Xhakas rasante Genesung

Granit Xhaka geht es immer besser. Er könnte am Sonntag im Testspiel gegen Spanien sogar auf dem Feld stehen.

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Es sah schon wieder recht geschmeidig aus, wie Granit Xhaka am Samstag im Flug LX8910 das Handgepäck im Fach über seinem Kopf verstaute. Am Abend dann machte er schon wieder alle Einspiel-Übungen mit. Und das nur zwei Tage nachdem sich die Tränen des Taktgebers im Schweizer Mittelfeld mit dem sintflutartigen Regen von Lugano vermischt hatten.

Aber natürlich kommt das Spiel am Sonntagabend gegen Spanien zu früh für Xhaka. Oder etwa doch nicht? «Ich weiss noch nicht zu einhundert Prozent, ob Xhaka eingesetzt werden kann», lässt Vladimir Petkovic am Abend vor dem Spiel ein Hintertürchen offen. Und der Schweizer Nationaltrainer vermeldet weitere positive Neuigkeiten: «Es geht ihm von Stunde zu Stunde besser.»

Schonen – für noch grössere Aufgaben

Trotzdem würde es überraschen, sollte Petkovic jetzt schon auf Xhaka setzen und ihn Denis Zakaria vorziehen. «Bei einem Wettbewerbsspiel könnte man das Risiko vielleicht eingehen», meint Petkovic. Und sagt damit eigentlich, dass er den Mittelfeldspieler von Arsenal für grössere Aufgaben schonen wird – an der WM.

Wobei die Aufgabe in Villarreal schon auch zu den gehobenen gehört. Unter Trainer José Lopetegui haben die Spanier noch keine Partie verloren. 13 Siegen stehen 5 Unentschieden gegenüber, bei einem Torverhältnis von 59:12.

«Es wird ein schwieriges, aber auch ein tolles Spiel», sagt Xherdan Shaqiri. Aber nichts anderes haben die Schweizer ja gesucht, um sich auf ihr erstes WM-Spiel vorzubereiten, in dem sie auf den fünffachen Weltmeister Brasilien treffen werden. Mit Blick auf jenes Duell am 17. Juni in Rostow sagt Shaqiri: «Es ist wichtig zu sehen, wo wir stehen.»

«Wir werden in Schwierigkeiten kommen»

Und das werden die Schweizer nach der Partie im Estadio de la Ceramica ganz sicher wissen. Zuletzt zerzausten die Spanier Argentinien (ohne Messi) gleich mit 6:1. Also fordert Petkovic von seinen Leuten: «Wir müssen auch dann kompakt bleiben, wenn wir in Schwierigkeiten kommen. Und in Schwierigkeiten werden wir ganz sicher kommen.»

Was allerdings nicht bedeutet, dass sich die Schweizer an ihrem eigenen Strafraum verschanzen wollen. Auch wenn ihnen diese Mauertaktik den bislang einzigen Sieg gegen ein spanisches Nationalteam beschert hat: 2010 an der WM, als Gelson Fernandes den Ball irgendwie zum 1:0 ins Tor bugsierte.

Die Partie in Spanien ist die letzte, bevor Petkovic sein 23-Mann-Kader für die WM bekannt gibt. Auch deswegen kündigt er an: «Ich werde wohl die Möglichkeit nutzen, dass ich während eines Testspiels sechs Auswechslungen vornehmen kann.»

Die Struktur im Kopf

Könnte sich also tatsächlich jemand ins Kader spielen, der heute noch auf der Streichliste steht? «Ich habe die Struktur meines Teams im Kopf», sagt Petkovic dazu nur, «aber ich habe mich noch nicht entschieden.»

Zittern werden jene, die gegen Spanien nicht zu den 17 gehören, die nicht wenigstens ein paar Minuten Einsatzzeit erhalten – ausser sie heissen Xhaka. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.06.2018, 19:10 Uhr

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