YB bleibt seiner Philosophie treu

YB startet am Mittwoch mit dem neuen Trainer Gerardo Seoane in die Saison. Der Meister präsentiert eine Verstärkung: Talent Ulisses Garcia nimmt einen neuen Anlauf.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am Mittwoch um 10 Uhr startet der Meister die Mission Titelverteidigung. Der neue Trainer Gerardo Seoane bittet die Young Boys im Stade de Suisse zum ersten Training der neuen Saison.

Drei neue Gesichter werden im Kader dabei sein: Der frühere YB-Junior Sandro Lauper wurde von Thun verpflichtet, das grosse Verteidigertalent Jan Kronig, 17 Jahre jung, ersetzt den nach Belgien zu Waregem gewechselten Marco Bürki – und am Dienstag gab YB die Verpflichtung des 21-jährigen Ulisses Garcia, Captain der Schweizer U-21, bekannt.

Diese Zeitung berichtete über diesen Transfer vor mehreren Wochen, nun hat es mit dem Vollzug geklappt. Die Ablösesumme beträgt etwas weniger als eine Million Franken, Garcia erhält einen Vierjahresvertrag.

«Er ist ein entwicklungsfähiger Spieler mit viel Potenzial, dem wir nach schwierigen Zeiten im Ausland zutrauen, seine Karriere bei uns neu zu lancieren», sagt Sportchef Christoph Spycher. So wie es auch die Meisterspieler Kevin Mbabu und Djibril Sow taten.

YB verlangt hohe Summen

Der Genfer Ulisses «Ulli» Garcia wechselte als Junior von Servette zu GC, debütierte mit 18 in der Super League, ehe er 2015 zu Bremen ging. Nach verheissungsvollem Start mit 19 Bundesligaeinsätzen litt Garcia unter den Trainerwechseln bei Werder, das letzte halbe Jahr verbrachte er leihweise bei Nürnberg in der 2. Bundesliga.

Garcia ist ein schneller, dynamischer, offensiver Linksverteidiger, der an guten Tagen spektakulär wie Mbabu agieren kann. Er sagt: «Es hat mich beeindruckt, wie YB junge Fussballer weiterbringt.»

Die Young Boys starten zwar am Mittwoch ins Training und bereits eine Woche nach dem WM-Final mit dem Heimspiel gegen GC in die neue Saison. Aber bezüglich Kaderplanung werden sie erst Ende August, wenn das Transferfenster schliesst, Ruhe haben. «Ich erwarte einen sehr intensiven Sommer», sagt Spycher. Der Transfermarkt ist in den grossen Ligen auch wegen der WM noch gar nicht in Fahrt gekommen.

Mit den Abgängen von Mbabu, Kassim Nuhu und Roger Assalé ist nach wie vor zu rechnen. YB hat dem talentierten Trio aber Preisschilder umgehängt. Und ist nicht unter Druck. «Ich bin ganz tiefenentspannt», sagt Spycher. «Entweder generieren wir hohe Transfererlöse. Oder wir haben weiter wunderbare Spieler.»

Mbabu, der nach seiner Verletzung noch eine Woche ein Aufbautraining in Toulouse bestreitet, würde bei einem Verkauf kaum ersetzt werden. Garcia streitet sich mit Stammkraft Loris Benito hinten links um einen Platz, während der polyvalente Jordan Lotomba und Thorsten Schick als Rechtsverteidiger infrage kommen.

Viele Gerüchte um YB-Spieler

Für Nuhu aber würde ein neuer Innenverteidiger geholt werden. Und für Assalé ein wirbliger Angreifer, wobei der 19-jährige Ghanaer Issah Abass vom slowenischen Topclub NK Olimpia immer noch als Kandidat gilt. Ein Teil der beträchtlichen Transfereinnahmen würde investiert werden. «Wir kommentieren keine Gerüchte», sagt Spycher. «Doch wir werden vorbereitet sein, sollten uns Spieler verlassen.»

Je später die Akteure aber verkauft werden, umso schwieriger wird es für YB, weil potenzielle Zugänge vielleicht nicht mehr verfügbar sind. Verhindern möchten die Young Boys ein Transfertheater Ende August rund um die Champions-League-Playoff-Spiele – wie letztes Jahr bei Yoric Ravet, der zu Freiburg wechselte. «Das war nicht ideal», sagt Spycher.

Es wird also noch zu einigen Veränderungen bei YB kommen. Auch Leonardo Bertone liebäugelt mit einem Abgang, zumal der Konkurrenzkampf im zentralen Aufbau durch den Zuzug des begabten Lauper noch heftiger geworden ist.

Christian Fassnacht wiederum wäre gerne zum HSV gegangen, er war Wunschspieler des erstmals abgestiegenen Traditionsvereins. Aber Hamburg war die von YB geforderte Ablösesumme zu hoch. Um Fassnacht, aber auch um Sow und Lotomba, mit dem sich die halbe Ligue 1 und sogar Topvereine wie Napoli beschäftigen, wird es ebenfalls weiter ständig Gerüchte geben.

«Es wird eine strenge Zeit», sagt Spycher, «aber wir werden am Ende ein starkes Team haben.» Halten wollen die Young Boys Aggressivleader Sékou Sanogo, der erneut bei Bundesligaclubs gehandelt wird. «Solange wir kein Angebot erhalten, sind das Spekulationen», sagt Spycher. Er und seine Crew vermitteln den Eindruck, auch bezüglich Kaderplanung gut vorbereitet und mit klarem Plan unterwegs zu sein. (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.06.2018, 15:06 Uhr

Artikel zum Thema

Rollende Grossplanung

Auf die YB-Verantwortlichen um Sportchef Christoph Spycher warten arbeitsreiche Wochen. Sie suchen einen neuen Trainer – und müssen das Meisterteam umbauen. Mehr...

Kein Hütter-Klon

Die Young Boys präsentieren ihren neuen Trainer Gerardo Seoane. Der 39-Jährige gibt sich selbstbewusst, vermeidet es aber, konkrete Ziele zu formulieren. Mehr...

«Gerry» war nicht von Anfang an YBs Favorit

VIDEO Die Young Boys haben ihren neuen Trainer Gerardo Seoane vorgestellt. Sportchef Christoph Spycher gesteht: «Er wurde erst im Laufe der Gespräche zur Nummer 1.» Mehr...

Kommentare

Die Welt in Bildern

Explosive Abrüstung: An der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea werden die Bewachungsposten abgebaut. (15. November 2018)
(Bild: Jung Yeon-je/Getty Images) Mehr...