Wie vor einem Jahr gegen Donezk

Heute findet die Auslosung zur 3. Runde der Qualifikation zur Champions League statt. Die fünf möglichen YB-Gegner: Dynamo Kiew, Ajax Amsterdam, ZSKA Moskau, Viktoria Pilsen und FC Brügge.

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Fabian Ruch

Heute Mittag ab 12 Uhr erfahren die Young Boys, auf wen sie in der 3. Runde der Qualifikation zur Champions League im Sommer treffen werden. Die Ausgangslage ist gleich wie letztes Jahr: YB ist ungesetzt. Als Gegner im sogenannten Platzierungsweg kommen Dynamo Kiew, Ajax Amsterdam, Viktoria Pilsen, ZSKA Moskau und FC Brügge infrage.

Sportlich wären Dynamo Kiew und Europa-League-Finalist Ajax die schwierigsten Gegner, obwohl in Amsterdam mal wieder ein gröberer Personalumbruch über die Bühne geht.

Wunschlos Pilsen

Bei den Young Boys wartet man gespannt auf die Auslosung. «Eine lange Reise nach Kiew oder Moskau wäre nicht ideal», sagt Christoph Spycher. Aber der Sportchef betont: «Das ist kein Wunschkonzert. Und auf uns wartet sowieso eine grosse Herausforderung.» Vermutlich, sagt Spycher noch, sei Pilsen das auf dem Papier einfachste Los. «Aber das muss nichts bedeuten.»

«Eine lange Reise nach Kiew oder Moskau wäre nicht ideal.»Sportchef Christoph Spycher

Das sieht auch Adi Hütter so. «Vielleicht haben wir in diesem Jahr etwas mehr Glück als letzte Saison, als wir mit Schachtar Donezk den stärksten Gegner zugelost erhalten hatten. Aber damals setzten wir uns ja durch.» Der Trainer denkt ebenfalls, Pilsen und Brügge seien die fussballerisch betrachtet angenehmsten Möglichkeiten. «Aber wir werden auf ­jeden Fall zwei Topleistungen ­benötigen, um überhaupt eine Chance zu besitzen.»

Gruppenphase als Ziel

Klar ist: Übersteht YB erneut die 3. Qualifikationsrunde, wartet in den Playoffs zur Champions League wieder ein Hochkaräter – wie vor einem Jahr Gladbach. Immerhin wird der deutsche Vertreter Hoffenheim diesmal nicht ­gesetzt sein, theoretisch könnten die Young Boys nach einem Weiterkommen (zum Beispiel gegen Pilsen) in den Playoffs auf Dynamo Kiew, das einen hohen Klubkoeffizienten aufweist, treffen. Das liest sich nach einem heiklen, aber keineswegs aussichtslosen Parcours Richtung Königsklasse. Die internationalen Topteams Sevilla, Napoli und Liverpool ­wären deutlich höhere Hürden. Scheitert YB erneut in den Playoffs, würde das Team im Herbst die Europa League bestreiten.

Bei einem Ausscheiden schon in der 3. Qualifikationsrunde wären die Young Boys derweil in den Playoffs zur Europa League gesetzt. Und das Erreichen einer kontinentalen Gruppenphase ist wie vor einem Jahr das Ziel des Klubs. Im letzten Sommer übrigens war YB im Hinspiel in Lemberg gegen das Topteam Donezk chancenlos und hätte problemlos 0:5 verlieren können. In Bern korrigierten die Young Boys überraschend die 0:2-Niederlage dank zwei Treffern von Yuya Kubo – und setzten sich im Elf­meterschiessen durch.

Dadurch schürten sie eine grosse Euphorie, die Partien im August gegen Gladbach in den Champions-League-Playoffs (1:3) sowie gegen Thun (4:1) waren im Stade de Suisse ausverkauft. Begeisterung und Höhenflug allerdings hielten – auch wegen riesigen Verletzungspechs – nicht besonders lange. Im Herbst folgten äusserst turbulente Tage, unter anderem mit der Absetzung von Sportchef Fredy Bickel, dem Abgang von Verwaltungsrat Urs Siegenthaler sowie der Installierung von Hoffnungsträger Christoph Spycher als Chef im Sportbereich.

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