Zum Hauptinhalt springen

Wieso Shaqiris Entscheid für ihn sinnvoll sein könnte

Der Schweizer könnte sich durch seine Absage im Nationalteam einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz im Club verschafft haben.

Daumen hoch: Shaqiri gab bekannt, in Zukunft wieder für das Schweizer Nationalteam zu spielen. Zur Zeit laboriert der 27-Jährige an einer Wadenverletzung.
Daumen hoch: Shaqiri gab bekannt, in Zukunft wieder für das Schweizer Nationalteam zu spielen. Zur Zeit laboriert der 27-Jährige an einer Wadenverletzung.
Jean-Christophe Bott, Keystone
Zuvor braucht er eine Pause, um die mentalen Batterien aufzuladen: Xherdan Shaqiri hatte der Nationalmannschaft im September eine Absage erteilt.
Zuvor braucht er eine Pause, um die mentalen Batterien aufzuladen: Xherdan Shaqiri hatte der Nationalmannschaft im September eine Absage erteilt.
Luis Vieira, Keystone
Hat Shaqiri damit ein Problem? Granit Xhaka wurde ihm in der Captain-Hierarchie vorgezogen.
Hat Shaqiri damit ein Problem? Granit Xhaka wurde ihm in der Captain-Hierarchie vorgezogen.
Jean-Christophe Bott, Keystone
1 / 5

Viel Kritik prasselte nach seiner Absage ans Nationalteam auf Xherdan Shaqiri ein. Einzig Trainer Vladimir Petkovic stärkt ihm öffentlich den Rücken. Dabei sind Shaqiris Überlegungen gar nicht so unsinnig. Abgesehen davon, dass Petkovic von mentalen Problemen seines Spielmachers sprach, kann sich Shaqiri in der Nationalmannschafts-Pause einen Vorteil gegenüber seinen direkten Konkurrenten bei Liverpool erarbeiten. Während diese die Strapazen von Hunderten Flugkilometern über sich ergehen lassen müssen, kann der 27-Jährige trainieren und sich vor den Augen seines Trainers Jürgen Klopp beweisen.

Die an Shaqiri in der internen Hierarchie vorbeigezogenen Divock Origi und Georginio Wijnaldum bestreiten am Montag noch ein je EM-Qualifikationsspiel. Sie werden also erst am Dienstag nach Liverpool zurückkehren. Noch später wird es bei Roberto Firmino und Sadio Mané, zwei der Gesetzten in Klopps Sturm-Dreizack. Ihr zweites Länderspiel findet am Mittwochabend statt, sie kehren also nicht vor Donnerstag ins Liverpool-Training zurück. Zwei Tage vor dem nächsten Ligaspiel gegen Newcastle (Samstag, 13.30 Uhr).

Eine grosse Chance

Ausserdem ist Shaqiri bei weitem nicht der Erste, dessen erste Priorität (für den Moment) nicht ist, sein Land zu vertreten. Cristiano Ronaldo verzichtete schon, Lionel Messi auch. Und die beiden Superstars mussten in ihren Vereinen selten um Einsatzminuten kämpfen. Bei Roger Federer mussten die Schweizer Tennis-Fans jeweils froh sein, wenn er gerade mal kurz Zeit für ein paar Partien im Davis-Cup hatte.

Mit seinem Nationalteam-Verzicht hat Shaqiri nun also eine einzigartige Gelegenheit, sich bei Liverpool für mehr Einsatzminuten zu bewerben. Doch damit steigt auch der Druck, denn diese Chance muss er nutzen. Sonst hat er seine Schweizer Kollegen im wichtigen EM-Qualifikationsspiel gegen Irland umsonst im Stich gelassen – und sich selber um wertvolle Minuten Spielpraxis gebracht.

----------

Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch