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«Siebesiech» Ronaldo drückt die Schweizer Noten

So gut waren die Schweizer Nationalspieler gegen Portugal: Eine 5,5 für Shaqiri – aber nur eine 3 für Goalie Sommer.

Ueli Kägi, Fabian Ruch, Fabian Sangines, Porto
Yann Sommer (Tor) – 3 Drei Mal treffen die Portugiesen – also: Cristiano Ronaldo - mit ihren Abschlüssen das Schweizer Tor. Und jedes Mal liegt der Ball im Netz. Das muss nicht unbedingt die Schuld des Goalies sein. Im Fall von Yann Sommer ist es so: Er hat beim 1:2 wenig und beim 1:3 keine Abwehrchance. Bei Ronaldos Freistosstreffer aber verlässt Sommer die Goalieecke und sieht sehr unvorteilhaft aus.
Yann Sommer (Tor) – 3 Drei Mal treffen die Portugiesen – also: Cristiano Ronaldo - mit ihren Abschlüssen das Schweizer Tor. Und jedes Mal liegt der Ball im Netz. Das muss nicht unbedingt die Schuld des Goalies sein. Im Fall von Yann Sommer ist es so: Er hat beim 1:2 wenig und beim 1:3 keine Abwehrchance. Bei Ronaldos Freistosstreffer aber verlässt Sommer die Goalieecke und sieht sehr unvorteilhaft aus.
Reto Oeschger
Fabian Schär (Abwehr) – 3-4 Die Spielauslösung der Schweizer Innenverteidiger hätte eine höhere Note verdient. Die Defensivarbeit allerdings drückt sowohl Fabian Schär wie auch Manuel Akanji nach unten. Schär löst sich vor dem 0:1 unbedarft aus der Abwehr und ist mitschuldig, dass es zu Ronaldos direkt verwandeltem Freistoss kommt. Und als Schär Bernardo Silva penaltyreif foult, hat er Glück, dass Schiedsrichter Brych wenige Sekunden vorher das Penaltyfoul an Zuber übersehen hat und der Videoschiedsrichter eingreift.
Fabian Schär (Abwehr) – 3-4 Die Spielauslösung der Schweizer Innenverteidiger hätte eine höhere Note verdient. Die Defensivarbeit allerdings drückt sowohl Fabian Schär wie auch Manuel Akanji nach unten. Schär löst sich vor dem 0:1 unbedarft aus der Abwehr und ist mitschuldig, dass es zu Ronaldos direkt verwandeltem Freistoss kommt. Und als Schär Bernardo Silva penaltyreif foult, hat er Glück, dass Schiedsrichter Brych wenige Sekunden vorher das Penaltyfoul an Zuber übersehen hat und der Videoschiedsrichter eingreift.
Jean-Christophe Bott, Keystone
Manuel Akanji (Abwehr) – 3-4 Sein grober Fehlpass in der 12. Minute bleibt noch unbestraft, weil CR7 (für einmal) das Tor verfehlt. In der 88. und 90. Minute ist es anders. Zweimal kommt Ronaldo gegen Akanji zum Abschluss. Zweimal ist der Ball drin. 3:1 statt 1:1. Spielende statt Verlängerung. Spiel um Platz 3 statt die Chance aufs Final. So brutal ist es manchmal. Und so brutal drücken die zwei letzten Ronaldo-Treffer auch auf Akanjis Note.
Manuel Akanji (Abwehr) – 3-4 Sein grober Fehlpass in der 12. Minute bleibt noch unbestraft, weil CR7 (für einmal) das Tor verfehlt. In der 88. und 90. Minute ist es anders. Zweimal kommt Ronaldo gegen Akanji zum Abschluss. Zweimal ist der Ball drin. 3:1 statt 1:1. Spielende statt Verlängerung. Spiel um Platz 3 statt die Chance aufs Final. So brutal ist es manchmal. Und so brutal drücken die zwei letzten Ronaldo-Treffer auch auf Akanjis Note.
