mit Dynamo Kiew, Partizan Belgrad und Slovan Bratislava etwa wäre sehr unattraktiv. Und der Berner Fussballkonsument hat schon ein paar Mal bewiesen, lieber als Dauerkartenbesitzer immer wieder Lausanne und Lugano sehen zu wollen – als im Europacup beispielsweise Lazio Rom oder Linz.

Immerhin bietet sich YB die Gelegenheit, europäisch für ­Furore zu sorgen und auch im Frühling noch dabei zu sein. Das dürfte ein Ansporn sein in einer Saison mit ohnehin hohen Zielen in Meisterschaft und Cup.

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