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Tabletten, Spritzen – dann die Depression

Englands Verteidiger Danny Rose spricht über seine Krankheit. Die Eltern erfahren erst in der Zeitung von den Problemen ihres Sohnes.

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Vor britischen Journalisten macht Danny Rose öffentlich, was lange nur er und sein Manager wussten: Er litt an Depressionen.
Vor britischen Journalisten macht Danny Rose öffentlich, was lange nur er und sein Manager wussten: Er litt an Depressionen.
Keystone
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Ohne Energie. So beschreibt es Danny Rose. «Ich kam kaum mehr aus dem Bett», sagt der englische Nationalspieler kurz vor der WM in Russland. Er bricht ein Tabu und spricht offen über eine schwierige Zeit seines Lebens – und über seine Depression.

Sein Fall zeigt: Auch im Spitzensport gibt es Schwermut, Bedrückung und Melancholie.

Vor britischen Journalisten berichtet der 27-Jährige mutig, wie es dazu kam. Alles begann mit einer langwierigen Knieverletzung Anfang des letzten Jahres. Sein Team, die Tottenham Hotspurs, spielten erfolgreichen Fussball. Er musste zuschauen. «Ich weiss nicht, wie viele Tabletten ich genommen und wie viele Spritzen ich bekommen habe, um fit zu werden.» Bald schmerzte nicht mehr nur das Knie. Auf einmal war der Kopf das grössere Problem.

Toter Onkel, bedrohter Bruder

Zum sportlichen kam familiärer Stress: «Während meiner Reha nahm sich einer meiner Onkel das Leben, dazu wurde meine Mutter rassistisch beleidigt und mein Bruder mit einer Waffe bedroht.»

Nach acht Monaten war er wieder einsatzfähig. «Aber ich wurde sehr schnell sehr aggressiv. Ich wollte nicht mehr ins Training.» Ausserdem war er bei Tottenham oftmals nur Ersatz.

Der Dank ans Nationalteam

Rose war in ein Loch gefallen, die Ärzte des Clubs schickten ihn zu einem Psychologen. Mehrere Monate nahm er Antidepressiva zu sich. Nur sein Agent wusste davon. «Ich habe es weder meiner Mutter noch meinem Vater erzählt. Sie werden wahrscheinlich wütend sein, dass sie es aus der Zeitung erfahren. Das ist das erste Mal, dass ich darüber spreche.»

Heute nimmt Rose keine Medikamente mehr. Der medizinischen Abteilung des Nationalteams und Trainer Gareth Southgate könne er nicht oft genug für das Vertrauen danken. «Ich spielte zuletzt selten im Club, war hier aber immer willkommen. Die Aussicht, an der WM dabei zu sein, hat meine Heilung vorangetrieben. Heute bin ich der glücklichste Spieler in unserem Team.» Und einer mit ganz viel Energie.

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