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Wylers Kämpferherz pumpt noch

Noch ist nicht aller Tage Abend für den FC Wyler in der 2. Liga regional. Der Quartierclub schlug im Abstiegsduell den FC Dürrenast 4:2 und darf wieder auf den Klassenerhalt hoffen.

Wyler-Stürmer Michael Widmer (Mitte) beschäftigte die Abwehr von Dürrenast permanent und avancierte zum Matchwinner.
Wyler-Stürmer Michael Widmer (Mitte) beschäftigte die Abwehr von Dürrenast permanent und avancierte zum Matchwinner.
Manuel Zingg

Die Lage ist verzwickt, aber noch keineswegs hoffnungslos. Und genau so traten die Fussballer des Tabellenletzten Wyler im ultimativen Abstiegsduell in der 2. Liga regional gegen den vorletzten Dürrenast auf. Sie glaubten an ihre wohl letzte Chance. Die Körpersprache stimmte, das Kämpferherz pumpte, und die Beine ­waren permanent in Bewegung.

«Wir haben uns selber noch lange nicht abgeschrieben. Wir spielen Fussball und wissen deshalb alle, dass in diesem Sport bis zum Ende der Saison noch vieles möglich ist», sagt Sturmtank Michael Widmer. Der 32-Jährige, der in der Innerschweiz arbeitet und jeweils für die Trainings und Spiele nach Bern pendelt, lebte das letzte Stück Hoffnung beim Quartierverein vor.

Der bullige Angreifer war ständig auf Achse, ­beschäftigte die Abwehr von Dürrenast mit Präsenz, Laufstärke und Kampfkraft. Kein Wunder, entschied er das enge, umstrittene Spiel in der zweiten Halbzeit mit zwei starken Aktionen.

Kurz nach der Pause hämmerte Wid­mer den Ball per Weitschuss traumhaft in den Winkel zur 3:2-Führung für Wyler. Kurz vor Schluss legte er nach einem Konter mustergültig und uneigennützig auf den mitgelaufenen Tiago Da Silva auf, welcher den 4:2-Endstand besorgte.

«Oft selber geschlagen»

Dank des Erfolgs gegen Dürrenast konnte Wyler den Anschluss zum rettenden Ufer fast wieder bewerkstelligen. Zwei Runden vor Schluss der Meisterschaft beträgt der Rückstand auf den Zehntplatzierten FC Wabern nur noch drei Punkte. Allerdings ist es möglich, dass auch der Drittletztplatzierte absteigen wird, dies hängt davon ab, wie viele Berner Teams aus der 2. Liga interregional relegiert werden.

Dabei mutet es grundsätzlich etwas seltsam an, dass die Multikultitruppe aus dem Berner Nordquartier überhaupt so tief im Abstiegssumpf steckt. Denn rein spielerisch hat die Equipe von Coach Johan Berisha, der zum Ende der Saison aufhören wird, viel zu bieten, gehört technisch sogar zu den besten Teams der Liga.

«Es stimmt, die spielerische Qualität ist vorhanden. Wir haben uns aber oft selber ge­schlagen», erklärt Stürmer Wid­mer. Oft habe ein negatives Er­lebnis genügt dafür, das Team aus dem Tritt zu bringen, auch die Konstanz sei nicht immer da gewesen, sinniert Widmer und ergänzt: «Vielleicht haben ab und zu auch noch ein paar Leadertypen mehr im Team gefehlt, die den Karren rumreissen könnten.»

Doch noch ist nicht aller Tage Abend für den FC Wyler. Um dem Abstieg noch von der Schippe zu springen, braucht es vom FCW in den letzten zwei Spielen nochmals so viel Leidenschaft wie im Abstiegsknüller gegen Dürrenast. Und einen Vorkämpfer wie Widmer, der immer an das Unmögliche glaubt.

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