Fernando Veludo, Keystone
Ricardo Rodriguez (Abwehr) – 4-5 Er ist, wie er meistens ist: ballsicher, passgenau, ruhig. Das ist er vor allem: gelassen und kaltblütig. Den Elfmeter zum 1:1 verwandelt er, obwohl er wegen des Videoschiedsrichters minutenlang auf seinen Schuss warten muss. Hinten erledigt Rodriguez die Arbeit in der Dreierkette links unaufgeregt und lässt wenig anbrennen.
Ricardo Rodriguez (Abwehr) – 4-5 Er ist, wie er meistens ist: ballsicher, passgenau, ruhig. Das ist er vor allem: gelassen und kaltblütig. Den Elfmeter zum 1:1 verwandelt er, obwohl er wegen des Videoschiedsrichters minutenlang auf seinen Schuss warten muss. Hinten erledigt Rodriguez die Arbeit in der Dreierkette links unaufgeregt und lässt wenig anbrennen.
Reto Oeschger
Denis Zakaria (Mittelfeld) – 4 Setzt seinen Körper stark ein und in der Startphase zwei, drei rustikale Zeichen. Sein Einfluss auf die Offensivbemühungen ist aber (zu) gering. Man erhält wie oft das Gefühl, der dynamische Mittelfeldspieler schöpfe in dieser Beziehung sein Potenzial nicht aus. Portugal's defender Raphael Guerreiro
Denis Zakaria (Mittelfeld) – 4 Setzt seinen Körper stark ein und in der Startphase zwei, drei rustikale Zeichen. Sein Einfluss auf die Offensivbemühungen ist aber (zu) gering. Man erhält wie oft das Gefühl, der dynamische Mittelfeldspieler schöpfe in dieser Beziehung sein Potenzial nicht aus. Portugal's defender Raphael Guerreiro
Jean-Christophe Bott, Keystone
Granit Xhaka (Mittelfeld) – 5 Orchestriert den Spielaufbau gekonnt, wird auch bedrängt von drei Portugiesen nicht nervös, gefällt mit Auftritt und Selbstverständnis. Erledigt die vielen kleinen Dinge im Maschinenraum tadellos, ordnet das Geschehen, sucht regelmässig mit klugen Pässen Shaqiri. Sein böser Ballverlust an der Mittellinie vor dem 1:3 verhindert eine noch bessere Benotung.
Granit Xhaka (Mittelfeld) – 5 Orchestriert den Spielaufbau gekonnt, wird auch bedrängt von drei Portugiesen nicht nervös, gefällt mit Auftritt und Selbstverständnis. Erledigt die vielen kleinen Dinge im Maschinenraum tadellos, ordnet das Geschehen, sucht regelmässig mit klugen Pässen Shaqiri. Sein böser Ballverlust an der Mittellinie vor dem 1:3 verhindert eine noch bessere Benotung.
Fernando Veludo, Keystone
Remo Freuler (Mittelfeld) – 4-5 Nicht so dominant wie Xhaka, aber auffälliger als Zakaria. Arbeitet hart, läuft viel, setzt die Portugiesen aggressiv unter Druck. Besonders einfallsreich ist er bei der Ballbehandlung jedoch nicht. Darf aber immerhin nächste Saison Champions League spielen – im Gegensatz zu Zakaria und Xhaka.
Remo Freuler (Mittelfeld) – 4-5 Nicht so dominant wie Xhaka, aber auffälliger als Zakaria. Arbeitet hart, läuft viel, setzt die Portugiesen aggressiv unter Druck. Besonders einfallsreich ist er bei der Ballbehandlung jedoch nicht. Darf aber immerhin nächste Saison Champions League spielen – im Gegensatz zu Zakaria und Xhaka.
