Xamax verspielt Zweitorevorsprung

Das hart umkämpfte Romand-Derby endet 2.2 unentschieden. Sevette holt Dank zwei Standardtoren noch einen Punkt.

  • loading indicator

198 Minuten blieb Goalie Jéremy Frick im heimischen Stade de Genève unbezwungen, ehe ihn der Neuenburger Raphaël Nuzzolo in der 19. Spielminute mit seiner wuchtigen Direktabnahme nach einer Flanke Karlens in der nahen Ecke erwischte. Das 1:0 war der verdiente Lohn für die gute Anfangsphase der Xamaxien. Sie starteten deutlich besser ins Romandderby. Bereits nach fünf Minuten hätten sie in Führung gehen können: Als Samir Ramizi in die Tiefe geschickt wurde und auf Frick zustürmte, verkleinerte dieser den Winkel geschickt und parierte den Flachschuss gekonnt.

Servette tat sich in den ersten 45 Minuten enorm schwer, überhaupt einmal vors gegnerische Tor zu kommen. Obwohl sie mit fast 70 Prozent Ballbesitz deutlich mehr Spielanteile hatten, gelang es ihnen kaum einmal, die tief und kompakt stehenden Neuenburger in Verlegenheit zu bringen. Es fehlte an Kreativität und Läufen in die Tiefe. Der löchrige und holprige Genfer Rasen kam erschwerend hinzu. So war es nicht verwunderlich, dass die einzige Genfer Torchance in der ersten Halbzeit nach einem stehenden Ball zu Stande kam. Nach einer Ecke Wüthrichs segelte Xamax-Goalie Walthert am Ball vorbei, Chagas stieg am höchsten und traf mit seinem Kopfball die Latte.

Servette kam in der zweiten Halbzeit besser ins Spiel

Xamax verwaltete die knappe Führung in der Folge souverän, und baute diese nach einem blitzsauber ausgetragenen Konter sogar noch aus. Wieder war es das Duo Nuzzolo/Karlen, welches die Abwehr der Servettien kurz vor Pausenpfiff düpierte. Nuzzolo war diesmal der Vorbereiter. Seinen perfekt getimten Aussenristpass hinter die Abwehr, ersprintete sich Karlen, welcher sich mit der Ballannahme genügend Zeit und Raum verschaffte um überlegt einschieben zu können.

Die zweite Halbzeit begann für beide Teams harzig. Die vielen Zweikämpfe wurden hart geführt, meist mit dem besseren Ende für die Neuenburger, welche sich nun fast auschliesslich aufs Verteidigen konzentrierten und nur noch selten den Weg in die Offensive wagten. Sie liessen aber defensiv aus dem Spiel heraus nichts anbrennen. Nur bei Standards wurde es immer wieder gefährlich. So auch in der 65. Minute nach einer kurz ausgeführten Ecke. Der Flankenball des eingewechselten Imeris erreichte den anbrausenden Vincent Sasso, welcher beinahe ungehindert zum Anschlusstreffer einköpfeln konnte.

«Wir müssen noch lernen in solchen Situationen abgeklärter zu spielen»

Die Genfer schöpften nun neuen Mut. Endlich nahmen sie den Kampf an und spielten schnörkelloser. Dadurch kamen sie auch öfters zu gefährlichen Aktionen. Wie in der 72 Minute als Walthert mit einem langen Auskick Schalk auf die Reise schickte. Dieser konnte sich zwar gegen zwei Neuenburger behaupten, setzte den Ball aber doch deutlich neben das Tor. Fünf Minuten später kamen die Neuenburger zu einem weiteren Eckball. Imeris scharf getretene Flanke sprang dem Xamaxien Djuric an die Beine und von dort ins Tor. Der Ausgleich kam nicht unverdient und Xamax wurde für ihre Passivität in der zweiten Halbzeit eiskalt bestraft.

Für Raphaël Nuzzolo war nach Spielende klar, weshalb der Vorsprung nicht über die Zeit gerettet werden konnte. Die Anfälligkeit bei Standards war schliesslich augenscheinlich: «Wir müssen nicht diskutieren, es waren zwei Standards, bei denen wir ungenügend verteidigten.» Als weiteren Grund gab er die Unerfahrenheit seiner Mannschaft an: «Ich bin stolz auf unsere Leistung, wir haben viele Junge Spieler aber wir müssen noch lernen in solchen Situationen abgeklärter zu spielen.»

kvo

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt