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«Wir sollten nicht mit grossem Mund auflaufen»

Der FC Basel tritt im zweiten Champions-League-Spiel der Gruppe C als klarer Aussenseiter an. Das Team müsse nun mutig spielen, fordert Trainer Thorsten Fink.

Weiss, dass sein Team gegen ManU untergehen könnte: Trainer Thorsten Fink.
Weiss, dass sein Team gegen ManU untergehen könnte: Trainer Thorsten Fink.
Keystone

Im «Theatre of Dreams» steht der FCB zum zweiten Mal nach 2003 sprichwörtlich auf einer Weltbühne, in der Manchester den Takt angibt. Von den letzten 32 Spielen der Champions League im eigenen Stadion hat der Finalist der letzten Saison ein einziges verloren, beim 0:1 im November 2009 gegen Besiktas Istanbul. Den nächsten Anlauf, das fast 76'000 Zuschauer fassende Old Trafford durch Cleverness zu erobern, unternimmt am Dienstagabend ab 20.45 Uhr der Underdog aus Basel.

Trainer Thorsten Fink ist sich des schmalen Grats bewusst, auf dem sich sein Team bewegt. «Es ist schwierig, nach vorne viel zu riskieren und dann vielleicht 0:5 unterzugehen», sagte der Deutsche vor dem Abflug der FCB-Sondermaschine 1893. Andererseits sagte Fink aber auch: «Wir können frei aufspielen, das ist diesmal unser Vorteil. Wir haben nichts zu verlieren. Man spürt es am eigenen Leib, wenn Aussenseiter plötzlich kämpfen wie Tiere. Diesmal sind wir in dieser Rolle.» Fink sieht Manchester United als Titelanwärter. «Wir wollen hier aber nicht mit grossem Mund auflaufen, sondern überzeugen.»

Vier Spiele ohne Niederlage

Dank vier Meisterschaftsspielen ohne Niederlage und dem 2:1 gegen Galati vor gut zwei Wochen reiste Basel mit viel Selbstvertrauen in den Nordwesten Englands. Angst vor dem umsatzstärksten Verein der Welt hat im FCB niemand. «Es zeichnet uns aus, dass wir gegen jene Teams, die viel grösser sind als wir, jeweils mutig spielen», sagte Captain Marco Streller vor dem achten Europacup-Auftritt auf englischem Boden stellvertretend. Ein Sieg im Mutterland des Fussballs fehlt im Basler Palmarès noch.

Fink hat sich den Gameplan für den ersten Auswärtsauftritt der Gruppenphase zurecht gelegt. Er glaubt, auf den Flanken ein paar Schwächen ausgemacht zu haben. «Über aussen kann man was machen, aber auch über Konter. Wir wollen ihnen das Leben so schwer wie möglich gestalten.» Dass Manchester United derzeit eine lange Liste von Verletzten (u.a. Rooney, Hernandez, Smalling, Evans) aufweist, ist für die Basler kein Freipass. «Rooney hat hier den gleichen Stellenwert wie Messi in Barcelona. Dennoch wird Manchester sein System beibehalten.» Spieler wie Berbatov, Owen oder Welbeck brennen geradezu auf ihre Chance, im ständig rotierenden Team von Sir Alex Ferguson auch einmal längeren Auslauf zu erhalten.

Gute Erinnerungen an letztes Duell

Am 12. März 2003 standen sich Manchester United und Basel im vorletzten Spiel der Zwischenrunde der Champions League im Old Trafford bereits gegenüber. Rund 3000 lautstarke rotblaue Supporter feierten damals den völlig verdienten Punkt des FCB gegen die verstärkte B-Auswahl des Heimteams. Das 1:1 nach Toren von Christian Gimenez und Phil Neville blieb für Basel aber letztlich praktisch ohne Wert. Juventus durchkreuzte in der zweiten Partie mit dem späten 3:2 gegen Deportivo La Coruña die berechtigten Schweizer Viertelfinalpläne. «Damals ging es für Manchester um nichts mehr», relativiert Fink den Exploit. «Heute sind für Manchester die Punkte gegen Basel lebenswichtig. Dieser Klub kann sich nicht leisten, in der Vorrunde auszuscheiden. Deswegen hat die Partie eine völlig andere Bedeutung für sie.»

Vom damaligen Basler Kader sind nur noch zwei Spieler dabei: Beni Huggel und Scott Chipperfield. Das Duo wird aber heute Abend nicht respektive kaum zum Einsatz kommen. Huggel ist nach der gelb-roten Karte gegen Galati gesperrt, Chipperfield rekonvaleszent. Gleichwohl traten die beiden Akteure, wie mit Ausnahme des ohnehin überzähligen Fwayo Tembo (Länderspiel mit Sambia) das komplette Kader, die Reise in die Vergangenheit an.

«Manchester United ist über die letzten Jahrzehnte gesehen wohl der beste und erfolgreichste Verein der Welt. Gegen United zu spielen ist für jeden etwas Einmaliges. Vor allem im Old Trafford», sagte Chipperfield. «Business as usual» sind Partien gegen Aussenseiter, wie es Basel auch heuer ist, für Manchesters noch immer aktive Spieler Darren Fletcher (2003 gegen Basel Debütant), Rio Ferdinand und Ryan Giggs. Das Trio spielte mit dem neuen englischen Rekordmeister seither jedes Jahr in der Champions League, für Basel ist die diesjährige Teilnahme die vierte der Vereinsgeschichte.

si/miw

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