Wacker Thun im Sommerschlaf

Wacker wird zu Beginn der neuen Saison im Supercup vorgeführt. 17:26 unterliegt der Meister Pfadi Winterthur. Überzeugen kann einzig Ivan Wyttenbach – ein Talent mit merkwürdiger Vita.

In der Zuschauerrolle: Die Thuner vermögen Roman Sidorowicz (rotes Trikot) nicht zu stoppen.

(Bild: Martin Deuring)

Ein bisschen Herbst gefällig? Temperaturen unter 22 Grad, Schneefall in den Bergen und der Griff zu Lederjacke und Taschentuch: Das Wochenende bot einen Vorgeschmack auf die kommenden Monate.

Diese halten eine ganze Menge Handball bereit, und auch der wurde vorab geliefert – im Supercup, der traditionell die Saison einläutet und im Kräftemessen zwischen Meister und Pokalsieger den ersten Titelgewinner ermittelt, im Grunde aber eine niedrige Relevanz hat.

War auch der Inhalt der Begegnung eine Vorschau auf das, was kommen wird, hat Wacker ein Problem. Die Thuner verloren 17:26. Sie waren lediglich gegen Ende der ersten Hälfte in der Lage mitzuhalten, als sie den Rückstand gegen Pfadi auf fünf Treffer verringerten.

Mit den Rückraumschützen Phillip Holm und Ron Delhees enttäuschten die vielversprechendsten Zuzüge, andere potenzielle Schlüsselkräfte wie der im Playoff-Final und in der Vorbereitung überragende Nicolas Raemy waren genauso wirkungslos.

Die Berner Oberländer erinnerten in der eben erbauten Axa-Arena in Winterthur in keiner Weise an jenes Team, das drei Monate zuvor gleich nebenan Meister geworden war. Die Abgänge von Lukas von Deschwanden, Lenny Rubin, Roman Caspar und Viktor Glatthard wiegen schwer; vielleicht ist der Substanzverlust grösser, als sich dies die Thuner zunächst eingestanden haben.

Und möglicherweise werden sie es Ende Saison bereuen, an der kräftezehrenden und exzellent besetzten Champions League teilgenommen zu haben – mit diesem Kader, das so viele vergleichsweise unerfahrene Akteure enthält.

Doch so alarmierend die Darbietung auch war: Es handelte sich bloss um einen ersten Eindruck, hinterlassen in einem ­vernachlässigbaren Wettbewerb, den Wacker noch nie gewonnen hat und offensichtlich nicht mit letzter Konsequenz bestreitet.

Erfolgreicher Rückkehrer

Mit Ivan Wyttenbach gab es unter den Verlierern einen Sieger. Der Spiezer war 2015 nach vereinzelten Einsätzen bei der Kaderplanung übergangen worden, aus Frustration zog er sich zurück, er spielte fortan ausschliesslich für den Partnerverein Steffisburg. Im Frühling 2017 beendete das Talent seine Karriere 22-jährig.

Im Verlauf der letzten Saison kehrte der Aufbauer zurück, verstärkte den damals abstiegsgefährdeten Nationalliga-B-Club. Nun kriegt Wyttenbach doch noch seine Chance bei Wacker. Und am Sonntag war er gleich der ­beste Thuner.

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