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«Wie Ali gegen einen Jüngling»

Das gestrige Spiel gegen England war, fast von der ersten Minute an, ein Spiel, als würden sich zwei Boxer aus verschiedenen Gewichtsklassen gegenüberstehen. Muhammad Ali gegen einen zerbrechlichen Jüngling. Ein Kommentar von TA-Sportchef Fredy Wettstein.

Früh auf Kurs: Wayne Rooney schiesst das 1:0 nach 15 Minuten.
Früh auf Kurs: Wayne Rooney schiesst das 1:0 nach 15 Minuten.
Keystone
Wayne Rooney (rechts) und Adam Johnson schossen die Engländer 2:0 in Führung.
Wayne Rooney (rechts) und Adam Johnson schossen die Engländer 2:0 in Führung.
Keystone
Und auch die Spieler sind mit ihrer Leistung nicht zufrieden.
Und auch die Spieler sind mit ihrer Leistung nicht zufrieden.
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Schneller, kräftiger, zäher, robuster, hartnäckiger, ballsicherer, intelligenter – die Engländer, ganz andere Engländer als vor drei Monaten an der WM, waren einfach besser, in allem, mit den Beinen, im Kopf. Das Spiel, das Trainer Ottmar Hitzfeld «eine Orientierung» nannte, bestimmend für den Weg zur EM 2012, war eine einseitige englische Demonstration.

Hier Steven Gerrard, der König mit der Nummer 4, der dirigierte, bestimmte, lenkte, führte, bei dem jeder Pass einen Sinn machte; dort Gökhan Inler, zögerlich, orientierungslos, ständig seine Position suchend. Es war nur einer von ganz vielen Unterschieden.

Hoffnung kam auf

Aber Fussball ist oft eigenartig, unlogisch. 2:0 führten die Engländer, gefühlt war es ein 6:0, die Schweizer waren nur noch zu zehnt, weil Lichtsteiner zweimal verwarnt und ausgeschlossen worden war.

Alles schien längst entschieden – als plötzlich ein neues Spiel begann. Hoffnung kam auf. Shaqiri, der unbekümmerte bald 19-Jährige, war nach der Pause gekommen, drosch aus grosser Distanz einfach drauf und schoss ein wunderbares Tor, nur noch 1:2 hiess es.

Einen Moment lang schien möglich, was völlig dem Spielverlauf widersprochen hätte, schrie das erwachte Publikum die Schweizer nach vorn und stand Englands Coach Fabio Capello händeringend am Spielfeldrand. Bents 3:1 erlöste ihn – und stellte alles richtig.

Wieder ein Fehlstart

Dieses England wird die EM mühelos erreichen – für die Schweizer aber ist das nächste Turnier im Moment weit, weit weg. Es ist, wie schon in der Qualifikation für Südafrika, ein Fehlstart. Schon in Montenegro in vier Wochen kann fast alles verloren sein.

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