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Revolution geglückt – Fussball gescheitert

Die Nationalmannschaft von Ägypten ist in der Qualifikation zum Africa Cup gescheitert. Die Revolution hinterlässt auch im Sport ihre Spuren.

Die Revolution kommt auch im Sport an - Bei einem Spiel der asiatischen Champions League zwischen al-Ittihad aus Saudi-Arabien und Persepolis aus dem Iran gehen Sicherheitskräfte gegen Demonstranten vor.
Die Revolution kommt auch im Sport an - Bei einem Spiel der asiatischen Champions League zwischen al-Ittihad aus Saudi-Arabien und Persepolis aus dem Iran gehen Sicherheitskräfte gegen Demonstranten vor.
Keystone

Die ägyptische Fussballnation hat sich blamiert. Nach einem torlosen Unentschieden gegen WM-Teilnehmer Südafrika werden die Ägypter die Qualifikation für die Afrika-Meisterschaften verpassen. Mit nur zwei Punkten aus vier Spielen stehen sie auf dem letzten Rang – hinter den Fussballzwergen Niger und Sierra Leone. Es zeitigt sich eine grössere Krise der Nordafrikaner an, die zuletzt dreimal in Folge die Afrika-Meisterschaft gewonnen gaben.

Die Ägypter versuchten im Spiel gegen Südafrika alles, um dieses so wichtige Match zu gewinnen. Sogar Oldie al-Hadary, der einst beim FC Sion zwischen den Pfosten stand, schnappte sich in der zweiten Halbzeit den Ball und stürmte mit seinen Teamkollegen nach vorne. Zuvor hatte er zudem zwei exzellente Chancen der Südafrikaner vereitelt. Nichtsdestotrotz sind die Pharaonen gescheitert – im Spiel wie in der Qualifikation.

Fussball und Revolution

Das sportliche Unglück ist nicht nur den staatlichen Umbrüchen geschuldet: Als Gegenbeispiel sind tunesische Klubmannschaften wie auch deren Nationalmannschaft (5:0 gegen Tschad) weiterhin erfolgreich. Aber da Sport ein Teil der Gesellschaft und der nationalen, wie persönlichen Identifikation darstellt, ist auch der Sport nicht vor den Umbrüchen gefeit. Schwere Ausschreitungen während eines Fussballspiels des Kairener Zamalek Anfang April zeigten dies, obschon der Auslöser ein sportlicher war.

Ganz besonders veranschaulicht sich die Situation in Bahrain, wo zahlreiche Funktionäre und Athleten gefangen gesetzt wurden, weil sie sich in der politischen Opposition engagierten. Im Iran dagegen ist der Sport Austragungsort politischer und gesellschaftlicher Konflikte. Seit den Präsidentschaftswahlen von 2010 fordern die Bürger im Iran mehr Freiheiten, aber ernten einzig Repression. So zum Beispiel bei einem Spiel der asiatischen Champions League (al-Ittihad-Persepolis 3:1) in der iranischen Hauptstadt Teheran. Dort kam es zu schweren Ausschreitungen, nachdem Fans auf den Rängen für die Sache der Demonstranten in Bahrain protestierten. Die Polizei schritt gegen die Menschen im Stadion bedingungslos ein.

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