«Es war nicht mehr möglich»

Valentin Stocker hätte sich in St. Gallen einen fitteren FC Basel gewünscht. Die englischen Wochen hätten aber Kraft gekostet. Jetzt freut er sich auf sein Bett.

Nach den Strapazen der englischen Wochen kann Valentin Stocker mit dem 0:0 in St. Gallen leben. Der FCB-Captain: «Wären wir fitter gewesen, hätten wir mehr Spass und Zirkus bieten können.»

Weiter, immer weiter. Was einst Olli Kahn beim FC Bayern prägte, war zuletzt auch das Motto beim FC Basel. Seit dem Cupspiel in Meyrin am 14. September jagte eine englische Woche die nächste. Das Meisterschaftsspiel in St. Gallen war das 18. Pflichtspiel für Rotblau. Im Vergleich dazu der FC St. Gallen, der gegen den FCB am Sonntag sein 12. Spiel seit dem Saisonstart am 20. Juli austrug. In den letzten rund drei Wochen bestritt die Mannschaft von Trainer Marcel Koller sieben Partien (Liga, Cup und Europa League).

Alle drei Tage ein Spiel. Kaum Pausen. Das ging an die Substanz. Beim 0:0 in St. Gallen konnten die Basler die Müdigkeit nicht mehr kaschieren. In der Länderspielpause heisst es für den FCB kurz durchschnaufen, ehe es am 19. Oktober gegen Thun mit den englischen Wochen weitergeht. Montag und Dienstag haben die Basler – nicht aber die Nationalspieler - frei. Valentin Stocker nahm die Freizeit dankend an.

Valentin Stocker, können Sie mit dem torlosen Remis in St. Gallen leben?

Valentin Stocker: «Wir hätten uns auch nicht beschweren können, wenn wir keinen Punkt geholt hätten.

Warum tat sich der FC Basel im Kybunpark so schwer?

Ich weiss gar nicht, was ich genau sagen soll. Wir hatten in den letzten Tagen unglaublich intensive Spiele und es wird uns immer viel abverlangt. Schlussendlich sind wir keine Roboter.

Sehen Sie im 0:0 deshalb eher einen glücklichen Punktgewinn?

Mehr oder weniger glücklich. Sie hatten sicher mehr Spielanteile, aber ob sie die klareren Chancen hatten, sei dahingestellt. Wir hatten mit Luca Zuffi, Noah Okafor und vor allem Kemal Ademi hundertprozentige Möglichkeiten. Das Spiel hätte auf beide Seiten kippen können. Ich glaube, es ist Okay so wie es ausgegangen ist.

War vielleicht auch nur der Tank nach den englischen Wochen leer?

Die Reise nach Trabzon startete am Mittwoch um vier Uhr in der Früh und wir kamen erst spät am Freitagabend zurück nach Basel. Am Samstag haben wir kaum trainiert und sind dann schon wieder in die Ostschweiz gereist. Unsere Aufgabe ist, sich immer gut einzustellen und sich so gut wie möglich zu erholen. Wir haben alles gegeben was wir können, aber ich glaube, es war einfach nicht mehr möglich.

Aber Sie wussten, was den FCB in der Ostschweiz erwartet. Wäre nicht doch mehr drin gewesen?

Wir haben in St. Gallen immer schwierige Spiele. Ausserdem haben sie einen Lauf. Ich hätte mir für meine Mannschaft auch gewünscht, dass wir ein wenig fitter gewesen wären. Dann hätten wir in der Offensive sicher mehr Spass und Zirkus bieten können.

Kommt die Länderspielpause jetzt zum besten Zeitpunkt, genau richtig, um den Akku aufzuladen?

Es ist wirklich hervorragend, dass wir jetzt ein paar Tage Zeit haben herunterzufahren und Zuhause zu sein. Ich werde nichts unternehmen und nirgendwo hinfahren. Zu spüren wie sich das eigene Bett anfühlt, tut mir sicher gut.

Das sagen die St. Galler Lukas Görtler und Ermedin Demirovic zum Punktgewinn gegen den FCB.


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