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«Shaqiri ist ein grandioser Instinkt-Fussballer wie Scholl»

Ottmar Hitzfeld hat die Auftritte von Xherdan Shaqiri mit dem FC Bayern genau beobachtet und viele Parallelen zum einst erfolgreichsten Spieler des deutschen Rekordmeisters gefunden.

Ottmar Hitzfeld geht mit Lobpreisungen eigentlich sparsam um. Selten lässt sich der Schweizer Nationaltrainer zu populistischen Aussagen hinreissen. Wird Hitzfeld aber zu Xherdan Shaqiri befragt – und das passiert in diesen Tagen öfter, als ihm lieb ist –, dann hat der ehemalige Bayern-Trainer keine Hemmungen. «Man sieht schon Parallelen zu Mehmet Scholl, der ja auch ein grandioser Instinkt-Fussballer war», sagt Hitzfeld nach dem Auftritt von Shaqiri im DFB-Pokal gegen Jahn Regensburg gegenüber Bild.de. Der 20-jährige Basler kam nach der Pause für Franck Ribéry, erzielte beim 4:0-Sieg ein Freistosstor und gab zwei Vorlagen. «Shaqiri hat eine eigene Note und etwas ganz Besonderes», sagt auch Mehmet Scholl.

Der direkte Vergleich mit Scholl kommt nicht von ungefähr. Der heute 41-jährige Fussball-Experte bei der ARD hat bei Bayern München eine Karriere gemacht, die Hitzfeld mittlerweile auch Shaqiri zutraut. «Er ist der Spieler, der den Unterschied in einer Mannschaft ausmachen kann. Unter Jupp Heynckes wird Shaqiri zu einem Leistungsträger reifen.» Erfolg versprechend ist dabei das unberechenbare Verhalten am Ball. «Bei Scholl wusste man auch nie, ob er sich links oder rechts dreht», sagt Hitzfeld, der 2001 mit den Bayern die Champions League gewann, obwohl Scholl im Endspiel gegen Valencia einen Elfmeter verschoss.

Auch Freistösse wie Scholl

Der Gewinn des Weltpokals im gleichen Jahr war für den damals 31-jährigen Mehmet Scholl der Höhepunkt einer eindrücklichen Karriere. Trotz unzähliger Verletzungen erzielte er in 334 Spielen für den deutschen Rekordmeister 83 Tore. Achtmal stemmte der Sohn eines türkischen Vaters und einer deutschen Mutter die Meisterschale und fünfmal den DFB-Pokal. Zwei Jahre nach seinem ersten Meistertitel triumphierte er 1996 im Uefa-Pokal. Elf Jahre später trat er als dienstältester und damals erfolgreichster Bayern-Spieler ab. Nur Goalielegende Oliver Kahn hat mit den Münchnern mehr Titel geholt.

Eine Spezialität von Mehmet Scholl waren stets die stehenden Bälle, und auch dort hat Ottmar Hitzfeld eine Ähnlichkeit entdeckt: «Freistösse schiesst er auch schon ähnlich wie Scholl.» Für Hitzfeld ist das aber längst keine Garantie auf einen Stammplatz. «Es wäre vermessen, wenn Shaqiri einen Stammplatz fordern und sagen würde, Robben und Ribéry müssen auf die Bank.» Doch das muss kein Nachteil sein: «Er kann in aller Ruhe reifen. Er ist nicht diesem enormen Druck ausgesetzt, wie wenn er von Beginn an immer spielen müsste.»

Doch wie lange hält das Selbstvertrauen von Shaqiri an, wenn er mehrheitlich die Bank drücken muss? Hitzfeld macht sich da keine Sorgen. «Shaqiri hat eine unglaubliche Kraft. Er ist auch mental enorm stark, ihn kann nichts so schnell aus der Ruhe bringen.»

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