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Soll der Bund die Clubs retten? So reagieren Politiker

Die Fussball-Liga hofft auf Subventionen, weil die Corona-Krise zu finanziellen Engpässen führt. Was fünf Nationalräte davon halten.

Die Schweizer Fussballliga informiert die Öffentlichkeit. (Video: Eva Tedesco/Tamedia)

Die 20 Clubs der Swiss Football League (SFL) haben entschieden, dass der Spielbetrieb der Super und Challenge League mindestens bis am 23. März ruhen soll – sofern das Veranstaltungsverbot nicht am 15. aufgehoben wird. Sollte es danach zu Geisterspielen oder gar zum Saisonabbruch kommen, stünden einige Vereine vor Problemen.

Darum soll der Bund rettend eingreifen, wenn es nach SFL-CEO Claudius Schäfer geht. Zusammen mit dem Schweizer Eishockey diskutieren sie mit dem Bundesrat über mögliche Subventionen für den Schweizer Sport. Und bei manchen Nationalräten findet diese Idee Anklang ...

«Ein Eingriff ist sehr heikel»

Martina Bircher, SVP Aargau. (Bild: Keystone)

«Ich habe zwar Verständnis für diese Forderung, trotzdem muss der Bund aufpassen, hier keine Begehrlichkeiten zu wecken. Denn es betrifft ja nicht nur den Sport. Viele Kleinbetriebe sind davon betroffen. Alternativ könnte die Liga beispielsweise über die Swisslos Fonds finanziert werden. Trotzdem: Der Eingriff wäre sehr heikel. Schliesslich gibt es auch Betriebe, welche beispielsweise eine Pandemie-Versicherung abgeschlossen und dafür Jahr für Jahr Prämien bezahlt haben. Diese dürfen nicht das Nachsehen haben.»

«Es sollen Härtefälle ins Auge gefasst werden»

Christian Wasserfallen, FDP Bern. (Bild: Keystone)

«Unabhängig von der Branche bin ich der Auffassung, dass der Bund sich der Diskussion über Entschädigungen und andere Massnahmen aufgrund der besonderen Lage stellen muss. Dabei sollten vor allem Härtefälle ins Auge gefasst werden. Im Sport aber auch im Tourismus, in der Industrie usw. gibt es momentan echt schwierige Situationen.»

«Es liegt nun am Bund»

Irène Kälin, Grüne Aargau. (Bild: Keystone)

«Ich begrüsse die Forderung der Swiss Football League vollumfänglich. Mit dem Coronavirus haben wir in der Schweiz eine ausserordentliche Situation, in welche die Menschen unverschuldet geraten sind. Der Bund hat mit dem Versammlungsverbot eine drastische Massnahme verhängt, die nicht nur den Sport betrifft. Die Folgen werden unsere Arbeitnehmer im Land tragen. Es liegt nun am Bund, eine Lösung zu finden.»

«Es braucht unbürokratische Lösungen»

Mauro Tuena, SVP Zürich. (Bild: Keystone)

«Die Einschränkungen, welche die Massnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus auslösen, sind breit und hart – ja existenziell. Es betrifft Fussballspiele, Hockeyspiele, aber auch Ausstellungen, Messen und Konzerte. Sie alle tragen die unmittelbare Konsequenz des Versammlungsverbots.

Ausserordentliche Vorkommnisse erfordern ausserordentliche Massnahmen: Sollten die verfügten Massnahmen verlängert werden, muss der Bundesrat mit den Kantonen ein Konzept entwickeln, in welchem er betroffenen Unternehmen und Veranstaltern unbürokratisch unter die Arme greift: zum Beispiel mit flexiblen Bewilligungen für Kurzarbeit, um Konkurse und Härtefälle abzuwenden. Wichtig dabei ist, dass seitens der Öffentlichkeit alle direkt betroffenen Branchen, Vereine, Clubs, Veranstalter gleich behandelt werden.»

«Der Bund soll Mitverantwortung übernehmen»

Céline Widmer, SP Zürich. (Bild: Keystone)

«Ausserordentliche Massnahmen wie ein Veranstaltungsverbot erfordern ausserordentliche Antworten. Deshalb sollten unmittelbar betroffene KMUs, Vereine und Selbstständige, die in ihrer Existenz bedroht sind, rasch finanziell unterstützt werden.

Das Veranstaltungsverbot ist ein massiver – aber notwendiger – Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit für Branchen, die in kulturellen und sportlichen Veranstaltungen involviert sind. Wenn der Bund aufgrund des Epidemiegesetzes so stark eingreifen muss, sollte er umgekehrt auch Mitverantwortung für die betroffenen KMUs und Vereine übernehmen.»

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Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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