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Spektakel und Spannung in Basel

Heute treten die Young Boys zum Spitzenkampf beim FC Basel an. Partien gegen den Meister verliefen unter Trainer Vladimir Petkovic meistens unterhaltsam und abwechslungsreich. Petkovics Bilanz ist immer noch äusserst positiv.

Beten und Bangen: Die YB-Spieler zittern während des schliesslich gewonnenen Penaltyschiessens im Cuphalbfinal 2009 gegen Basel mit.
Beten und Bangen: Die YB-Spieler zittern während des schliesslich gewonnenen Penaltyschiessens im Cuphalbfinal 2009 gegen Basel mit.
Andreas Blatter

Die Antwort von Vladimir Petkovic kommt am Freitag schnell und spontan: «An die Finalissima natürlich!» Die Frage war, an welches YB-Spiel gegen den FC Basel er sich am besten erinnere – und die Wunden der 0:2-Niederlage vom Mai im Stade de Suisse sind auch beim Trainer nicht restlos verheilt. «Zu viele individuelle Fehler» habe sich sein Team geleistet, und der Druck sei wohl zu gross gewesen. «Partien gegen Basel sind immer speziell und emotional», sagt Vladimir Petkovic. Er habe festgestellt, dass sich die FCB-Protagonisten regelmässig über YB äussern würden. «Wir haben uns den Baslern Schritt für Schritt angenähert. Es spricht für uns, dass wir von ihnen ernst genommen werden.» Er denke, dass Spiele zwischen Basel und YB in der Schweiz deutlich am meisten Interesse erzeugen würden.

Sieg in Basel nach 722 Wochen

Und heute treffen die Titelrivalen im St.-Jakob-Park mal wieder aufeinander. Selbstverständlich geht es erneut um Ehre, Prestige und Macht, einerseits, aber für die Young Boys auch darum, in einer wechselhaften Vorrunde mit einem Coup in Basel ein fettes Ausrufezeichen zu setzen. So wie Ende September 2008, im ersten Duell von YB unter Petkovic mit dem FCB. «Mit Passion zum historischen Sieg», titelte die Berner Zeitung damals nach dem 2:1-Erfolg der Young Boys in Basel. Es war der erste YB-Triumph beim FCB seit 722 Wochen – oder November 1994. Viereinhalb Monate nach der verlorenen Finalissima 2008 im St.-Jakob-Park – und wenige Wochen nach dem Trainerwechsel von Martin Andermatt zu Petkovic – war es der Beginn eines faszinierenden YB-Steigerungslaufes durch die Liga.

13 Punkte hatte der Rückstand der Young Boys vor diesem 2:1-Auswärtssieg auf den FCB betragen. Im allerletzten Spiel jener Spielzeit überholten die Berner den Konkurrenten noch – mit einem 3:0-Sieg in Basel. Thomas Häberli erzielte im Mai 2009 in seinem letzten Pflichtspiel den letzten Treffer für YB, das die Saison auf Rang zwei beendete. In jener Partie ging die lange, erfolgreiche Ära von Christian Gross als Basel-Trainer humorlos zu Ende. «Ich spiele immer gerne gegen Basel», sagt Petkovic. «Wir sind wohl die Einzigen, die gegen den FCB auswärts mit Mut und Offensivspiel agieren wollen.»

YB dominierte den FCB lange

Die Petkovic-Bilanz gegen Basel war als YB-Coach lange Zeit makellos. Mit dem frechen 3-4-3-System, welches Petkovic zuerst spielen liess, bekundete der FCB enorme Mühe. In jener Saison 2008/09 hatten die Young Boys auch zum Rückrundenauftakt zu Hause gegen den FCB 3:2 gewonnen. Es war – wie fast immer – eine verrückte, offene, spannende, phasenweise hochklassige Begegnung, in der YB 2:0 führte, zwei Gegentore kassierte und in der 88.Minute durch Häberli die Entscheidung herbeiführte.

Im April 2009 lachte den Young Boys wieder das Glück, als sie im Cuphalbfinal gegen Basel nach Elfmeterschiessen gewannen. Selten war die Stimmung im Stade de Suisse besser als an jenem Abend, als Goalie Marco Wölfli der Berner Penaltyheld war, der besondere Unterstützung durch seine bangenden und betenden (Gilles Yapi!) Mitspieler erhielt. Wenigen Wochen später aber verlor YB den Final gegen Sion nach 2:0-Führung.

Auch in der letzten Saison tat sich der FCB, jetzt unter Trainer Thorsten Fink, vorerst schwer mit YB. Ende August 2009 sicherte ein Tor des eingewechselten Christian Schneuwly in der Nachspielzeit den Bernern einen 2:1-Erfolg in Basel. Jetzt waren es die Young Boys, die früh in der Saison 13 Punkte Vorsprung auf den FCB besassen – und am letzten Spieltag, in der Finalissima in Bern, noch überholt wurden.

Dudars schwere Verletzung

Vorerst aber gelang YB unter Petkovic gegen Ende der Vorrunde vor einem Jahr – wie diesmal am 17.Spieltag – mit einem 2:0-Sieg der sechste Erfolg en suite gegen den FCB. In jener Partie riss Marco Schneuwly das Kreuzband. Damit lag YB im Dezember 2009 sieben Zähler vor Basel, doch die schlauen Spielplangestalter setzten das Duell gleich zum Start der Rückrunde wieder auf die Agenda. Und im Februar deklassierte Basel ein durch die Unruhe um den späteren Yapi-Transfer zum FCB sehr nervöses YB mit 4:0. Im letzten Gipfeltreffen vor bald drei Monaten in Bern schliesslich zeigte YB «die beste Leistung in dieser Saison» (Petkovic) – aber nur bis zur fürchterlichen Szene mit Emiliano Dudars schwerer Kopfverletzung in der 38.Minute. YB verspielte eine 2:0-Führung, doch an jenem Nachmittag habe das Resultat keine Rolle gespielt, wie Petkovic erklärt.

Und was passiert heute im Duell FCB versus YB zwischen Tränen und Toren, Triumph und Tragik?

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