Zum Hauptinhalt springen

Der Sturz des englischen Nationalcoaches

Der Skandal um Sam Allardyce hat Folgen. Nach nur einem Spiel muss der Nachfolger von Roy Hodgson gehen. Die Gründe.

In Ungnade gefallen: Sam Allardyce nahm es mit den Transferregeln nicht so genau.
In Ungnade gefallen: Sam Allardyce nahm es mit den Transferregeln nicht so genau.
AP Photo/Scott Heppell, Keystone

«The Daily Telegraph» brachte den Stein ins Rollen. Gemäss der englischen Zeitung soll Allardyce Tipps zur Umgehung von Transferregeln gegeben haben. Demnach soll er sich bei zwei Gelegenheiten mit verdeckten Reportern getroffen haben.

Im Glauben es handle sich um Vertreter einer ostasiatischen Firma, habe der 61-Jährige erklärt, wie die Regeln des englischen Fussballverbands (FA) zum Besitz von Transferrechten umgangen werden können. Ausserdem soll er einen lukrativen Beratervertrag ausgehandelt haben. Heimliche Filmaufnahmen sollen das belegen.

Unangebrachtes Verhalten

Die FA bestätigte am Abend den Rücktritt. Allardyces Verhalten als englischer Nationaltrainer sei unangebracht, schrieb der Verband in einer Mitteilung. «Er akzeptiert, dass er einen gewaltigen Fehler begangen hat, und hat sich entschuldigt. Der englische Nationaltrainer befindet sich in einer Position, in der er eine klare Führungsrolle besitzt und jederzeit Respekt für die Integrität des Spiels zeigen muss.» Aufgrund der Schwere der Aktionen sind die FA und Allardyce zum Schluss gekommen, die Zusammenarbeit per sofort zu beenden.

Allardyce war erst Ende Juli zum Nationaltrainer berufen worden. Er folgte auf Roy Hodgson, der nach Englands 1:2 im EM-Achtelfinal gegen Island zurückgetreten war. Die einzige Partie unter Allardyce war das 1:0 zum Auftakt der WM-Qualifikation in der Slowakei am 4. September.

Beratungsvertrag über halbe Million Franken

Seit 2008 verbietet die FA, eine Teilhabe an Transferrechten von Spielern zu erwerben. Bei solchen Verträgen sichern sich Investoren einen Anteil an künftigen Transfersummen. Auch die Fifa untersagt diese Verträge seit 2015. Auf einem Videoausschnitt, den der «Telegraph» veröffentlichte, ist zu hören, wie Allardyce Wege zur Umgehung diese Regeln schildert.

Bei den Gesprächen mit den vermeintlichen Geschäftsleuten soll es um einen Beratungsvertrag über 400'000 Pfund (ca. 500'000 Franken) gegangen sein. Allardyce soll sich bereiterklärt haben, bei mehreren Veranstaltungen für potenzielle Investoren in Ostasien als Redner aufzutreten.

Mit der Suche für Allardyces Nachfolger lässt sich die FA offenbar Zeit. Für die verbleibenden vier Spiele des Kalenderjahres berief der Verband den aktuellen U21-Nationaltrainer Gareth Southgate als Interimstrainer für das A-Team. England spielt noch in der WM-Qualifikation gegen Malta, in Slowenien und gegen Schottland und testet am 15. November zum Abschluss gegen Spanien.

si/ij

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch