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Wie auf Twitter grossartiger Fussball gespielt wird

Fussballpause wegen Coronavirus? Nicht in der spanischen Liga. Denn Léganes trägt sein Spiel gegen Valladolid auf grossartige Art und Weise virtuell aus.

Der Siegtreffer! Leganés bejubelt das virtuelle 2:1 gegen Valladolid. Bild: Twitter/CDLeganes
Der Siegtreffer! Leganés bejubelt das virtuelle 2:1 gegen Valladolid. Bild: Twitter/CDLeganes

Offiziell ist sie noch nicht, die Ausgangssperre in Spanien. Aber seit Tagen kursiert in den Sozialen Medien der Hashtag #QuédateEnCasa. Bleib zuhause. Die Spanier setzen auf gesunden Menschenverstand, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Einen kreativen Weg, diesen Hashtag zu propagieren hat CD Leganés gefunden. Der LaLiga-Abstiegskandidat freute sich so sehr aufs Heimspiel gegen Valladolid, das am Samstag um 13 Uhr hätte angepfiffen werden sollen, sodass er es kurzerhand auf Twitter austrägt. Und zwar mit ganz viel Humor.

Nach einem Video, wie sehr sich die Fans auf dieses Heimspiel freuen, kommt die Social-Media-Verwalter zur Aufstellung: «Mit diesen elf tapferen Pepineros bleiben wir zuhause, um der Gesellschaft und dem Gesundheitssystem zu helfen.» Gefolgt von der Bitte nach Fairplay der Fans: «Werft euer gehamstertes Toilettenpapier nicht auf den Platz!»

Das VAR ist nicht erreichbar – «wie immer»

Angelehnt an die Hygiene-Empfehlungen entwickelt sich ein Kampf Ellbogen gegen Ellbogen, bis Leganés nach 16 Minuten zur ersten Torchance kommt: «Roque Mesa dringt bis in die Küche (spanische Fussballmetapher für Strafraum, d. Red.) ein, dieser Vorstoss bleibt aber ohne Konsequenzen.» Natürlich ist jeder Post versehen mit #QuédateEnCasa. Richtig aufregend wird es dann in der 23. Minute: «Jetzt müsste der VAR zum Zug kommen, das war ein klares Hands von Valladolid im Strafraum. Aaaaaber... zu! Der VAR ist nicht erreichbar!» Neben #QuédateEnCasa ist auch noch ein kleiner Gruss an die spanische Liga mit dabei: #ComoSiempre – wie immer.

Dann, nach einer halben Stunde, geht Leganés natürlich verdient in Führung: «Toller Abschluss von Oscar Arnaiz! Der gegnerische Verteidiger geht auf Social Distancing, und Arnaiz nutzt das für einen Schuss in den Winkel.» In so einem Moment darf der dazu passende Radio-Kommentar nicht fehlen. Natürlich ebenfalls aufgenommen vom Social-Media-Manager von Leganés.

Ein spezielles Lob gibt es in der 40. Minute für den griechischen Defensivspezialisten Dimitris Siovas: «Er geht kurz ins Badezimmer und wäscht sich Hände. Gut gespielt!» Dann ist Pause und die Spieler ziehen sich in ihre Zimmer zurück: «Jetzt verteilt Trainer Javier Aguirre die Netflix-Passwörter.» Natürlich dauert auch diese Pause 15 Minuten, ehe Grosses angekündigt wird: «Bitte, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, bleibt wo ihr seid und bewegt euch nicht von euren Sesseln, Sofas oder Betten!» Klar, schliesslich ist mit dem 1:0 für Leganés noch alles offen.

Offside – weil der Stürmer schläft

Doch die zweite Halbzeit beginnt mit einem Dämpfer für die Gastgeber: «Tor für Valladolid! Enes Ünal schiesst von seinem Haus aus (spanische Metapher für Weitschuss, d. Red.) und erzielt den Ausgleich.» Vier Minuten später wird den Gästen gar ein Treffer aberkannt: «Offside – da hat der Stürmer seine Siesta geschlafen.» Nach einem filmreifen Angriff von Leganés und einer roten Karte für Valladolid kommt in der 75. Minute dann endlich die Erlösung fürs Heimteam: «Toooooor, Tooooooor von Carrillo. Ein Playstation-Spielzug über rechts von Lega, langer Ball von Bustinza mit der Kreis-Taste und Guido zerstört beinahe die Viereck-Taste, um den Ball ins Netz zu befördern.»

Mit der Führung im Rücken schiebt Trainer Aguirre den Riegel vor, verteidigt sein Haus mit einer Fünferkette. Das 2:1 ist dem Team nicht mehr zu nehmen, weshalb in der Nachspielzeit die grosse Party beginnt: «Die Fans hüpfen auf ihren Balkonen und freuen sich auf den Sieg!»

Was nach dem Schlusspfiff natürlich nicht fehlen darf, ist die obligate Pressekonferenz mit dem Coach, der ankündigt: «Wir gehen jetzt schlafen.» Als fairer Verlierer erweist sich Valladolid. Auf Twitter schreiben die Nordspanier: «Gratuliere zum virtuellen Sieg, Kollegen. Man hat ihn kommen sehen. Die dritte Halbzeit bestreiten wir natürlich auch vom Sofa aus.» Artig bedanken sie sich bei Leganés und wünschten eine gute Heimreise «vom Sessel aufs Sofa».

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Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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