Fernando Veludo, Keystone
Steven Zuber (Mittelfeld) – 4-5 Nicht so zielstrebig wie Mbabu auf der rechten Seite. Aber auch mit gelungenen Szenen. Zum Beispiel schon nach 150 Sekunden, als er Shaqiris Grosschance vorbereitet. Oder kurz nach der Pause, als er den Elfmeter provoziert. Konzentriert sich auf seine Aufsichtspflichten und unterstützt Rodriguez bei der Abwehrarbeit.
Steven Zuber (Mittelfeld) – 4-5 Nicht so zielstrebig wie Mbabu auf der rechten Seite. Aber auch mit gelungenen Szenen. Zum Beispiel schon nach 150 Sekunden, als er Shaqiris Grosschance vorbereitet. Oder kurz nach der Pause, als er den Elfmeter provoziert. Konzentriert sich auf seine Aufsichtspflichten und unterstützt Rodriguez bei der Abwehrarbeit.
Reto Oeschger
Xherdan Shaqiri (Angriff) – 5.5 Was haben wir diskutiert! Ist Shaqiris Leistung eine 5 wert? Oder doch eine 5,5, weil er so gewirbelt hat, Chancen einleitete, den Pass vor dem Penaltyfoul auf Zuber spielte, schlicht der beste Schweizer war? Andererseits: Wenn der Dreifach-Torschütze Ronaldo eine 6 mit drei Ausrufezeichen bekommt, kann dann der Nullfach-Torschütze Shaqiri eine 5,5 haben? Wir haben das Dilemma so gelöst: Ronaldo geben wir eine imaginäre 7. Und Shaqiri die vielleicht etwas grosszügige 5,5.
Xherdan Shaqiri (Angriff) – 5.5 Was haben wir diskutiert! Ist Shaqiris Leistung eine 5 wert? Oder doch eine 5,5, weil er so gewirbelt hat, Chancen einleitete, den Pass vor dem Penaltyfoul auf Zuber spielte, schlicht der beste Schweizer war? Andererseits: Wenn der Dreifach-Torschütze Ronaldo eine 6 mit drei Ausrufezeichen bekommt, kann dann der Nullfach-Torschütze Shaqiri eine 5,5 haben? Wir haben das Dilemma so gelöst: Ronaldo geben wir eine imaginäre 7. Und Shaqiri die vielleicht etwas grosszügige 5,5.
Reto Oeschger
Haris Seferovic (Angriff) – 4 Ist der einzige Stürmer im 3-5-1-1-System. Oder ist es ein 3-5-2? Oder ein 3-4-2-1? Egal, Seferovic ist vorne der Winkelried, der wie immer im Nationalteam schuftet und sich gut bewegt, der sich Chancen erarbeitet, der Chancen vergibt. Dabei spielt er im Land, in dem er soeben Torschützenkönig wurde. Die beste Gelegenheit hat er, als er nach Vorarbeit von Shaqiri und Mbabu die Lattenoberseite trifft. Es ist ein technisch unsauberer Abschluss. Von praktisch der genau gleichen Stelle erzielt Ronaldo später mit einem Weltklasseschuss das 2:1. Darum hat Ronaldo eine 7 – und darum erhält Seferovic nur eine knapp genügende Note.
Haris Seferovic (Angriff) – 4 Ist der einzige Stürmer im 3-5-1-1-System. Oder ist es ein 3-5-2? Oder ein 3-4-2-1? Egal, Seferovic ist vorne der Winkelried, der wie immer im Nationalteam schuftet und sich gut bewegt, der sich Chancen erarbeitet, der Chancen vergibt. Dabei spielt er im Land, in dem er soeben Torschützenkönig wurde. Die beste Gelegenheit hat er, als er nach Vorarbeit von Shaqiri und Mbabu die Lattenoberseite trifft. Es ist ein technisch unsauberer Abschluss. Von praktisch der genau gleichen Stelle erzielt Ronaldo später mit einem Weltklasseschuss das 2:1. Darum hat Ronaldo eine 7 – und darum erhält Seferovic nur eine knapp genügende Note.
Jose Coelho, Keystone
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