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Scarione wünscht sich ein Tor und den Sieg

St.Gallens Mittelfeldspieler Oscar Scarione trifft am Sonntag im Cup-Sechzehntelfinal auf seinen Ex-Klub Thun.

Durchmarsch: Oscar Scarione (Mitte) ist auch in St.Gallen ein Leader.
Durchmarsch: Oscar Scarione (Mitte) ist auch in St.Gallen ein Leader.
Keystone

Die Young Boys spielen gegen Freienbach aus der 2. Liga Interregional, Luzern bekommt es mit dem Erstligisten Grand-Lancy zu tun. Es hätte beim FC Thun niemanden gestört, wenn dem Klub für die zweite Cuprunde vom Wochenende ebenfalls ein einfacherer Gegner als der FC St.Gallen zugelost worden wäre. Die Ostschweizer, die vom ehemaligen Thun-Coach Jeff Saibene trainiert werden, sind derzeit klarer Leader der Challenge League und diese Saison noch ungeschlagen. Im Schnitt unterstützen fast 9500 Zuschauer das Team an den Heimspielen dabei, das grosse Ziel, die direkte Rückkehr in die Super League, zu erreichen.

Die Thuner hingegen befinden sich gerade in einer heiklen Phase: Nach einem tollen Saisonstart ist der Motor zuletzt ins Stottern geraten, seit fünf Spielen ist die Mannschaft sieglos. Vor zwei Wochen sorgte ein 0:4 gegen das krisengeschüttelte Xamax für Irritationen bei den Verantwortlichen. «Die Spieler waren nach den anstrengenden Wochen kaputt», sagt Trainer Bernard Challandes nun. Er hat daher während der Länderspielpause den Trainingsumfang angepasst («nicht aber die Intensität») und der Equipe den einen oder anderen zusätzlichen freien Tag gegönnt.

Denker und Lenker in St.Gallen

Ein Erfolg am Sonntag in St.Gallen soll alles ins Lot bringen. Dagegen wehren wird sich der ehemalige Thun-Spieler Oscar Scarione. «Das Schönste wäre ein Sieg und ein Treffer von mir», sagt der 26-Jährige und lacht. Der Argentinier nimmt im Spiel der St. Galler exakt jene Rolle ein, die er bis zum letzten Winter beim FC Thun besass. Scarione lenkt das Spiel, er setzt seine Mitspieler mit klugen Pässen ein, und er glänzt als Torschütze. Sieben Treffer hat er bereits erzielt.

Siebenmal hatte Scarione auch in der Vorrunde der letzten Spielzeit getroffen, er war Captain des FC Thun. Doch dann kam das Zerwürfnis. Der Verein und der Offensivspieler, der im Frühjahr 2006 zu den Oberländern gestossen war, konnten sich nicht über die Verlängerung des auslaufenden Vertrags einigen. «Ich befürchtete daher, in der Rückrunde nur noch auf der Ersatzbank zu sitzen und bangte um meine Zukunft», sagt Scarione heute. Als er dann auch noch verspätet aus dem Weihnachtsurlaub in seiner Heimat zurückkehrte, war der Riss nicht mehr zu kitten. Die Begründung Scariones, er habe seiner schwangeren Frau beistehen wollen, war Trainer Murat Yakin nicht gut genug, er setzte Scarione als Captain ab. Als St.Gallen Interesse zeigte, erzielten die Klubs bald einmal eine Einigung. St. Gallen überwies Thun 150 000 Franken, Scarione unterschrieb einen Vertrag bis 2014 – und trat nach der Rückrunde mit dem neuen Klub den Gang in die Zweitklassigkeit an.

Scarione vermisst Thun

Bereut habe er den Abschied aus Thun dennoch nicht. «Natürlich war es zunächst ein Rückschritt. Aber wir wollen zurück in die Super League, und diesbezüglich sieht es im Moment ja gut aus», sagt er. Mit seiner Familie – Tochter Emma kam in der Nacht vor seinem ersten Spiel mit St.Gallen in Thun am 17.April zur Welt – lebt Scarione in Gossau, nur drei Autominuten vom St.Galler Stadion entfernt. Als er das erzählt, kommt ihm doch noch ein Aspekt in den Sinn, weshalb er den Abschied aus Thun bereut: «Die Schönheit der Stadt und der Umgebung vermisse ich manchmal schon ein bisschen», sagt er und lächelt.

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