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Durch die Tristesse zum Traumduell

Der FC Thun kommt bei den Grasshoppers spät zu zwei Toren und gewinnt 2:0. Die Oberländer sichern damit den zweiten Platz und freuen sich auf einen Spitzenkampf gegen YB.

Thuns Basil Stillhart kommt vor Grasshopper Numa Lavanchy an den Ball.
Thuns Basil Stillhart kommt vor Grasshopper Numa Lavanchy an den Ball.
Ennio Leanza, Keystone
GC-Goalie Heinz Lindner musste einige Male eingreifen, um ein Gegentor zu verhindern.
GC-Goalie Heinz Lindner musste einige Male eingreifen, um ein Gegentor zu verhindern.
Ennio Leanza, Keystone
Kenan Fatkic jubelt nach seinem Tor mit Dennis Salanovic.
Kenan Fatkic jubelt nach seinem Tor mit Dennis Salanovic.
Ennio Leanza, Keystone
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4200, 3700 und 3500: Es sind nicht die Höhenangaben einer Schweizer Bergkette in Meter, es sind die Zuschauerzahlen der letzten drei GC-Heimpartien. Am Dienstag, an diesem schon frischen Septemberabend im Zürcher Letzigrund, ist das Zuschaueraufkommen an einem neuen Tiefpunkt angelangt. Die 3500 Besucher vermögen das Stadion nur sehr spärlich zu füllen, es ist eine stimmungsarme Atmosphäre vor trister Kulisse.

Die Gäste aus dem Berner Oberland kümmert das nicht. Sie beginnen wie ein Tabellenzweiter, der seit Anfang August und der Partie in St. Gallen wettbewerbsübergreifend in sechs Partien ungeschlagen ist. Sie kommen früh durch Marvin Spielmann zu einer aussichtsreichen Chance, der 22-jährige linke Flügel vergibt nach einem Fehler der GC-Abwehr allein vor Torhüter Heinz Lindner. Und die Thuner sind spielbestimmend, sie monopolisieren den Ball phasenweise fast minutenlang in der Hälfte der Grasshoppers.

Doch sie vermögen das angeschlagenen Tempo nicht lange aufrechtzuerhalten. Mehr und mehr passt sich das Spielniveau der Kulisse an. Als GC nach 25 Minuten wieder einmal ein Ball verspringt, sind vereinzelt Pfiffe zu hören. Mehr liegt im grossen leeren Rund nicht drin.

Faivre und Glück

Wenigstens: Es wird fortan besser. Erst vergibt Spielmann mit dem Kopf eine weitere Chance, dann kann Thuns Goalie Guillaume Faivre den Schuss von Nedim Bajrami an den Pfosten lenken. Das Heimteam, das sich am Samstag mit einem 4:1-Sieg gegen Xamax etwas Luft verschaffte, ist nun im Spiel angekommen. Die Thuner können froh sein, als der Schiedsrichter nach weiteren Möglichkeiten für GC zur Pause pfeift.

«Wir wussten, dass wir uns selber in Stimmung bringen müssen», sagt Thuns Captain Dennis Hediger zur tristen Kulisse. Das Kraftpaket meint damit die Aggressivität in den Zweikämpfen, das Hungrigsein auf einen Treffer. Er findet, nach der Pause sei das besser gelungen.

«Den Sieg erzwungen»

Tatsächlich sind die Gäste nach der Pause wieder spielbestimmend. Diesmal verlieren sie den Faden nicht. Einzig ein Tor will ihnen nicht gelingen: Spielmann, Dejan Sorgic, Basil Stillhart und Chris Kablan vergeben Chancen. Das Heimteam agiert derweil harmlos. Es scheint, als würden die wenigen Zuschauer, die den Weg ins Stadion gefunden haben, nicht mit einem Tor belohnt.

Doch als sich alle schon auf ein 0:0 eingestellt haben, kommen die Thuner noch einmal zu einem Corner. Und Innenverteidiger Nicola Sutter vermag den Ball nach einem Durcheinander im Fünfmeterraum samt Pfostentreffer zum 1:0 zu nutzen. Der eingewechselte Kenan Fatkic erhöht mit Spielschluss auf 2:0. «Wir haben diesen Sieg erzwungen», sagt Hediger.

So dauert die erstaunliche Phase des FC Thun an, er hat nun nach 8 Runden schon so viele Punkte (14) gesammelt wie letztes Jahr nach dem 13. Spieltag. Der Lohn ist der zweite Platz, der ihm heute und morgen dank guter Tordifferenz nicht zu nehmen ist. Die Oberländer werden am Samstag Leader YB als erster Verfolger empfangen. «Die Aussicht auf diese Partie, auf eine volle Hütte, war unser Ansporn», sagt Hediger. Und ja, fügt der Mittelfeldakteur fast ein wenig verlegen an, es werde nun ein Spitzenkampf sein.

Ganz anders die Zürcher: Sie müssen sich auf einen ungemütlichen Herbst im leeren Letzi­grund einstellen. Immerhin: Am 25. November stimmt das Zürchervolk über ein neues Stadion ab. Es ist ein kleiner Hoffnungsschimmer.

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