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Sulejmani: Feinfuss mit Wucht

Die Young Boys gewinnen beim FC Sion 1:0. Der zweite Platz, der für die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt, ist ihnen nun fast sicher. Im Wallis hängt derweil der Haussegen schief.

Erkämpfter Sieg: YB holt sich gegen Sion drei Punkte.
Erkämpfter Sieg: YB holt sich gegen Sion drei Punkte.
Keystone
Effiziente Offensive: Den Bernern genügten wenige Chancen, um den Sieg gegen die Walliser zu sichern.
Effiziente Offensive: Den Bernern genügten wenige Chancen, um den Sieg gegen die Walliser zu sichern.
Keystone
Ersetzte den verletzten Sanogo und spielte souverän: Michel Aebischer.
Ersetzte den verletzten Sanogo und spielte souverän: Michel Aebischer.
Keystone
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Die Partie in Sitten ist seit gut einer halben Stunde zu Ende, ein YB-Spieler nach dem anderen schlendert frisch geduscht durch die Katakomben des Tourbillons. Mal mit dem Kopfhörer in der Hand, mal mit dem Duschbeutel unter dem Arm, mal mit der Kapuze auf dem Kopf. Immer mit der Gewissheit, nach knapp zweistündiger Carfahrt aus dem Wallis nach Hause gehen zu dürfen.

Eigentlich selbstverständlich, könnte man meinen. Doch in Sitten ist alles ein wenig anders, emotionaler, verrückter. Während sich die Berner mit guten Gefühlen und drei Punkten auf den Heimweg machen, geht es beim Heimteam um existenziellere Fragen.

Die Sion-Spieler ­wissen derweil bei Spielschluss nicht, wie und wo sie die nächste Zeit abseits des Platzes verbringen werden. Daheim, bei der Familie, der Freundin, den Freunden? Oder doch mit Teamkollegen einkaserniert im Centre de Formation in Riddes, dem Ausbildungszentrum des Klubs, wo ansonsten die Jugendmannschaften trainieren?

Verteidigen und kontern

In den Tagen vor dem Heimspiel gegen YB hatte Sion bereits in einem dreitägigen Minitrainingslager geweilt. Und Präsident Christian Constantin hatte angekündigt, im Falle einer Niederlage gegen die Berner könnten aus drei Tagen mal eben drei Wochen werden –bis zum Cupfinal an Auffahrt gegen den FC Basel, dem alles überstrahlenden Saisonhöhepunkt. Wie ernst es CC mit seinen Worten war, erfahren die Walliser in den Minuten nach Spielende. Der eigenwillige Präsident hat die Akteure in der Kabine versammelt.

Zuvor, in der Schlussphase, probierte es Constantin mit einer altbekannten Masche. Er verliess seinen Platz in der Mitte der Haupttribüne, nahm unten am Spielfeldrand Aufstellung. Allerdings erfolglos: Das Heimteam versuchte viel, hatte oft den Ball. Doch gegen den tief stehenden und gut organisierten Gegner fehlte es an Durchschlagskraft, Entschlossenheit, Kreativität. Die Young Boys brachten die 1:0-Führung souverän über die Zeit.

«Wir wollten kompakt sein, die Mitte zumachen. Das gelang», sagt Leonardo Bertone, der auf dem Papier im zentralen offensiven Mittelfeld zum Einsatz kam, auf dem Platz aber vorab Abwehrarbeiten erledigte. Und der kaum geprüfte YB-Goalie Yvon Mvogo meint, der Fokus sei auf der Defensive gelegen. «Gut stehen und kontern. Das war unser Plan.»

Glück und Disziplin

Dass der Plan funktionierte, hatte auch damit zu tun, dass der Spielverlauf in den entscheidenden Momenten eine den Berner genehme Wendung nahm. In der 73. Minute lenkte Bertone den Ball nach einem Freistoss von Carlitos an den eigenen Pfosten. In der Anfangsphase war das Heimteam zudem mehrmals in guten Positionen zum Abschluss gekommen.

Kurz vor der Pause brachte dann Miralem Sulejmani YB mit der erst zweiten nennenswerten Gelegenheit in Führung. Der serbische Feinfuss traf mit einem wuchtigen Freistoss von der Strafraumgrenze. Es war die Krönung Sulejmanis starker Darbietung.

Das Siegestor: Miralem Sulejmani verwertet einen Freistoss. Video: SRF

Der Flügel bearbeitete die linke Seite unermüdlich, half auch in der Defensive tatkräftig mit. Einmal rettete er im Strafraum vor dem einschussbereiteten Gregory Karlen. «Wir spielten taktisch äusserst diszipliniert», hält YB-Trainer Adi Hütter zufrieden fest. Der Rang 2 ist den Bernern fast nicht mehr zu nehmen, sie haben bei fünf ausstehenden Partien 14 Punkte Vorsprung auf Sion, das von Lugano und Luzern bedrängt wird.

Als fast alle Berner bereits im Mannschaftsbus sitzen, nehmen die Walliser in der Mixed-Zone Stellung. Zuvor hat sie Präsident Christian Constantin in der Kabine darüber informiert, dass sie am Dienstag ins Centre de Formation in Riddes einberufen werden. Vorerst bis zum Wochen­ende.

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