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Sorgen um den FC Thun sind nicht angebracht

Ein Kommentar von BZ-Sportredaktor Dominic Wuillemin zum Abgang von Thun-Trainer Urs Fischer.

Die Lücke ist zweifellos gross, die Urs Fischer beim FC Thun hinterlässt. Der Zürcher und die Oberländer, das passte hervorragend zusammen. Fischer ist bodenständig und direkt, aber auch loyal und korrekt. Der 49-Jährige wurde so im Oberland von Beginn an sehr geschätzt. Auch in stürmischen Zeiten, in denen die Zukunft des Vereins ungewiss war, bewahrte der Coach die Ruhe. Auf die sportlichen Leistungen wirkten sich die finanziellen Turbulenzen nie aus. Der Trainer und die Führung begegneten sich stets mit viel Respekt.

Man kann sich daran stören, dass Urs Fischer am Donnerstag in Thun noch das Training geleitet hatte, bevor er die ahnungslosen Spieler informierte und sich nach Basel zu seiner Vorstellung aufmachte. Dass Fischer nach seiner erfolgreichen Zeit im Oberland die grosse Chance wahrnimmt und nach Basel zieht, kann man ihm hingegen nicht verübeln. In Thun hat er mit Ausnahme von zwei missglückten Schlussphasen das Maximum herausgeholt und sich so überhaupt für höhere Aufgaben empfohlen.

Es ist legitim, steigt Fischer auf der Karriereleiter nun einige Stufen empor. Die Arbeit beim Ligakrösus ist für ihn sowohl in finanzieller wie auch in sportlicher Hinsicht deutlich interessanter. Im Normalfall wird Fischer nächsten Sommer mit Basel Meister, wie es vor ihm auch schon Thorsten Fink, Heiko Vogel, Murat Yakin und Paulo Sousa getan hatten.

Fischers nachvollziehbarer Schritt verursacht Arbeit beim FC Thun. Die Personalplanung war beim Trainingsauftakt am Montag bereits abgeschlossen. Für einmal hatten die Thuner keine gewichtigen Abgänge zu verzeichnen. Nach zweieinhalb erfolgreichen Jahren ohne Abstiegssorgen, aber mit den Tabellenrängen 5, 6 und zuletzt 4 muss Gerber nun in einem ungünstigen Moment einen neuen Trainer suchen. Denn es ist Fischers Mannschaft, die am Montag die Vorbereitung aufgenommen hat. Die Transfers waren mit ihm abgesprochen, auf sein System, seine Spielidee zugeschnitten.

Dennoch sind Sorgen um den FC Thun nicht angebracht. Die Strukturen stimmen, wie beim FCB ist der Trainer ein wichtiger Mitarbeiter, nicht aber der entscheidende Faktor für das Funktionieren des Vereins. Und Gerber ist es zuzutrauen, dass er den geeigneten Nachfolger finden wird. Ein erstes erfolgversprechendes Gespräch mit dem Wunschkandidaten hat er geführt. Zudem bewies der Sportchef bei Transfers oft ein glückliches Händchen. Auch die Anstellung von Fischers Vorgängern Murat Yakin und – mit Abstrichen – Bernard Challandes können als gelungen betrachtet werden.

Klar ist, der neue Trainer muss sich in Thun rasch einfügen. Bereits in einem Monat beginnt die sehr schwierige Europa-League-Qualifikation. Auf die Teilnahme hatten die Oberländer ein Jahr lang hingearbeitet. Das Erreichen der Gruppenphase würde dem klammen Verein wichtige Einnahmen von mehreren Millionen Franken bescheren.

Mail: dominic.wuillemin@bernerzeitung.ch

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