YB-Gala im Derby – Basel lässt Punkte liegen

Die Young Boys setzen ihren Lauf fort. Basel spielt zuhause unentschieden, Sion und Luzern trennen sich 2:2.

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Wer ins Stade de Suisse ging, um ein umkämpftes Kantonalduell zu sehen, ging vergebens hin. Geboten wird das einseitigste YB - Thun seit Jahren. Die Thuner kommen mit der 1:5-Niederlage sehr gut weg.

Die Young Boys taten etwas für ihre sowieso schon vorzügliche Tordifferenz. Guillaume Hoarau kam mit seinen Saisontoren Nummern 17 und 18 der erstmaligen Würdigung als Torschützenkönig ein grosses Stück näher, und die über 27'000 Zuschauer freuten sich an Spektakel und Toren, soweit es Fans des angehenden Meisters waren.

Thun wartet seit knapp zwei Monaten auf Sieg

Kann man einer Mannschaft, die nach 40 Minuten 4:0 führt, vorwerfen, sie sei ineffizient? Nicht oft. Aber im letzten Berner Duell der Saison benötigten die Young Boys acht hochkarätige Chancen, um bis zur 39. Minute das spektakuläre Pausenresultat von 4:0 sicherzustellen. Es hätte nach 45 Minuten auch 8:0 oder 10:0 stehen können.

Bis der Match längst schon entschieden war, erarbeiteten sich die Berner Oberländer nicht eine reelle Chance. Diese Tatsache widerspiegelt die Baisse, in die die Mannschaft von Trainer Marc Schneider in den letzten Wochen immer tiefer hineingeraten ist. Waren sie während einer gewissen Zeit vor der Winterpause und zu Beginn der Rückrunde die beste Mannschaft der Liga nach den Young Boys gewesen, so haben die Thuner seit dem 16. Februar keines von sieben Meisterschaftsspielen mehr und nur noch drei Punkte durch drei Unentschieden gewonnen. Die schlechte Tendenz verstärkte sich zuletzt bei den Niederlagen in Neuenburg und daheim gegen Sion.

Frühe Tore entscheiden das Spiel

Im Stade de Suisse schienen die Thuner von Beginn an von einer Müdigkeit befallen zu sein. Nach vorne brachten sie in der ganzen ersten Hälfte überhaupt nichts zustande, und im eigenen Strafraum liessen sie den Gegner zeitweise gewähren, als möchten sie den Zuschauern ein Trainingsspielchen vorsetzen - was sie in mancherlei Hinsicht auch taten.

Bei keinem ihrer vorherigen 22 Meisterschaftssiege der Saison hatten die Young Boys derart früh alles klargemacht. Als Djibril Sow und Guillaume Hoarau nach elf Minuten das 2:0 herausgeschossen hatten, waren die Punkte so gut wie verteilt.

Lugano hält auch in Basel stand

In der 28. Runde der Super League bekam auch Basel die Auswärtsstärke des FC Lugano zu spüren. Die Tessiner rangen dem Tabellenzweiten ein 1:1 ab.

Der FC Basel ist nach wie vor seit dem 2. Dezember ungeschlagen. Das ist das Positive aus Basler Sicht nach dem fünften Heim-Remis der Saison. Weniger erfreulich ist, dass der FCB zuhause in dieser Saison in gleich vielen Fällen (7) nicht als Sieger vom Platz gegangen ist, wie er gewonnen hat. Gegen Lugano war der FCB zwar besser, in Strafraumnähe aber oft ideenlos.

Sadiku bringt Lugano aus dem Nichts in Führung. (Video: SRF).

Basels Offensive über weite Strecken ideenlos

Der FCB diktierte das Geschehen. Er hatte mehr Ballbesitz, aber eine Halbzeit lang keine einzige nennenswerte Torchance. Auch deshalb hat Lugano den Punkt nicht gestohlen und seine Ungeschlagenheit auf fremden Terrain in der Rückrunde gewahrt. Das Team von Fabio Celestini geriet nach der Pause zwar phasenweise gehörig unter Druck, es hielt den gegnerischen Bemühungen aber gut stand. Erst eine Viertelstunde vor Schluss erzielte Marek Suchy den Basler Treffer.

Suchy gleicht für den FCB aus. (Video: SRF).

Der FCB-Captain profitierte bei einem Corner von einer Unsicherheit von Goalie David Da Costa, der nach einer halben Stunde für den mit Verdacht auf eine Hirnerschütterung ausgeschiedenen Noam Baumann ins Spiel gekommen war. Es war das 1:1. Acht Minuten zuvor hatte Armando Sadiku die Gäste mit einem wuchtigen Schuss aus 25 Minuten praktisch aus dem Nichts in Führung geschossen, Trainer Marcel Koller danach Luca Zuffi und Fabian Frei für Samuele Campo und Zdravko Kuzmanovic ins Spiel gebracht.

Ein Blitztor und geteilte Punkte im Tourbillon

Der FC Sion führte gegen Luzern schon nach zehn Sekunden, musste sich nach zuvor drei Siegen aber mit einem 2:2 zufrieden geben. Die Luzerner hatten die besseren Chancen.

Die Partie hatte kaum begonnen, da sorgte Ermir Lenjani mit seinem Blitztor dafür, dass die Statistiker im Archiv graben mussten. Das 1:0 nach zehn Sekunden, nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte und einem Kopfball-Ableger von Roberts Uldrikis auf Lenjani, war definitiv eines der schnellsten Tore der Super League. Aber war es das schnellste? Moussa Konaté hatte am 18. März 2015 beim 3:0 von Sion gegen St. Gallen ebenfalls nach zehn Sekunden getroffen. Vorderhand teilen sich die beiden den Rekord, Lenjanis Treffer könnte aber noch etwas schneller zustande gekommen sein. Der Ball überquerte die Linie just als der Sekundenzeiger auf zehn wechselte.

Europacup-Kampf bleibt spannend

Sion ist in Form. Das bekam der FC Luzern, Sions Konkurrent um einen Platz in der Europa League, in der Anfangsphase zu spüren. Doch Sion bleibt unberechenbar. Nach dem frühen 1:0 liess die inzwischen eingespielte Mannschaft von Trainer Murat Yakin gegen ein starkes Luzern nach. Es entsprach dem Geschehen, dass die Gäste dem Sieg näherstanden. Vor der Pause hatten Christian Schneuwly und Idriz Voca Chancen für weitere Tore, nach der Pause Vargas, erneut Schneuwly sowie Pascal Schürpf. Zweimal rettete Kevin Fickentscher im Tor der Walliser mirakulös.

Im Kampf um die hinteren Europacup-Plätze bleibt es damit höchst spannend. Zwischen dem Dritten (Thun) und dem Achten (Lugano) liegen noch fünf Punkte. Luzern und Sion, die ein Spiel weniger absolviert haben, liegen in der Mitte.

Young Boys - Thun 5:1 (4:0)
27'695 Zuschauer . SR San.

Tore: 5. Sow (Hoarau) 1:0. 11. Hoarau (Schick) 2:0. 22. Lauper (Benito) 3:0. 39. Moumi Ngamaleu (Fassnacht) 4:0. 51. Salanovic 4:1. 61. Hoarau (Benito) 5:1.
Young Boys: Von Ballmoos; Schick, Camara, Von Bergen, Benito; Fassnacht, Sow (59. Gaudino), Lauper, Moumi Ngamaleu (67. Nsame); Assalé (82. Garcia), Hoarau.
Thun: Faivre; Glarner, Sutter, Rodrigues; Kablan, Bigler, Karlen, Schwizer (71. Sorgic); Stillhart (46. Fatkic); Salanovic (79. Da Silva), Spielmann.
Bemerkungen: Young Boys ohne Mbabu (gesperrt) und Sulejmani (verletzt). Thun ohne Hediger und Tosetti (beide verletzt). 81. Lattenschuss Nsame.
Verwarnungen: 21. Stillhart (Foul), 66. Camara (Foul).

Basel - Lugano 1:1 (0:0)
21'533 Zuschauer. SR Schnyder.

Tore: 67. Sadiku (Sabbatini) 0:1. 75. Suchy (Ajeti) 1:1.
Basel: Omlin; Xhaka, Cömert, Suchy, Petretta; Balanta, Kuzmanovic (68. Frei); Van Wolfswinkel, Campo (68. Zuffi), Okafor (83. Zhegrova); Ajeti.
Lugano: Baumann (30. Da Costa); Lavanchy, Sulmoni, Maric (64. Carlinhos), Daprelà; Sabbatini; Vécsei, Covilo, Crnigoj; Bottani (46. Sadiku); Gerndt.
Bemerkungen: Basel ohne Bua und Stocker (beide rekonvaleszent) und Riveros (nicht im Aufgebot). Lugano ohne Fazliu, Macek und Piccinocchi, Yao (verletzt). 90. Kopfball an die Latte von Ajeti.
Verwarnungen: 24. Xhaka (Foul). 41. Cömert (Foul). 58. Crnigoj (Foul). 81. Sadiku (Foul). 93. Balanta (Foul).

Sion - Luzern 2:2 (1:1)
9800 Zuschauer. SR Tschudi.

Tore: 1. (0:10) Lenjani (Uldrikis) 1:0. 9. Vargas (Schürpf) 1:1. 63. Eleke (Schneuwly) 1:2. 65. Uldrikis (Lenjani) 2:2.
Sion: Fickentscher; Mveng, Kouassi, Neitzke, Morgado; Toma, Grgic; Fortune (72. Philippe), Kasami (58. Ndoye), Lenjani (81. Baltazar); Uldrikis.
Luzern: Zibung; Schwegler, Lucas, Cirkovic, Sidler; Voca, Schulz; Vargas, Schneuwly (77. Demhasaj), Schürpf (80. Ndenge); Eleke.
Bemerkungen: Sion ohne Maceiras (gesperrt), Carlitos, Djitté, Maisonnial, Mitrjuschkin und Raphael (alle verletzt). Luzern ohne Knezevic und Schmid (beide verletzt). 55. Fickentscher lenkt Kopfball von Vargas an den Pfosten.
Verwarnungen: 26. Cirkovic (Foul). 45. Eleke (Foul). 71. Uldrikis (Foul). 74. Neitzke (Foul). 89. Toma (Foul).

Resultate und Rangliste:

Resultate. Sonntag: Basel - Lugano 1:1 (0:0). Sion - Luzern 2:2 (1:1). Young Boys - Thun 5:1 (4:0). - Samstag: Grasshoppers - Zürich 1:1 (0:1). Neuchâtel Xamax FCS - St. Gallen 0:1 (0:0).

Rangliste: 1. Young Boys 27/72 (75:26). 2. Basel 28/52 (52:39). 3. Thun 28/38 (52:47). 4. St. Gallen 28/35 (40:49). 5. Luzern 27/34 (41:47). 6. Zürich 28/34 (36:40). 7. Sion 27/33 (41:43). 8. Lugano 28/33 (38:41). 9. Neuchâtel Xamax FCS 28/26 (36:56). 10. Grasshoppers 27/21 (26:49).

sla/SDA

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