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«Wir haben ein junges Team und keinen Gattuso»

Vizemeister FC Luzern ist schlecht in die neue Saison gestartet. Sportchef Heinz Hermann und Trainer Murat Yakin sprechen gegenüber Redaktion Tamedia über die Ursachen.

Murat Yakin ist ein selbstbewusster Trainer.
Murat Yakin ist ein selbstbewusster Trainer.
Keystone
Er kann auch schon mal aus der Haut fahren.
Er kann auch schon mal aus der Haut fahren.
Keystone
Er wurde mit Xamax zweimal Schweizer Meister. Der deutsche Vizeweltmeister Uli Stielike jubelt mit.
Er wurde mit Xamax zweimal Schweizer Meister. Der deutsche Vizeweltmeister Uli Stielike jubelt mit.
Keystone
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Murat Yakin hatte bisher mit Thun und Luzern viel Erfolg. Doch jetzt wird der Basler mit einer anderen und auch für ihn neuen Situation konfrontiert. Der FCL hat in den ersten vier Saisonspielen bei zwei Niederlagen und zwei Remis bisher nur zwei Zähler geholt. In vier Runden hat der FCL bereits acht Tore kassiert, so viele wie in der vergangen Saison nach zehn Durchgängen. «Die Vergangenheit hat es immer wieder gezeigt, dass es schwer ist, eine gute Saison mit denselben guten Leistungen zu bestätigen», sagt Murat Yakin. Das sei jedoch auch für ihn eine neue, aber durchaus spannende Herausforderung. «Der stellen wir uns gemeinsam. Und wir werden da auch wieder herauskommen», ist der Basler überzeugt. Yakin will es nicht als Ausrede gelten lassen, aber er verweist darauf, dass die Mannschaft verjüngt worden sei. In der letzten Saison seien mit Hakan Yakin, Kukeli und Ferreira noch drei äusserst routinierte Spieler dabei gewesen. «Wir haben ein junges Team und keinen Gattuso, der mit seiner Persönlichkeit ein absoluter Leader ist», sagt Yakin. Sein Team müsse noch zusammenwachsen.

«Ich mache mir keine Sorgen um den FC Luzern»

Doch Yakin bleibt auch nach einem Fehlstart optimistisch. «Ich weiss, was ich kann und was die Spieler zu leisten im Stande sind. Nein, ich mache mir überhaupt keine Sorgen um der FC Luzern», sagt der ehemalige Nationalspieler. Man müsse die Fehlerquote schleunigst auf ein Minimum reduzieren und effizienter im Angriff werden. «Wir haben uns durch individuelle Fehler selbst in die Probleme gespielt und sind deshalb beispielsweise gegen Sion und Thun völlig unnötig in Rückstand geraten», erklärt Yakin. Positiv wertet er, dass sich die Mannschaft in sämtlichen vier Spielen viele Chancen erarbeitet hat. «Das ist schon mal ein gutes Zeichen, dass die Mannschaft lebt und intakt ist.» Man sei in fast allen Spielen die spielbestimmende Mannschaft gewesen. «Wir wurden für einen enormen Aufwand sehr schlecht belohnt.»

FCL will Vertrag mit Yakin verlängern

Ähnlich denkt auch FCL-Sportchef Heinz Hermann. «Es ist richtig, dass wir punktemässig einen Fehlstart hingelegt haben. Wir sind jedoch weit davon entfernt, von einer Krise zu sprechen. Die Niederlagen gegen Sion und Thun seien absolut erklärbar. «Wir haben den Gegner durch fatale individuelle Fehler aufgebaut und sind deshalb in Rückstand geraten. Wir haben reagiert und dann aber zum Teil auch hochkarätige Chancen ausgelassen. Uns fehlt im Abschluss die letzte Konsequenz. Das ist ein Problem.» Der Schweizer Rekordinternationale (118 Länderspiele) ist mit den bisher gezeigten Leistungen nicht nur unzufrieden. «Wir haben nur im Heimspiel zum Saisonstart nicht gut gespielt. Doch dann hat die Mannschaft in Basel hervorragend reagiert. Wir dominierten das Spiel und hätten eigentlich gewinnen müssen. Torhüter Yann Sommer hat den FCB mit Glanzparaden im Spiel gehalten.» Luzern hat jetzt gegen St. Gallen und GC zwei Heimspiele auf dem Programm. «Es sind zwei wegweisende Schlüsselspiele», sagt Hermann.

Millionen-Angebot für Lezcano

Heinz Hermann steht auch im regen Austausch mit Murat Yakin. «Wir führen auch kontroverse, aber stets konstruktive Gespräche», sagt Hermann. Der FCL wolle im Übrigen den Vertrag mit Yakin vorzeitig verlängern. «Es laufen Gespräche», sagt Hermann. «Es geht noch um Details», bestätigt auch Yakin. Der Vertrag würde bei Einigung um ein Jahr verlängert. Heinz Hermann ist gefordert. Zudem hat der Verein für den 23-jährigen Stürmer Dario Lezcano, der für 1,1 Millionen Franken aus Thun kam, ein Angebot des russischen Erstdivisionärs FK Krasnodar von vier Millionen Franken erhalten. «Wir hatten ein Angebot, das inetwa in dieser Höhe lag. Doch wir wollten Lezcano aus sportlichen wie auch aus menschlichen Gründen nicht abgeben. Auch finanziell hatten wir andere Vorstellungen», sagt Hermann. Der Zürcher bezweifelt auch, dass der junge Paraguayer in Russland glücklich geworden wäre. «Er kennt das Land, dessen Mentalität und die Sprache nicht. Manchmal muss man einen jungen Spieler auch vor sich selbst schützen.»

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