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Wie in den Sternstunden

Der FC Basel hat sich beim 5:0-Erfolg gegen Benfica Lissabon eindrücklich auf der internationalen Bühne zurück­gemeldet. Der Star des Abends war der junge Dimitri Oberlin.

Grosser Jubel: Die Basler feiern einen ihrer fünf Treffer. Auch der zweifache Torschütze Dimitri Oberlin (rechts) freut sich über das Tor.
Grosser Jubel: Die Basler feiern einen ihrer fünf Treffer. Auch der zweifache Torschütze Dimitri Oberlin (rechts) freut sich über das Tor.
Keystone

Elf Spiele in Serie hatte der FC Basel im wichtigsten europäischen Klub-Wettbewerb nicht mehr gewonnen und zuletzt regelrecht stagniert. Rund drei Jahre nach dem letzten Erfolg gegen Ludogorez kam die Rückmeldung der Basler: mit brachialer Wucht, mit einem 5:0-Triumph gegen Benfica Lissabon, der keine Fragen mehr offen lässt. Nach der Demütigung des letztjährigen Achtelfinalisten rückte der FCB auf Position 2 vor und erspielte sich vor der Oktober-Doublette gegen ZSKA Moskau (1:4 gegen Manchester United) eine verlockende Ausgangslage.

Mit einer weiteren internationalen Empfehlung von Haris Seferovic hatten die Experten gerechnet, stattdessen spielte eine 20-jährige Schweizer Stürmerhoffnung an ihrem Geburtstag die Rolle des imposanten Entertainers: Dimitri Oberlin, am Rheinknie zunächst nur ein Joker ohne Einfluss und jetzt mit vier Skorerpunkten der Hauptdarsteller eines grandiosen FCB-Comebacks im europäischen Elite-Wettbewerb; Seferovic hingegen, der Stammspieler der SFV-Auswahl, betrat den Rasen erst nach drei Gegentoren.

Mehrfache Ovationen

Im unerbittlichen Sog von Oberlin, der das 1:0 Langs perfekt vorbereitet hatte, das 2:0 (20.) schoss, den Foulpenalty zum 3:0 provozierte und in der 69. Minute nach einem nächsten mitreissenden Solo auf 4:0 erhöhte, stürmte der Schweizer Champion zu einer Gala, die im Vorfeld in dieser Form kein einziger Optimist für möglich gehalten hätte. Der rotblaue Teil der 34 111 Zuschauer erhob sich mehrfach zur Ovation.

Derweil Basel aufdrehte wie in seinen Sternstunden gegen die Premier-League-Prominenz oder einst beim Coup gegen den FC Bayern München, liess sich Benfica demütigen. Eine Lektion dieser Tragweite ist dem populärsten Klub-Team aus dem Land des Europameisters in der Champions League nie zuvor widerfahren. Mit dem erheblichen Sub­stanz­ver­lust der Sommermonate, das hoch verschuldete Benfica verkaufte für über 120 Millionen Euro Personal, ist der Absturz nicht zu erklären.

Befreit

Krise, welche Krise? Bereits im Klassiker gegen den FCZ (1:0) hatte der FCB die Qualitäten seiner Jubeljahre angedeutet – die mentale Stärke, unter Hochdruck bestehen zu können. Die Protagonisten hatten sich vom Sieg gegen die Zürcher eine befreiende Wirkung erhofft; dass sie sich nicht nur einredeten, Ballast abgeworfen zu haben, demonstrierte der FCB ohne Zurückhaltung.

Falsches Timing, fehlende Leidenschaft, keine Abstimmung, keine Leadership, im ersten Quartal seit des Umbruchs auf Führungsebene bekamen die neuen Verantwortlichen unschöne Schlagzeilen präsentiert. Ein zäher, aber erfolgreicher Abend gegen den FCZ und ein packender Effort gegen Benfica genügten, die (Vor-)Urteile einstweilen zu widerlegen.

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