Thun ist Bürkis Sprungbrett zurück zu YB

Am Mittwoch spielt YB in Vaduz. Und die Personalplanungen laufen. Von Thun kehrt Marco Bürki zurück – und auch dessen Teamkollege Christian Fassnacht könnte in Bern landen.

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Fabian Ruch

Die Young Boys müssen sparen, das Team wird günstiger, nächste Saison wird etwa Milan Vilotic, einer der Topverdiener, nicht mehr auf der Lohnliste stehen. Auch für Milan Gajic wird ein Verein gesucht. Die Kaderplanung von YB ist rollend.

Keine Fragen gibt es dabei im Tor. David von Ballmoos, zuletzt verliehen an Winterthur, ersetzt Yvon Mvogo, der zu Leipzig wechselt, als Nummer 1. Routinier Marco Wölfli und Talent Dario Marzino komplettieren das Goalietrio.

Kampf um Mbabu

Hinten links stehen weiter Loris Benito, Jan Lecjaks (der verkauft werden könnte) sowie Linus Obexer zur Verfügung. Wobei Benito eine Schlüsselrolle zu­kommen soll. Nach zwei Jahren, in denen er grösstenteils verletzt war, soll der kraftvolle Defensivspieler mit dem grossen Potenzial in Bern endlich durch­starten. «Ich hoffe, dass diese schwierigen Zeiten vorbei sind», sagt Benito, der am Sonntag gegen Luzern beim 4:1-Sieg ein überzeugendes Comeback gab. Benito könnte auch im Zentrum agieren, wo er im Herbst herausragende Leistungen in Piräus (1:1) und gegen Basel (3:1) ­zeigte.

«Wir möchten  Mbabu behalten.»YB-Sportchef Christoph Spycher

Auf der rechten Abwehrseite ist Sven Joss ab Sommer noch ohne Konkurrenz. Allerdings brillierte Newcastle-Leih­gabe Kevin Mbabu in den letzten Mo­naten und war bester YB-Akteur. «Wir möchten ihn behalten», sagt Christoph Spycher. Aber der Sportchef räumt ein, dass mehrere Parteien mitreden: Newcastle, das in die Premier League zurückkehrt und wo Mbabu bis 2018 unter Vertrag steht, der Spieler, dessen Berater. Die starken Vorstellungen des seit kurzem 22-Jährigen wecken Interesse bei Klubs aus grösseren Ligen.

Bürki für Rochat

Im Abwehrzentrum herrscht ein heftiger Konkurrenzkampf. Zumal der ausgeliehene Marco Bürki, von dem die Verantwortlichen schwärmen, von Thun zurück zu YB wechseln wird. Kommuniziert worden ist der Transfer noch nicht. Dank Kopfballstärke, Spieleröffnung und Mentalität geniesst der 23-Jährige einen hohen Stellenwert. Zudem ist er als Linksfuss begehrt. Bürki wurde von anderen Vereinen, sogar aus der Bundes­liga, kontaktiert. Mal wieder nutzt ein Spieler also das Oberland als Sprungbrett Richtung YB – wie einst zum Beispiel Renato Steffen und Sékou Sanogo. Der junge Nicolas Bürgy, ebenfalls ausgeliehen, soll noch eine Saison bei Thun reifen, ehe auch er zurückkehren dürfte.

Mit Bürki sowie Steve von Bergen, Alain Rochat, Kasim Nuhu und Grégory Wüthrich stünden fünf Innenverteidiger im Kader. Weil YB kaum mit zwei 34-Jährigen (von Bergen und Rochat), deren Kontrakte erst noch 2018 auslaufen, in die Saison steigen will, wird es zu einem Abgang kommen. Der ruhige, technisch starke Rochat, ebenfalls Linksfuss und zuletzt gut, dürfte wechseln – vermutlich in die Romandie (Lausanne, Xamax).

Wer geht im Mittelfeld?

Im Aufbau gilt es abzuwarten, wer geht. Vom Abgang Denis Zakarias für rund 10 Millionen Franken Ablöse­summe kann man ausgehen, möglicherweise zu Gladbach. Ob YB mit dem umworbenen Leonardo Bertone einen zweiten zentralen Mittelfeldspieler verkaufen wird, darf bezweifelt werden. Zakaria wird ersetzt, wegen des Sparkurses wohl mit einem jungen Akteur, ein Kandidat ist Thuns Sandro Lauper. Sékou Sanogo und der begabte Michel Aebischer bleiben.

In der Offensive laufen die Verträge weiter. Und beim ausgeliehenen Roger Assalé dürfte YB die Option auf eine Weiterbeschäftigung ziehen. Zumal der flinke Ivorer vergleichsweise günstig ist und weniger als eine Million Franken kostet. «Es sieht nicht nach grossen Veränderungen aus», sagt Spycher, «aber man weiss im Fussball nie, was passiert.»

Fassnacht für Sulejmani?

Die Stürmer Guillaume Hoarau, Michael Frey und Alexander Gerndt dürften bleiben – ausser Gerndt erhält ein tolles Angebot, etwa aus seiner Heimat Schweden. Und Taulant Seferi sowie Thorsten Schick werden weiter die Alternativen auf den Flügelpositionen sein. Dort sind Miralem Sulejmani und Yoric Ravet, beide zuletzt mit starken Leistungen, gesetzt. Ravet wird beobachtet, mit 27 Jahren bleiben ihm nicht mehr viele Möglichkeiten für einen reizvollen Wechsel. Das gilt auch für Sulejmani, den 28-Jährigen mit dem feinen linken Fuss. Den Serben könnte es in ein Land ziehen, wo schöne Gehälter gezahlt werden, nach Russland, Griechenland, Dubai oder China.

Und so beschäftigen sich die Young Boys intensiv mit einem weiteren Thuner. Fix ist der Wechsel des 23-jährigen Christian Fassnacht zu YB nicht, selbst wenn es anders lautende Gerüchte gibt. «Viele Vereine interessieren sich für ihn», meldet sein Berater. Vermutlich zu teuer für die Young Boys ist der langjährige YB-Junior Ezgjan Alioski, der bei Lugano nicht nur wegen seiner 16 Saisontore eine vorzügliche Spielzeit absolviert.

Hohe Einnahmen

Egal, wen YB letztlich verpflichten wird, eines ist klar: Dank der Verkäufe von Florent Hader­gjonaj, Yuya Kubo, Yvon Mvogo sowie ­Denis Zakaria wird der Klub in dieser Saison mindestens 20 Millionen Franken Transfereinnahmen generieren. Nach den vielen Jahren mit hohen Millionenverlusten ist das eine erfreuliche Nachricht für die Young Boys.

Berner Zeitung

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