USA Favorit als Ausrichter der WM 2026

Die Fussball-WM 2026 wird nicht in Europa oder Asien durchgeführt. Das Turnier soll auf einem anderen Kontinent stattinden.

Gute WM-Karten für die USA: Fifa-Präsident Gianni Infantino und der Fifa-Rat tagen in Zürich. (14. Oktober 2016)

Gute WM-Karten für die USA: Fifa-Präsident Gianni Infantino und der Fifa-Rat tagen in Zürich. (14. Oktober 2016)

(Bild: Keystone Ennio Leanza)

Nach einem an der Sitzung in Zürich gefassten Beschluss des Fifa-Rats wird die Fussball-WM nicht in einem europäischen oder asiatischen Land durchgeführt werden. Damit dürfen lediglich Bewerber aus Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik, Südamerika, Afrika und Ozeanien ins Rennen gehen. Gemeinsame Bewerbungen mehrerer Länder sind möglich. Der Verband der USA gilt nun als Favorit. Interesse haben auch Kanada und Mexiko bekundet. Die USA hatten sich zuletzt für die WM 2022 beworben, waren aber im letzten Wahldurchgang an Katar gescheitert.

Der Passus die Kontinente betreffend gilt nur für die WM 2026. Die europäischen Verbände scheiden als Gastgeber wegen des Turniers in zwei Jahren in Russland aus, Vertreter aus Asien sind durch die WM in Katar als Kandidaten ausgeschlossen. Sollte allerdings keiner der Bewerber die Kriterien erfüllen, würde eine zweite Ausschreibung folgen. Dies gilt jedoch als äusserst unwahrscheinlich.

Infantino weist Kritik zurück

Nur drei Monate hat der Fifa-Rat Zeit, finale Vorschläge für das neue WM-Format zu unterbreiten. Dann will das Gremium über die umstrittene Aufstockung auf bis zu 48 Teams entscheiden. Fifa-Präsident Infantino weist prominente Kritik an seinem Lieblingsprojekt zurück. Er verteidigt vehement seine umstrittene Mammut-WM und richtet dabei auch deutliche Worte unter anderem an Weltmeister-Trainer Joachim Löw, der Kritik am angedachten neuen Format geübt hatte. «Für den Weltmeister ist es einfach, eine Meinung zu haben, wenn es um die WM geht. Was kann ich ihm sagen? Dass er offen sein muss für Erneuerung, für den Fussball, für die Fussball-Entwicklung. Dass nicht alle die Chance haben, sich wie Deutschland jedes Mal zu qualifizieren», sagte Infantino nach der Sitzung des Fifa-Rats.

Kurz zuvor hatte der neue Rat des Fussball-Weltverbandes beschlossen, bei seiner nächsten Sitzung am 9. und 10. Januar einen Entscheid über die Teilnehmerzahl der WM 2026 zu fällen. Dabei geht es praktisch nur mehr um eine Erhöhung; 32 Teilnehmer wird es nach den Turnieren 2018 und 2022 offenbar nicht mehr geben. 40 oder 48 Mannschaften sind die verbliebenen Optionen. Alles andere wäre eine schmachvolle Pleite für Infantino.

Grosse Diskussionen zu erwarten

Über das konkrete Format mit einer grösseren Gruppenphase oder vorgelagerten Playoffs soll aber erst nach dem Grundsatzentscheid über die Teilnehmerzahl befunden werden. Dann drohen der Fifa grosse Verteilungskämpfe um die Startplätze zwischen den sechs Konföderationen. Europa stellt bislang mit 13 Teams mehr als einen Drittel aller WM-Teilnehmer.

Einen wegweisenden Entscheid für die WM 2026 traf der Rat schon. Um die Ausrichtung können sich keine Länder aus Europa oder Asien bewerben, weil dort die Turniere 2018 (Russland) und 2022 (Katar) stattfinden. Der Beschluss kommt einer Steilvorlage für die USA gleich, die nun nach der gescheiterten Bewerbung um die WM 2022 alleine oder im Verbund mit Kanada und Mexiko als grosse Favoriten gelten. Gemeinsame Kandidaturen mehrerer Länder sind möglich, sogar ein Dreinationenturnier wird nicht ausgeschlossen. Den Entscheid über den WM-Gastgeber trifft letztlich der Fifa-Kongress.

fal/sda

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