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Reizfiguren wie Varela

Carlos Varela verkörperte auf Schweizer Fussballplätzen lange den Inbegriff eines Heisssporns. Aber auch das nationale Eishockey kennt Reizfiguren. Von den eigenen Fans werden solche Typen ­geliebt, vom gegnerischen ­Anhang gehasst.

Peter Berger
Der fluchende Hitzkopf Carlos Varela.
Der fluchende Hitzkopf Carlos Varela.
Andreas Blatter

Hitzköpfe auf dem Feld, liebe Kerle daneben – diese Konstellation ist keine Neuheit. Auf den Schweizer Fussballplätzen galt etwa während Jahren Carlos Varela als Enfant terrible – immer mit vollem Einsatz am Werk, aber auch immer für einen Ausraster gut. Der heute 40-jährige Heisssporn sammelte in seiner Karriere in 441 Pflichtspielen 132 Gelbe Karten. Dazu sah der schnelle Flügelspieler 9-mal Gelb-Rot und 5-mal direkt Rot.

Rekord ­bildet mit 12 Verwarnungen und 1 Platzverweis seine letzte Super-League-Saison, die er 2009/2010 für Xamax absolvierte. 2005/2006 hatte er es bei YB auf 11 Verwarnungen und 2 Gelb-Rote Karten gebracht. Seine YB-Bilanz: 139 Wettbewerbsspiele, 46 Verwarnungen, 4 Gelb-Rote Karten und 2 Platzverweise. In seinen vier Jahren für YB verpasste ­Varela wegen Sperren insgesamt 14 Partien. Der Vulkan beendete seine Profikarriere vor zwei Jahren beim FC Köniz (Promotion League).

Zuletzt hatte auf dem Fussballplatz etwa Renato Steffen die Rolle des Bösewichts inne. Während er privat gerne friedlich ein Lied trällerte, reizte er auf dem Feld seine Gegenspieler oft mit Provokationen. In der Schweiz sah der wirblige Flügelspieler, der jetzt in der Bundesliga für Wolfsburg spielt, in 273 Pflichtspielen ­66-mal Gelb, 3-mal Gelb-Rot und 4-mal Rot.

Rüfenacht und Helbling

Auch das Schweizer Eishockey kennt Heisssporne. Zu erwähnen sind da etwa Berns Thomas Rüfenacht oder Zugs Timo Helbling. Sind sie auf dem Eis, ist von ihrem ruhigen Naturell nicht mehr viel übrig, dann mutieren sie zu Reizfiguren. In den vergangenen zehn Jahren waren die beiden mehrmals die meistbestraften Schweizer Spieler in der höchsten nationalen Liga. Helbling hat dabei mit 168 Strafminuten während der Qualifikation 2009/2010 den Rekord inne. Das bedeutet, der Verteidiger sass in jener Regular Season fast drei Stunden auf der Strafbank.

Hitzköpfe werden ­– vor allem vom eigenen­ Publikum – geliebt, nicht immer aber von den Trainern. «Ich weiss, dass ich dem Team auf der Strafbank nicht helfen kann», sagt deshalb Rüfenacht. Der SCB-Stürmer hat sich in den vergangenen Jahren denn auch gebessert. Ganz auf Provokation werden solch heissblütige Akteure aber wohl nie verzichten können.

Lesen Sie zu dem Thema hier das Porträt über den Strafensammler Manuel Neff vom EHC Thun.

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