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YB: Der geschlagene Meister

Nach neun Siegen endet die wunderbare Serie der Young Boys mit dem 2:3 gegen Luzern.

Torhüter David von Ballmoos und Jean-Pierre Nsame laufen enttäuscht vom Rasen.
Torhüter David von Ballmoos und Jean-Pierre Nsame laufen enttäuscht vom Rasen.
Keystone/Peter Schneider

Am Ende einer spektakulären, in der Schlussphase turbulenten Begegnung vor über 25'000 Zuschauern jubeln die Luzerner, als hätten sie soeben den Meistertitel im Stade de Suisse gewonnen. Und die YB-Akteure laufen geschlagen vom Kunstrasen. Nach neun Siegen im ersten Saisonviertel verliert der Meister erstmals.

2:3 heisst es gegen Luzern, nachdem er in der zweiten Halbzeit einen Rückstand gedreht und in den letzten Minuten noch zwei Tore zugelassen hat. «Das war eine starke Willensleistung von uns», sagt Luzerns Coach René Weiler, während Gerardo Seoane von einem Schock spricht, weil man das Spiel noch aus der Hand gegeben habe.

Manchmal wiederholt sich Geschichte. 0:1 liegt YB kurz nach der Pause zurück, als Seoane mit Jean-Pierre Nsame den treffsichersten Joker der Liga einwechselt. 161 Tage vorher war Seoane noch als Trainer Luzerns in Bern anwesend, als die Young Boys am 28. April den ersten Titel nach 32 Jahren dank eines 2:1 gegen den FCL sicherstellten. Damals lag YB noch in der zweiten Halbzeit ebenfalls in Rückstand, ehe Nsame in der 89. Minute schliesslich das Meistertor schoss.

Am Samstagabend stürmen die Young Boys nach der Pause auf einmal ebenfalls mit Überzeugung. Aber trotz deutlichem Chancenplus erzielen sie erst in der 68. Minute den Ausgleich, als Loris Benitos Flanke den Kopf von Guillaume Hoarau findet.

Mit einem Punkt ist der Leader nicht zufrieden, natürlich ist er das nicht, und als Nsame in der 79. Minute das Führungstor gelingt, rechnet kaum jemand noch mit einem Comeback des tapferen Aussenseiters aus der Zentralschweiz.

Oft aber wiederholt sich Geschichte nicht ganz. Zuerst trifft Marvin Schulz in der 82. Minute mit einem herrlichen Schuss in die hohe Ecke zum 2:2, ehe der junge Defensivspieler Stefan Knezevic drei Minuten vor Spielende gar das Siegtor für die Gäste erzielt.

Die Luzerner braucht es weiter nicht zu stören, dürfte der Treffer nicht zählen. Nach dem Weitschuss Filip Ugrinics an die Latte steht Blessing Eleke im Abseits, der Ball landet nach Elekes Abschluss bei Knezevic.

Nach drei Niederlagen in Folge fand Luzern das Erfolgsrezept

Der Abend fing bereits harzig an für die Young Boys. Das lag an ihrem vorerst unpräzisen Aufbauspiel, einerseits, andererseits aber auch an einem Gegner, der nach Bern gereist war, um nach drei Niederlagen in Serie eine bessere Figur abzugeben.

Routinier David Zibung stand erstmals in dieser Saison in der Super League im Tor, der ewige Rechtsverteidiger Schwegler agierte hinten links, in einem variablen 4-1-4-1-System operierten die Luzerner aggressiv und gut organisiert. Und sie lauerten auf ihre Chancen, beispielsweise bei den weiten Einwürfen Schweglers. Wie nach rund einer Viertelstunde, als Pascal Schürpf den Ball verlängerte und Shkelqim Demhasaj mit einem Kopfball reüssierte.

Die Young Boys dagegen erspielten sich vor der Pause nur ein paar halbwegs gefährliche Möglichkeiten – und als sie nach dem Seitenwechsel das Geschehen doch noch klar dominierten, agierten sie nicht kaltblütig genug. Das sollte sich rächen.

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